America’s Cup World Series: Die bodenlose Kanne erstmals im Mittleren Osten

Countdown läuft

America's Cup World Series, Oman

Cup-Verteidiger Oracle Team im Flugmodus © Martin-Raget

Das America’s Cup-Fieber hat Maskat, die Hauptstadt des Sultanats von Oman, erreicht. Die bodenlose Silberkanne ist am Arabischen Golf eingetroffen und ihre Jäger sind startklar. Dort hebt sich am Sonnabend (27. Februar) der Vorhang zur Louis Vuitton America’s Cup World Series 2016 und markiert zugleich ein historisches Erstereignis in der Sportgeschichte des Mittleren Ostens.

Die besten sechs Segelteams der Welt, darunter America‘s Cup-Verteidiger ORACLE TEAM USA, waren bereits im Sultanat gelandet, als der begehrte Cup von Oman Air offiziell eingeflogen wurde. Eine hochrangige Delegation mit Cup-Chef Russell Coutts an der Spitze, der ihn als Segler selbst dreimal und insgesamt fünfmal gewonnen hat, zelebrierte am Flughafen von Maskat einen „Staatsempfang“ für die Trophäe, die anschließend mit allen Skippern zum Fotoshooting in die altehrwürdige Große Sultan-Quabus-Moschee gebracht wurde. „Die reiche maritime Erbe des Omans ist bei Land und Leuten überall zu spüren“, so Coutts, „das Ambiente könnte nicht besser sein für dieses Event.“

America's Cup World Series, Oman

Schon die Starts dürften wieder mehr reichlich spektakulär werden © Martin-Raget

Erstmals im Mittleren Osten

Die Syndikate, die im Juni 2017 in Bermuda nach dem America’s Cup greifen wollen, haben ihre Basislager in Al Mouj vor den Toren von Maskat aufgeschlagen. Dort treffen sie ihre letzten Vorbereitungen auf den Jahressaisonstart an diesem Wochenende. Coutts: „Voriges Jahr haben wir drei verschiedene Sieger gesehen. Und ich würde mich nicht wundern, wenn diesmal noch ein anderes Team ganz oben mitmischt, vielleicht Dean Barkers SoftBank Team Japan.“

Die Segelfans im Oman erwartet ein unvergessliches Festival. Es ist das erste Mal, dass eine Regatta rund um den America‘s Cup im Mittleren Osten stattfindet. Für die Region bedeutet dies einen signifikanten Schritt vorwärts im Bestreben, anerkannter und begehrter Gastgeber für die „Kronjuwelen“ der Sportevents zu werden. Seit acht Jahren schon führt die Kampagne Oman Sail ihre Heimat an den Segelsport heran und lenkt den internationalen Blick aufs Land als hochkarätiges Sport- und Tourismusziel.

America's Cup World Series, Oman

Das Sultanat ist reichlich stolz darauf, als erstes Land im Mittleren Osten “die Kanne” zu beherbergen. Wenn auch nur für kurze zeit… © oman sail

Im Regattadorf auf dem Eventgelände von Al Mouj werden die Besucher am Sonnabend und Sonntag die spektakulären, „fliegenden“ Katamarane des America‘s Cup hautnah erleben. Die sogenannten AC 45 Foiler erreichen so eindrucksvolle Geschwindigkeiten, indem sie nicht selten zwei- bis dreimal schneller als Wind sind. Ihre Tragflächentechnik, mit der sie über die Wasseroberfläche abheben, hat den Segelsport revolutioniert.

In Lauerstellung

Auch deren „Piloten“, einige die fittesten und begabtesten Segler der Welt, kommen für die Zuschauer in greifbare Nähe. Jeden Tag werden die sechs Mannschaften aus Frankreich, Schweden, den USA, Großbritannien, Japan und Neuseeland dem Publikum im Rahmen einer Show auf einer Bühne präsentiert, gefolgt von einer Auslaufparade der Boote, bevor diese zum Regattakurs aufbrechen. Dort sind an beiden Tagen zwischen 11 und 12.30 Uhr deutscher Zeit jeweils drei Wettfahrten geplant. Die Siegerehrung findet am Sonntag im Anschluss statt.

