Meinung America’s Cup: Warum Italiener und Kiwis das Rad neu erfinden wollen

Zurück in die Steinzeit?

Sie tun es wirklich. Die neuen America’s Cup-Hüter versuchen offenbar, die Zeit zurückzudrehen. Als hätte es zehn Jahre Innovation im Segelsport nicht gegeben. 2020 wird wieder mit großen Einrumpf-Yachten und großer Crew um die alte Kanne gesegelt.

Alinghi

2007 in Valencia: Das letzte Duell von Monohulls. Wird es wieder so aussehen? © ETNZ

Foiling? “Vielleicht” heißt es bei Kiwi-Chef Grant Dalton. Die seit Jahrzehnten größte technische Revolution im Segelsport soll beim 36. America’s Cup offenbar nur eine untergeordnete Rolle spielen. Aber erst in einem Monat wird die wichtigste Frage beantwortet: Wie sieht die neue America’s Cup-Klasse aus?

Groß soll das Schiff sein, und von bis zu zwölf Menschen bedient werden. Das britische Land Rover BAR Team sieht in einer ersten Stellungnahme zwar “starke Anzeichen dafür, dass das Boot foilen soll wie die Multihulls beim vergangenen Cup”, aber es ist nicht vorstellbar, dass Einrumpfer an die Leistungswerte der vergangenen AC-50-Kats herankommen.

Skepsis gegen Multihulls

Warum also der Wechsel? War das mit den Foiler-Kats wirklich so schlecht?

Eigentlich passt Multihull-Regattasegeln nicht wirklich zu den Erfordernissen des Match Races. Beim schnelle Heizen mit Kats rücken taktische Komponente mehr in den Hintergrund. So drehen zwei Rümpfe bei Manövern mit größerem Widerstand durch das Wasser. Und allein durch den hohen Speed ist der Bremseffekt von Wende und Halse vergleichsweise größer als bei einem langsamen Boot. Die Folge: es wird möglichst lange geradeaus und hintereinander her gesegelt, um Manöver zu sparen. Dem zurückliegenden Boot bleiben kaum Möglichkeiten zum Überholen.

Deshalb war die Skepsis groß, als Russell Coutts seine Vision vom spannenden Segelsport ausgerechnet mit Multihulls umsetzen wollte. Aber der Mann hat eigentlich geniale Arbeit geleistet. Die Rennen in Bermuda waren trotz des Highspeeds auch taktisch spannend und mit zahlreichen Überholmanövern gespickt.

Coutts erreichte das durch die Kurswahl mit Luv-, Leetor und den Spielfeldbegrenzungen, aber zuletzt bei den AC50 insbesondere durch die modifizierten Konstruktionsregeln. Sie erlaubten den Teams das Wenden im Flugzustand. Der Fahrtverlust im Manöver wurde minimiert, und die Taktiker konnten schon mal eine zusätzliche Wende einbauen, um auf eine Winddrehung zu reagieren.

Akku leer

Der einzige Manko war die Energiebereitstellung. Wenden und Halsen leerten die Batterien zu schnell. Es dauerte lange, bis die Akkus von den Grinder wieder aufgeladen werden konnten. Eine schnelle Doppelwende, um sich zum Beispiel aus der Abdeckung zu lösen, war nicht möglich. Und Artemis raste nach der Luvtonnenrundung schon mal über die Grenze, weil die Energie für eine Halse fehlte.

Dieses Problem hätte einfach gelöst werden können durch ein weiteres Feintuning der Regeln für den nächsten Cup. Man hätte einfach die Ernergie-Speicherkapazität erhöht, vielleicht auch die Art des Grindings überdacht, und fertig wäre das nahezu perfekte Segelveranstaltung-Produkt gewesen, von dem auch Nicht-Segler begeistert gewesen wären.

Das hatten Coutts und Ellison im Sinn, und auch der Rest der Herausforderer konnte dem folgen. Sie hatten sich ja schon geeinigt für die nächste Runde. Aber nun geht alles wieder von vorne los. Neuseeländer und Italiener wollen das Rad neu erfinden. Und dabei ist es offenbar besonders wichtig, dass es möglichst wenig Ähnlichkeiten mit dem vorherigen aufweist.

