America’s Cup Update: James Spithill unterschreibt bei Oracle

+++ Große Verlockung +++

Die alten Feindbilder haben auch beim nächsten America’s Cup Bestand. Der Australier James Spithill will zum dritten Mal hintereinander den Cup für Larry Ellison gewinnen.

James Spithill 2010 "USA 17"

James Spithill 2010 scheinbar allein auf dem Mega Tri “USA 17”. © BMW Oracle

“Die Verlockung, wieder mit Larry Ellison und Russel Coutts zu arbeiten, war zu groß, als dass ich sie hätte ignorieren können”, begründet James Spithill seine Entscheidung, erneut für den America’s Cup Verteidiger zu arbeiten.

Ein Teil der Verlockung dürfte monetär bestimmt sein, aber auch Patrizio Bertelli von Luna Rossa soll kräftig mitgeboten haben. Spithill verbindet eine enge Beziehung mit den Italienern, seit er 2007 ihre Yacht beim America’s Cup führte. [digimember_preview]

Eine ernsthafte Überlegung, für sein Heimatland Australien anzutreten, war wohl nie realistisch. Der neue Challenger of Record hat es offensichtlich nicht geschafft, die australischen Schlüsselfiguren der America’s Cup Szene heim zu lotsen. Entsprechend schwach werden die Aussies schon jetzt eingeschätzt.

Russell Coutts sagt gegenüber AP: “Ich werde nie vergessen, wie er das Team auf dem Wasser während dieser wichtigen letzten Rennen geführt hat. In diesem Finale bildete er einen Turm der Stärke. Während dieser Zeit war er gerade auf psychologischem Gebiet ganz stark. Seine Haltung war ansteckend und er riss alle mit sich.”

Spithill bekundet, dass er diesmal die stärksten Herausforderer aller Zeiten erwartet. “Wir müssen als Verteidiger ein sehr gutes Programm entwickeln, um gegenhalten zu können.”Die Veranstaltung werde kommerziell so gut werden, wie nie zuvor wegen der großen Comeback-Geschichte.

Cup Regeln im März

Der nächste Schritt bei der Entwicklung des 35. America’s Cups ist die Veröffentlichung der Regeln, in deren Rahmen die nächste Cup-Katamaran-Generation gebaut werden. Der Amerikaner Pete Melvin ist damit beschäftigt und hat die Bekanntgabe für März avisiert.

Der Katamaran-Experte Melvin, der das Designbüro Morrelli & Melvin unterhält, hatte schon beim vergangenen Cup die Formel für die AC 72 entworfen und war dann beim Team New Zealand für deren Design zuständig.

Der zweimalige A-Cat Weltmeister und US-Olympia-Repräsentant im Tornado 1988 sagt, dass er eine gute Hilfestellung von allen beteiligten Teams bekomme. Sicher ist, dass auf Tragflächen-Katamaranen zwischen 60 und 65 Fuß mit festen Flügelsegeln gesegelt wird. Allerdings sollen One Design Komponente zu massiver Kostenreduzierung führen.

“Wir stehen unter großem Zeitdruck, effizient und schnell zu sein”, sagt Melvin. Aber er habe Hilfe von vier Teams erhalten und könne deutlich zielgerichteter arbeiten als beim letzten Mal als auch noch parallel an einer schnellen Einrumpf-Lösung gearbeitet wurde.

Coutts empört

Eine große Rolle spielt der Austragungsort. San Francisco schien sicher zumal sich die Stadtväter schon öffentlich geäußert haben, dass sie erneut bei dem großen Segelspiel mitmachen wollen. Aber das Angebot war dann doch nicht das, was sich Larry Ellison vorgestellt hatte.

Russell Coutts äußerte sich geradezu empört. Und jetzt hat das Pokerspiel erneut begonnen, das auch vor dem 34. bis zum Exzess gespielt wurde. Coutts brachte mögliche europäische Austragungsorte ins Spiel und es gab Signale, dass der Cup Tross möglicherweise nach Hawaii ziehen könnte, wo Larry Ellison 2012 eine Insel kaufte. Auch San Diego und Newport wurden genannt. Aber alles andere als ein erneuter Cup in San Francisco scheint unvorstellbar.

 

 

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Carsten Kemmling

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