America’s Cup World Series Plymouth: Start der Live Übertragung: 15 Uhr 10

Die zweite Chance

Der AC-Zirkus ist in Plymouth angekommen und hofft auf starken Wind. "Artemis" steckt schon mal spektakulär die Bugspitzen ins Wasser. © 2011 ACEA

Die Macher der America’s Cup World Series haben in dieser Woche eine weitere Chance, das Publikum von der Attraktivität der neuen Cup-Regatten zu überzeugen. In Plymouth startet ab heute (Samstag) 15:10 die Live-Berichterstattung, die im Internet verfolgt werden kann.

Dabei soll die deutsche Segel-Community offenbar nicht vollständig vernachlässigt werden. Die Pressemitteilungen gibt es inzwischen auf Deutsch (s.u.) und der Pay TV-Sender Sport1+ hat die Berichterstattung über die America’s Cup World Series ins Programm aufgenommen.

In Plymouth hoffen die Organisatoren auf den vorhergesagten starken Wind soll bei der Produktion spektakulärer Bilder helfen. Die ersten Testregatten hat Russell Coutts gewonnen. Aber auch die Franzosen von Team Energy sahen gut aus.

Loick Peyron pflügt mit seinem Energy Team durch das trübe Wasser vor Plymouth. © 2011 ACEA

Die Pressemitteilung: Der Wetterbericht für den Start in die America’s Cup World Series – Plymouth verspricht Winde am oberen Limit für eine Regatta und damit spektakuläre Rennen am Samstag. Windstärken von 20 bis 30 Knoten werden erwartet und den Renncrews auf ihren AC45-Katamaranen mit Tragflächensegel alles abverlangen.

Am Freitagvormittag stellten sich alle neun Skipper den Medienvertretern bei einer Pressekonferenz, in der die Intensität der Wettfahrten ein großes Thema war. Im Rahmen der America’s Cup World Series in Plymouth kommen viele der besten Segler der Welt auf kurzen und herausfordernden Regattakursen zusammen, die für enge und actionreiche Rennen direkt vor der Küste sorgen werden. Zuschauer können die Regatta vom „Plymouth Hoe” wie von einer natürlichen Tribüne aus verfolgen.

„Wenn der Wind wirklich so stark wird, dann dürften wir sehr aufregende Wettfahrten erleben”, sagte Emirates Team New Zealand Skipper Dean Barker. „Da kommt Einiges auf die Jungs zu, das Adrenalin steigt schnell am oberen Ende der Skala (der Windgeschwindigkeit)… Auf diesen Booten ist es ein schmaler Grad zwischen Rennsport und Überlebenskampf. Ich bin mir sicher, bei Starkwind werden wir viel geboten bekommen.”

Angekommen in England. Oracle segelt bei typischem Nebelwetter. © 2011 ACEA

Die Regatta beginnt am Samstag, den 10. September, mit den Plymouth AC Preliminaries um 14.10 Uhr Ortszeit (15.10 Uhr MESZ). Drei Fleet Races und der Plymouth AC500 Speed Trial stehen auf dem Programm. Für den Sonntag ist ein längeres Fleet Race angesetzt. Nach zwei rennfreien Tagen wird von Mittwoch bis Sonntag, den 18. September, wieder gesegelt.

Alle Rennen können live verfolgen werden

Mit der America’s Cup World Series richten sich alle Augen der Segelwelt neun Tage lang auf Plymouth. Der Vorsitzende des Stadtrats von Plymouth, Councillor Vivien Pengelly, sagte: „Mit großer Freude sind wir Gastgeber für so einen großartigen Event, in der ganzen Stadt ist die Vorfreude spürbar. Die ökonomischen Vorteile für die Stadt durch die World Series könnten in Millionenhöhe ausfallen.“

Stimmen der Skipper:

James Spithill, ORACLE Racing Spithill: „Was diese Boote vor dem Wind sehr interessant macht, ist, dass es viele Überholmöglichkeiten gibt und dass man als führendes Boot sehr aufmerksam segeln muss. Das ist sehr schwierig…Doch die gute Nachricht ist: Wir sehen viele Überholmanöver, das war in der Vergangenheit anders.”