Fadenscheiniges Argument

 

Team New Zealand-Boss Grant Dalton sagt, der Hauptgrund für die Rückbesinnung auf den Monohull sei die Überzeugung, dadurch mehr Herausforderer zu bekommen. Denn ein Großteil der Segelgemeinschaft fühle sich Einrumpfern einfach mehr verbunden. 

Ein fadenscheiniges Argument. Denn potenzielle Herausforderer beim America’s Cup werden weniger durch schöne Yachten angezogen als die Tatsache, dass sie überhaupt eine erfolgversprechende Kampagne  finanzieren können.

Aber das Thema der Kosten-Minimierung, oder der Einnahmen-Maximierung spielt bei dem neuen Protokoll offenbar keine große Rolle. Es heißt nur, dass Teams ohnehin so viel ausgeben werden, wie sie es möchten.

Die besten Schnellsegler beim Cup

Die Neuseeländer hätten sicher kein Problem, die neue, schnelle Art des Segelns wie gehabt fortzuführen. Sie haben das Know How und die jungen Menschen wie Peter Burling und Blair Tuke, die genau dafür ausgebildet sind. Es war doch perfekt, dass plötzlich die führenden olympischen 49er und Nacrac17-Segler in den Schlüsselpositionen der führenden Segelsport-Veranstaltung zu sehen waren.

Auch die deutschen starken Schnellsegler, die sich in den vergangenen Youth America’s Cup Kampagnen engagiert haben, sahen plötzlich einen Weg zum Heiligen Gral des Segelsports. Wenn jetzt wieder klassisches Match Race in der Startbox gefragt ist, dürften erst einmal andere Spezialisten besser sein. Und es ist wohl kein Zufall, dass Burling und Tuke nun mit dem Volvo Ocean Race um die Welt segeln. So lernen sie das Yacht-Segeln auf die harte Art.

Hinter der Entwicklung steckt besonders der Einfluss von Patrizio Bertelli, der offenbar immer noch traumatisiert ist vom miesen Spielverhalten eines Larry Ellison. Der hatte eine späte Regeländerung vom 60 zum 50 Fußer abgenickt, als Bertellis Luna Rossa Team bei der Planung des 60ers schon im vollem Gange war.

Aus Rache…

Es war ein wirklich unsportlicher Schachzug, der ironischerweise auch dadurch möglich wurde, weil Bertelli die Rechte des Challenger of Records paritätisch auf alle Herausforderer verteilt hatte. Eine Mehrheit stimmte schließlich dem Oracle-Vorstoß zu, und wutschnaubend löste der Italiener sein Team  auf.

Aus Rache finanzierte er das schwächelnde Kiwi-Team mit, stellte Personal und Know How, und hat damit nun auch von den Neuseeländern das Recht erwirkt – ob per Vertrag oder moralisch – seine Vorstellungen vom Cup durchzusetzen. Und die sind bei dem 71-Jährigen eben einfach konservativer geprägt.

Welche Spielgeräte tatsächlich dabei herauskommen, soll sich nun also erst in einem Monat zeigen. Dalton und Co werden sich den Italienern fügen und nicht darauf hören, dass Spithill und Slingsby sagen, alles, was ohne zwei Rümpfe daher kommt, sei nach Bermuda ein Rückschritt. Zurück in die Steinzeit? Und schon wird spekuliert, ob Multihull-Spezialist Glenn Ashby – eine der Schlüsselfiguren für den Kiwi-Sieg – noch eine Zukunft unter Dalton hat. Ashby sagt, er habe keine Idee, was seine Zukunft betrifft.

Eine riesige Motte?

Aber Dalton betont immer wieder, dass die neue Yacht spektakulär sein wird. “Wir finden die Möglichkeit gut, unseren Schwerpunkt nun auf die Einrümpfer legen zu können, um sie auf das gleiche Entwicklungs-Level zu bringen wie die Multihulls.”

