America’s Cup: Was ein Grinder bei Oracle verdient

Zu hoch gepokert

Beim verlorenen Gerichtsverfahren von Oracle-Segler Joe Spooner gegen sein Team wird die Gehaltsstruktur der America’s Cup Sieger deutlich. Der Grinder wollte 34.000 Euro im Monat.

Joe Spooner

Joe Spooner klagt gegen seine Entlassung beim Oracle Team. 11 Jahre gehörte er zum Team. © Oracle Team USA

Der ehemalige neuseeländische Finn Dinghy Segler Joe Spooner, seit elf Jahren Mitglied beim Oracle Team USA, hat den Gerichtsstreit mit seinem Arbeitgeber verloren. Der Northern District Court of California hat entschieden, dass der Rauswurf rechtens war.

Im Verfahren wurde deutlich, dass Teamchef Russell Coutts eigentlich aus Altersgründen ohnehin nicht mit dem 40-Jährigen verlängern wollte. Der habe aber seine Fitness im Vergleich mit der Konkurrenz im Team gezeigt.

Und als ehemaliger Weltklassesegler im Finn entspricht er wohl auch dem aktuellen Anforderungsprofil für die kleineren Katamarane. Auf denen ist kein Platz mehr für reine Muskelmaschinen. Ohne hochklassige seglerische Fähigkeiten geht es nicht.

34.000 Euro verlangt

Der Streit entzündete sich an zusätzlichen finanziellen Forderungen die Spooner wegen des notwendigen Umzugs nach Bermuda an seinen Arbeitgeber stellte. Statt umgerechnet 22.000 Euro im Monat wollte er 34.000 Euro verdienen, um die erhöhten Unterkunft-Kosten abdecken zu können. Dabei scheint er ein wenig zu hoch gepokert zu haben.

Nach einigen Vermittlungsversuchen wurde der Vertrag zum 31. Januar 2015 gekündigt. Dann wurde es fies und Spooner klagte. Per Verfügung sollte als Sicherheit sogar ein AC45 Kat an die Kette gelegt werden, bevor er nach Bermuda verschifft werden konnte.

Aber die Anweisung wurde wieder aufgehoben und auch Spooner hat nun seinen Prozess verloren. Sein Vertrag mit dem Oracle Team war offenbar nicht wasserdicht.

Der Fall hat besondere Aufmerksamkeit erlangt, weil deutlich wird, welche Gehälter zumindest der America’s Cup Sieger inzwischen für seine Segler zahlt. Schlecht geht es den Profis offenbar nicht. Allerdings ist das Job-Angebot auf diesem Niveau dann doch noch sehr dürftig.

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Carsten Kemmling

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