Die Louis Vuitton America‘s Cup World Series Oman ist der Start in die 2016er-Saison. Die weiteren Runden finden in New York und Chicago (beide USA), Portsmouth (Großbritannien) und Toulon (Frankreich) statt. Das Emirates Team New Zealand, geskippert von Peter Burling, führt die Serie derzeit vor Jimmy Spithills ORACLE TEAM USA und dem britischen Team Land Rover BAR unter Skipper Sir Ben Ainslie an. „Die Leistungsdichte ist sicher noch enger geworden“, glaubt Cup-Verteidiger Spithill, „hier wird jeder Fehler sofort bestraft werden. Aber wir sind nach der langen Winterpause heiß, wieder aufs Wasser zu gehen und uns mit den Herausforderern zu messen.“

In Lauerstellung hinter dem Podium will Artemis Racing aus Schweden das Momentum aus dem Sieg in Bermuda vorigen Oktober nutzen. „Es läuft bei uns immer besser“, sagt Skipper Nathan Outteridge, „wir haben uns im vergangenen Jahr kontinuierlich gesteigert. Das müssen wir nur fortsetzen. Seitdem gab es allerdings wenige Trainingseinheiten auf dem Wasser. Also müssen wir nur gut erinnern, was wir in Bermuda alles richtig gemacht haben. Es tritt die Stammmannschaft aus dem Vorjahr an, die das Abschlusstraining am Freitag als letzten Test nutzen wird.“

America's Cup World Series, Oman

Eins ist sicher: Es wird nass! © martin-raget

Das Groupama Team France muss ohne seinen Skipper Franck Cammas segeln, der nach einer schweren Fußverletzung, die er sich beim Training im Dezember zugezogen hatte, immer noch nicht wieder im Vollbesitz seiner Kräfte ist. Am Steuer vertritt ihn der Neuseeländer Adam Minoprio, während Cammas vom Begleitboot aus als Coach dabei ist.

Ohne Franck Cammas

Dean Barkers SoftBank Team Japan war seit dem vergangenen Event in Bermuda in intensivem Training. Auf seinem neuen AC 45 Turbo wurden die japanischen Segler Yugo Yoshida und Yuki Kasatani in die Crew integriert. Barker war vor Jahren Nachfolger von Russell Coutts als Steuermann bei den Neuseeländern und wechselte nach seiner dramatischen Niederlage (nach 8:1-Führung noch 8:9) im vergangenen Cup-Finale zu den Japanern.

Den besten Ausblick auf die Action auf dem Wasser bietet der 2,5 Kilometer lange Golfkurs von Al Mouj entlang der naturbelassenen arabischen Küste. Von dort aus verpassen die Zuschauer keine Wende und keine Halse. Wer mehr wissen will über die Mannschaften, die Rennen und den America‘s Cup, lauscht den Experten als Kommentatoren. Sie werden Raumgewinne und -verluste während der Positionskämpfe genau analysieren und deren Bedeutung für die Finals der Herausforderer 2017 in Bermuda erläutern.

Wo und wann?

Ihre Einblicke werden live auf einen Jumbobildschirm in der Fanzone im Regattadorf übertragen. Dort laufen zudem Eventhöhepunkte und landestypische Unterhaltung. Doch auch die Fans in Europa können die Ereignisse übers Internet live verfolgen. Über den AC+ Service der America‘s Cup App, der auf www.americascup.com oder Kanäle von Oman Sail und America‘s Cup in den sozialen Netzwerken heruntergeladen werden kann, ist jedermann dabei. Den Link zur kompletten Liste gibt es hier: https://www.americascup.com/en/where-to-watch.html.

Der österreichische Sender Servus TV sendet am Samstag und Sonntag morgens: Die Races starten jeweils  11.00 Uhr deutscher Zeit. Servus TV überträgt Samstag und Sonntag von 11.00 bis 12.30 Uhr.

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