Dennoch ist es schwer vorstellbar, dass die neuen Yachten spannendere Rennen als die Kats kreieren. Mit einer riesigen Moth würde es vielleicht funktionieren. Die foilt am Wind und inzwischen auch durch die Wenden. Aber ein Monohull mit 12 Seglern an Bord?

Es wird wohl eher auf eine große TP52 hinauslaufen vielleicht mit Neigekiel. Am Wind möglicherweise bewusst langsam in klassischer Verdränger-Fahrt, was dann auch eine Wende nicht so kostbar erscheinen ließe, und unter Gennaker dann auf Foils?

Man wird sich schon etwas einfallen lassen müssen, damit die avisierten 40 Minuten Renndauer nicht allzu lang erscheinen. Die Show von Bermuda ist nur schwer zu toppen. Wie zur Erinnerung hat das Land Rover Team noch einmal die spektakulärsten Momente ihres Duells mit den Neuseeländern zusammengestellt. Diese Zeiten sind erst einmal vorbei.

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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34 Kommentare zu „America’s Cup: Warum Italiener und Kiwis das Rad neu erfinden wollen“

  1. avatar Yachtie sagt:

    Ich finde die Rückkehr zu den Einrümpfern richtig, denn die foilenden Kats, Radfahrer an Bord und starren Profilsegeln hatten kaum noch etwas mit dem normalen nSegelsport zu tun.

    Den Kats waren leider nicht in der Lage, das einzigartige Feeling einer sich im Seegang bewegenden Yacht zu vermitteln und die Spannung zweier Bug an Bug um den Sieg kämpfenden Yachten wiederzugeben.

    Die neuen Einrümpfer mögen durchaus mit Foils ausgestattet sein, d.h. keineswegs langsam, sondern schnell segeln, so dass Spannung garantiert ist und trotzdem ein maritimes Feeling entstehen kann.

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    • avatar john sagt:

      @Yachtie: Das sehe ich eher wie Carsten. Der letzte Americas Cup war mega spannend. Es wurde immer argumentiert, dass die Abstände zu groß waren. Dass ein Fehler nun keine 5 Meter sondern schnell mal 200 m kostete und es damit genauso relevant war wie bei langsameren Monohulls fehlerfrei und taktisch klug über dem Kurs zu kommen, wird dabei schnell vergessen.

      Die foilenden Katamarane haben den Sport interessant gemach und nicht ohne Grund sagte Klaus Kleber bereits bei den AC72 “da kann die Formel 1 einpacken!”

      Nun kann man von der Formel 1 halten was man mag, sie begeistert nach wie vor Millionen Zuschauer und nicht jeder davon ist selbst Rennfahrer. Zwei Monohulls die nebeinander durch die Welle kreuzen ist für mich dagegen unfassbar öde. Außerdem finde ich es schwer zu vermitteln, dass die Krone des Segelsports dann mit Yachten ausgetragen wird, die vielleicht zwiachendurch mal kurz 20 oder gar 30 Knotem segeln, wo bisher die 40 geknackt wurden. Wie soll man das einem Nicht-Segler erklären?

      “Ja, in unserem Sport segeln wir auch gerne bei den Rennen gerne etwas langsamer gegeneinander, hauptsache es sieht majestätisch aus?”

      “Ja, Katamarane sind zwar schneller, wenden auf den Foils auch binnen Sekunden und spektakulär sind sie ebenfalls, aber so eine echte Yacht braucht einfach einen Kiel! Genau, diese schwere Bleibombe unten dran! Aber ansonsten ist das echt Hightech!”

      Da wird man doch irre. Offshore können wir gerne darüber reden. Ein VO65 (auch wenn nicht mehr topmodern) sieht im Surf echt gut aus. Aber halt auch nur im Southern Ocean bei harten Bedingungen. Auch die TP52 sind nett. Allerdings sind die so nah am normalen Segler, dass sie für mich einfach echt langweilig sind.

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      • avatar Yachtie sagt:

        John ich respektiere Deine Ansicht, teile sie jedoch nicht.

        Ich bin kein Freund der Formel 1, weder an Land noch auf dem Wasser.

        Den Unterschied zwischen 20 oder 40 Knoten wirst Du im TV gar nicht erkennen können.
        Das ist nämlich alles eine Frage der richtigen Aufnahmetechnik. Man muss nur nah am Geschehen sein, um spannende Bilder einzufangen.

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      • avatar Kauni sagt:

        Dann würde ich mir mal die Besucherzahlen und die Teilnehmerzahlen anschauen der letzen Cups – das ist mehr als eindeutig – 5 Mio live Besucher vs ein paar in Bermuda…. 12 Teams vs 6
        und das alles 2007 ohne große Social Media Kanäle….

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        • avatar Backe sagt:

          Ich glaube, die Besucherzahlen und die wachsende mediale Begeisterung am AC gehen zu 90% auf das Konto der hochprofessionellen TV-Aufbereitung und des Marketings. Das sollte mit vermeintlich langsameren Einrümpfern, die aber genauso scharfe Bilder und Duelle abliefern werden, ebenfalls möglich sein.
          Für den nicht segelnden Laien wird der Unterschied zwischen 15 und 35 Knoten tatsächlich kaum zu erkennen sein. Und das Foilen als wenig nachvollziehbare “Fehlerquelle” (98% Foiling-time vs. 94%, und raus bist du …) wäre vom Tisch.

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  2. avatar Silvan Marty sagt:

    Wenn die Europäer meinen mit ein Rumpf booten die folien gienge die Entwicklung nicht weiter… Dann wartet mal auf den nächsten cup..
    Und einfach den hydraulic Zylinder vergrößern…. Was für ein Fortschritt!
    Nicht mehr in Erinnerung wie spannend auch Rennen vor Cats wahren…
    Ich bin gespannt auf neue Boote. Und Regeln machen jetzt Verteidiger & Herausforderer. Und nicht was vorher Oracle & BAR aushandelten.
    Gruss

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    • avatar Yachtie sagt:

      Segeln ist in dem Inselstaat NZL Volkssport.

      Die Neuseeländer wissen besser als SR (die die seltsame Budesliga propagieren), was den Segelsport ausmacht und was bei den Menschen ankommt.

      Viele gute Yachtkonstrukteure sind in NZL zuhause.

      Ich bin daher davon überzeugt, dass die Kiwis einen tollen Cup auf die Beine stellen werden.

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  3. avatar Sebastian sagt:

    Was hat dieses Theater eigentlich mit segeln zu tun? Es geht doch ausschließlich um die eigenen Interessen dieser tollen Sportsleute: Wie kann ich mir schon vor der Regatta einen möglichst großen Vorteil verschaffen. Da kann einem der Spaß am AC wirklich vergehen! Schade!

    Gruß

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  4. avatar waterman 2000 sagt:

    Ja, es ist zweifellos ein bedauerlicher Schritt für, den Segelsport. Die Multis hatten den AC in das Medieninteresse katapultiert. Es geht nicht darum was eine überschaubare, konservative, überalterte Segelgemeinde findet, sondern was an Medienpräsenz und damit als Werbung für den Segelsport raus kommt. Bleienten, egal ob mit oder ohne Foils, sind schlichtweg von Gestern und werden niemals an die Dynamik und Segelleistung eines dahin fliegenden Multis heranreichen. Alles andere ist Täumerei und widerspricht banaler Basisphysik.

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    • avatar Kauni sagt:

      Leider ist die Aussage falsch! Die Mediazahlen sprechen eine ganz andere Sprache.
      Richtig ist dass NZL nicht gerade das optimale Revier ist um viele Zuseher zu begeistern aber so sind halt die Regeln und wer nicht will muss ja auch nicht dabei sein. Und das seit 1851 – da hat sich nichts geändert

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  5. avatar Fastnetwinner sagt:

    Ich denke, man muss eine Dimension weiter denken. Es segelt kein Mensch zusätzlich mehr, weil ein AC-Boot fliegen kann. Es ist nicht bekannt, dass Segelclubs, Segelschulen oder Häfen durch die Flughöhe von Kats irgendwelche Neukunden gewinnen. Das findet alles nicht statt. Der AC hat auf die normale Menschheit und die normale Segelpopulation überhaupt keinen Einfluss. Und deshalb ist es für die normalen Menschen draussen auch total egal, wie medial das Ganze rüberkommt. Der Grund, weshalb Leute zum Segeln kommen, ist nicht der AC, sondern weil der lokale Segelclub Erwachsenen-Segeln anbietet oder gute Opti-Arbeit macht.
    Nun zu denen, die schon segeln: Die freuen sich über eine guten mediale Aufarbeitung und gucken so oder so. In einem bekannten Hamburger Segel-Club waren beim gemeinsamen gucken der letzte Einrumpf-Finales in NZ genauso viele Leute anwesend wie beim Kat-Event auf Bermuda.

    Conclusion: Wer eine Ecke weiter denkt und dann die Zahlen analysiert weiß, dass Flughöhe egal ist.

    PS: Ich freue mich schon jetzt auf echte Maneuver von echten Männern und Frauen! Die Maneuver vom letzten Cup wären so spannend wie die auf meinem Folkeboot, nur dass ich da keine Fahrräder habe…

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  6. avatar waterman 2000 sagt:

    Nein, Medienpräsenz führt nicht dazu das die Leute direkt in die Segelschulen stürmen. Es hält aber das Interesse am Segelsport wach. Kids in segelnden Badewannen sind süß, aber sobald sie ‘laufen’ können sind sie bekanntlich weg. Segeln muss endlich wieder geil werden damit es in die moderne Freizeitlandschaft passt. Guckt euch doch die Altenbegegnungsstätten in Form von Messen und Häfen an. Wie ist doch noch gleich der Slogan von SR ..?

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  7. avatar Fastnetwinner sagt:

    Sie laufen ja aber nicht weg, weil ein Jugendkutter nicht fliegen kann, Sonden weil die Uni ruft. Segeln oder Boote müssen dem entsprechend leider auch nicht geil werden, sondern die Organisation der Segelangebote muss grundsätzlich geil & kompatibel werden. Die Ranglisten-Zahlen in Klassen der Jugend sprechen eine ganz interessante Sprache:

    – Der vermeintlich uncoole Pirat hat 238 Boote in der RL
    – Der heissere 420 hat 210 Boote in der RL
    – Der noch heissere 29er hat 79 Boote in der Rangliste

    Es sind also nicht die Boote in der Lage Crews zu binden, die vermeintlich geil sind (oder fast abheben), sondern die die gut organisiert sind. Es geht nur um Orga & Darreichungsform, nicht um Flughöhe. Und der erst kommt dann von selbst.

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    • avatar waterman 2000 sagt:

      Doch irgendwann sind sie weg, weil kiten, surfen, suppen einfacher und faszinierender sind. Unser Sport braucht eine ziemliche Faszinationhöhe damit man sich mit dem erforderlichen zeitlichen und monitären Einsatz angagiert.

      Bei deinem Beispiel der Regattafelder wäre es interressant zu wissen wieso ein Jugendlicher heute noch in einen Pirst steigt. Vielleicht ist es tatsächlich die aufopfernde Arbeit der Vereine, Klassenvereinigungen, Regattaveranstalter …. oder Papa.

      Bin selbst vor vielen Jahren als Jugendlicher aus dem Boot geflüchtet, weil es soooo öde war. Hätte ich nicht die Faszination am Segeln auf einem schnellen Trimaran wieder entdeckt wäre zumindest das Thema eigenes Boot erledigt gewesen.

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      • avatar Kauni sagt:

        Der Cup kann nicht richten was Vereine und Verbände machen sollten

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      • avatar Willem sagt:

        Suppen? Niemand suppt. Suppen wird zwar immer als Heilsbringer beschrieben, zieht aber kein Schwein hinterm Ofen hervor.

        Zum AC. Ist doch egal, womit die segeln. Es interessiert doch eh kaum jemanden. Formate wie die Vendèe haben das Matchrace doch längst überholt.

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      • avatar Zecke sagt:

        …. Und bitte nicht vergessen, mittlerweile foilt sogar ein Windsurfer!! Und wer meint, das Monohuls langweiliger sein könnten als die ACDC 35 Kats, der gebe auf Google mal ACDC 36 Monohuls ein… Ich denke, der nächste Account 36 wird einfach gigantisch!

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    • avatar Fastnetwinner sagt:

      Nachtrag: Es gibt zwar keine Deutsche Match-Race Rangliste, aber tun wir mal so, in dem wir die Deutschen in Welt-Rangliste angucken:

      – Das vermeintlich superheiße Matchracing hat 35 Deutsche in seiner Rangliste, wobei aber 22 nur ein Event pro Jahr gesegelt haben. Da kommt der langsame Old-School-Pirat (dem ich bestimmt nicht das Wort rede) auf das Siebenfache. LOL!

      Da mag jetzt jeder seine Schlüsse ziehen… 😉

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      • avatar Peter sagt:

        Meine Schlüsse sind, dass man nur der Statistik glauben sollte die man nicht selber gefälscht hat (oder in diesem Fall unwissentlich aufgestellt hat).

        Ein Pirat wird zu zweit geseglt und Match Race meist mit 4-5 Crew Mitgliedern (im mittel also 4,5)

        Also bei sieben mal mehr Steuerleuten im Pirat als im Match Race bedeutet dieses bei 35 Match Race Steuerleuten 245 Piraten Steuerleute und mit Vorschoter 490 Segler. Bei 4,5 Crew Mitgliedern im Match Race kommen wir auf 157,5 Segler und somit auf nur 3 mal soviele Piraten Segler wie Match Race Segler 😉 und wenn man sich dann noch die Anzahl der angebotenen Regatten innerhalb Deutschland in den beiden Klassen anschaut werden die Zahlen ein weiteres mal revidiert.

        Ich weiß das ist viel korintenkackerei und hat wenig mit dem Thema zu tun aber warum mit Zahlen und tollen Statistiken auftrumpfen wollen im großen Still, wenn man einfach nicht richtig recherchiert hat.

        Erst denken dann schreiben sollte die divise für viele hier lauten. Macht aber trotzdem Spaß sich kurz vor Feierabend diese “geistigen ergüsse” hier durchzulesen und zu schmünzeln über die Einfachheit machner Menschen 😉

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        • avatar Fastnetwinner sagt:

          Peter, das fiese an unseren Nicht-Klar-Namen hier bei SR ist, dass man nicht weiß, wer hinter den Kommentaren steckt und welche Erfahrungen er mitbringt. Ich schmunzel genüsslich beim Lesen Deiner Einschätzung meinerselbst…

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  8. avatar Björn sagt:

    Sobald alle Opti, Piraten und 420er durch AC50 Cats ersetzt werden wird segeln sowiso verboten, siehe Kite Verbote überall in Deutschland.
    Haben die Fahrräder auf so ne Cat eigentlich Gepäckträger für Isomatte,Schlafsack und ein paar Flensburger?

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  9. avatar Andreas Borrink sagt:

    Mal ein paar Zahlen für diese spannende Diskussion:

    Dänemark, Inselstaat, 5,7 Mio Einwohner, davon geschätzt die Hälfte an der Küste, überwiegend segel-affin.
    Neuseeland, Inselstaat, 4,7 Mio Einwohner, davon geschätzt die Hälfte an der Küste, überwiegend segelaffin.
    Großbritannien……
    Frankreich……
    usw.
    Deutschland, wenig Küste, 83 Mio Einwohner, überwiegend Binnenländler, davon „X“ segel-affin.
    Deutschland, Autofahrerland, 63 Mio Autofahrer, gefühlt die Hälfte definiert sich über ihre Karre, also Formel 1 affin.

    Habe heute morgen um 9:00 Malaysia geschaut, gebe ich zu. Mehr Spannung als im ganzen America’s Cup und das trotz der grottenschlechten Kommentare.

    Leute, let’s face it: Segelboote könnten fliegen, unter Wasser oder im Weltall fahren oder Urankiele haben – Segeln bleibt m.E. bei uns eine (schöne) Randsportart, irgendwo zwischen Hockey und Minigolf.

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  10. avatar Tramp sagt:

    Das ist ja putzig. Da macht sich also „Segeldeutschland“ – welches es selber nie zu einer wettbewerbsfähigen Kampagne geschafft haben – über ungelegte Eier anderer Leute Gedanken?! Scheint offenbar heute so üblich. Auch wenn man bei 80 Mio. Deutschen die Zahl der „Interessierten“ gar nicht niedrig genug ansetzen darf.

    Wir wollen doch mal festhalten, dass der Americas-Cup ganz grundsätzlich – und vor allem anderen – eine Ego-Veranstaltung einer Handvoll „Superreicher“ ist. Der Sinn und Zweck war niemals, dass das gemeine Volk sich damit identifiziert. Das ist maximal ein „Abfallprodukt“ um sich ein bisschen mit seiner Marke und seinem überbordenden Ego (s. Ellison) präsentieren zu können. Es geht doch eher um Personen, die wirtschaftlich alles erreicht haben und sich nun auf anderen Spielfeldern messen wollen (und keinen Fußballclub kaufen, kein Formel-1-Team unterhalten, nicht in die Politik gehen, …). Dabei ist die Anzahl der Teams zwar für „uns“ ein schöner Indikator … das ist aber für den Cup beinahe völlig irrelevant.

    Und „Fairness“ … war seit der Stiftungsurkunde nichts, was man originär mit dieser Veranstaltung verbindet. Da hat jeder Teilnehmer, seine vielen Millionen möglichst unter Ausnutzung aller Winkel- und Schachzüge (am wenigsten auf dem Wasser) zielstrebig investiert. Was aber häufig auch gerade den besonderen Charme und das enorme Entwicklungspotenzial dieser Veranstaltung auszeichnete.

    So etwas mit „Jugendarbeit“ in Verbindung zu bringen, verbietet sich eigentlich selbst für Anhänger der (widerlegten) Trickle-Down-Theorie.

    Einfach mal sehen, was am Ende dabei rauskommt. Bisher wurde ja nur ein Teil des neuen Konzepts veröffentlicht. Ohne die mögliche Hardware, das Segelrevier, usw. zu sehen, ist das Potenzial für die Zuschauer doch sowieso schwer zu beurteilen. Wenn man irgendeine Erkenntnis aus den letzten Cups ziehen konnte, dann doch diese!

    VG

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  11. avatar poseidon sagt:

    Herrlich wieviele Bleitransporter Opis sich hier tummeln, kein wunder dass die coolste deutsche Segelseite keinen Umsatz macht, u zu geizig auf die Hanseboot zu fahren sind die Herren Traditionalisten auch noch dabei gibt’s da Einrumpfer ohne Ende, kein Wunder das die Mafo der Sponsoren verwirrt ist

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    • avatar Andreas Borrink sagt:

      Und nochmal draufgehauen: In einer Stunde startet das Mini-Transat. Zwei deutsche Teilnehmer in der augenblicklich wohl aufregendsten (und jetzt auch foilenden) Klasse! Die Dinger sind schon ohne Foils downwind mit 25kn auf einem halben Quadratmeter Rumpfoberfläche durch die Gegend geflogen. Weitaus interessanter als Radfahrer auf Stelzen. Leider anscheinend diesmal ohne Livebilder…..

      Drama, Emotionen, Speed, HiTech, Gefahr, schräge Designs, coole Typen – alles reichlich vorhanden. Aber wen interessiert das hierzulande, ausser einer Handvoll Segler, die Jörg oder Andreas persönlich kennen und ihnen die Daumen drücken (so wie ich….)?

      Schade, aber wohl nicht zu ändern.

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      • avatar Yachtie sagt:

        Darf ich korrigieren, denn mit Lina Rixgens, Jörg Riechers, Oliver Tessloff und Andreas Deubel sind es genau 4 Deutsche, die am Mini Transat teilnehmen.

        Deren Positionen werde – quasi live – um 6:00, 9:00, 12:00, 15:00, 18:00 und 21:00 Uhr UTC in dem folgenden Tracker aktualisiert: http://www.minitransat.fr/en/follow-race/cartography

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        • avatar Yachtie sagt:

          Akuell (Sonntag 20:00) liegen Riechers auf 3, Tessloff auf 4, Deubel auf 35 und Lina Rixgens auf Rang 43.

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        • avatar Andreas Borrink sagt:

          Da siehst Du’s – die beiden anderen kenne ich eben nicht…..

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          • avatar Yachtie sagt:

            Yacht-Online hat die Schlagzahl erhöht und ist inzwischen aktueller als SR. Dort wurde heute berets über den Mini-Transat-Start berichtet.

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  12. avatar boatsailing sagt:

    Die Diskussion Kat vs. Monohull finde ich fast immer ziemlich ideologisch geführt. Ich finde Monohulls auch optisch schöner und die meisten von uns Seglern sind nunmal auf Monohulls unterwegs. Trotzdem fand ich die letzten beiden AC-Ausgaben klasse und spannend! Wahnsinn wie es gelang, 100% durch den Kurs zu foilen!

    Was mich als Segler hauptsächlich interessiert, ist der AC als Technologietreiber. Nur hier wird unendlich viel Geld in die jeweils neue Entwicklung einer Konstruktionsklasse gesteckt. Wenn das neue Format also dazu führt, das Monohull-Foilen weiter zu entwickeln, dann klasse, weiter so! Bei den Kats ist man damit schon sehr weit gekommen, bei Monohulls ist noch Luft nach oben, insofern finde ich das sinnvoll. Das wird sich auch auf Vendee Globe, VOR, Mini Transat und sogar auf den Serienbootsbau positiv auswirken.

    Ein wenig skeptisch macht mich allerdings die Ankündigung, solch große Boote zu verwenden. Dies wird das Foilen nicht vereinfachen und wird aus Kostengründen die Zahl der Syndikate eher niedrig halten.

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  13. avatar Andreas Borrink sagt:

    Moin Segelfans, ich muss das loswerden:

    Jörg führt beim MiniTransat! Gib Gas, Jörg! Aber wahrscheinlich bin ich wieder der einzige Verrückte, der morgens um 6:00 den Tracker aufruft:

    http://www.minitransat.fr/en/follow-race/cartography

    senile Bettflucht……

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    • avatar Yachtie sagt:

      Du brauchst nicht um 6:00 aufzustehen. Aktualisiert wird erst um 8:00 Uhr MEZ 🙂

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  14. avatar Tom sagt:

    Naja ich finde es schade das wieder monohulls und vor allem so große Boote benutzt werden…hat der AC als Königsdisziplin des segelns nicht den Anspruch auf die schnellstmöglichen Boote? Klar bekommen die auch nen Mono zum foilen, aber alles muss neu entwickelt werden. Mit entsprechenden foils sind die Dinger Wohl auch nicht langsam, aber an den Speed der AC48 kommen die Boote nicht annähernd.

    Ganz nebenbei wird das ganze irre teuer weil Kat foilen mittlerweile von fast allen Teams beherrscht wird, und für monos das ganz neu erfunden werden muss. Deshalb machen letztendlich vermutlich nicht mehr Teams mit als zur Zeit.

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  15. avatar Nautiker sagt:

    Worum geht es denn ursprünglich beim AC. Alte reiche Herren wollen ausloten wer der bessere ist … und das allen Ebenen und mit allen Mitteln. Es geht hier nicht darum den Sport nach vorne zu bringen, der Allgemeinheit Wohlgefallen zu bereiten oder gar eine dauerhafte Serie zu etablieren und bestimmt nicht Richtungweisend für die Vereine und Verbände zu agieren. Alls das ist und wird auch hoffentlich nie den AC ausmachen. Die sollen sich kloppen, verklagen, ausspionieren, neue Sachen ausprobieren, Geld verbrennen und Ihre Egos ausleben. Weiter so … nichts ist langweiliger als Stillstand oder immer perfektere Boote bei perfektem Wind in einer perfekten Serie …

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