Terry Hutchinson, Artemis Racing, der seine in kurzen Rennen am Limit arbeitenden Crew nicht zu sehr kritisieren möchte: „Es ist manchmal schwer. Bei den Manövern bin ich eine Art Zuschauer, da ist es leicht, Kritik zu üben. Aber man beißt sich auf die Zunge, weil man ja weiß, dass alle an ihren Grenzen schuften. Alle vier Crewmitglieder hatten den Puls gestern im Training am Anschlag. Das 15 Minuten durchzuhalten, wird hart. Aber es wird für Spannung sorgen, jeder Fehler wird teuer.“

Bertrand Pacé, Aleph, über den „neuen“ America’s Cup: „Das ist eine neue Art des Segelns. Es ist ein neuer America’s Cup, ein neues Event. Dies tut dem Sport gut, und ich bin froh, dabei zu sein. Ich bin 50 Jahre alt und entdecke eine neues Boot und eine neue Art des Segelns, das ist sehr aufregend.“

Charlie Ogletree, China Team, über seine neue Rolle als Skipper und den neuen Steuermann Andreas Hagara: „Wie bei jedem anderen professionellen Sportteam auch ist das Management immer auf der Suche nach der besten Kombination von Athleten, um seine Ziele zu erreichen. Dass Andreas nicht unter dem Druck steht, Skipper zu sein, hilft ihm, sich auf seine Aufgaben als Steuermann zu konzentrieren. Ich fungiere als Skipper und Taktiker.“

Dean Barker, Emirates Team New Zealand, der von überraschungsreichen Rennen ausgeht: „Wir segeln unter Land, das heißt wechselhafte und herausfordernde Bedingungen. Es wird also große Unterschiede geben. Auf dem Rennkurs kann man viel Boden verlieren oder gutmachen. Man versucht, sein Bestes zu geben und das Beste aus jeder Situation zu machen, aber ich bin sicher, dass wir auch Wettfahrten erleben werden, in denen es gegen uns läuft.“

Loick Peyron, Energy Team, über den Weg zum Erfolg: „Wenn man schnell segelt, fühlt man sich viel intelligenter. Doch alles passiert sehr schnell: Diese Boote sind schnell, die Kurse kurz, also geht alles rasend schnell: Fehler geschehen genauso plötzlich wie gute Dinge. Manchmal liegt man überraschend gut im Rennen. Manchmal ist man einfach nur glücklich mit seiner Position, obwohl man sich die gar nicht ausgesucht hat… Man braucht Speed, gute Entscheidungen, Intelligenz und Glück!”

Vasilij Zbogar, Green Comm Racing, über sein Kentern in dieser Woche: „Als wir gekentert sind, habe ich plötzlich unsere ganzen Sandwiches im Wasser gesehen. Wir waren umzingelt von Sandwiches! Nun, da wir also gekentert sind, können wir das von der Liste streichen. Gestern sind wir wieder gesegelt und hatten schon viel mehr Selbstvertrauen, trotzdem müssen wir bei mehr als 20 Knoten Wind immer noch sehr vorsichtig sein. Wir segeln dauernd am Limit…”

Chris Draper, Team Korea, ist beeindruckt davon, wie kurz die Kurse im Innen des Plymouth Sound sein werden: „Ich weiß, dass unser neues Crewmitglied nicht so begeistert war. Das ist verdammt kurz, die Jungs werden ganz schön ins Schwitzen kommen. Bei drei oder vier Rennen am Tag wird Einiges los sein. Es wird Spaß machen, aber auch sehr anstrengend werden.”

Russell Coutts, Skipper, ORACLE Racing Coutts, der es vermeiden möchte, noch einmal wie beim Matchracing in Cascais von einem Underdog wie dem Team Korea aus dem Wettbewerb geworfen zu werden: „Zu sagen, wir wären enttäuscht gewesen über diese Niederlage, ist eine Untertreibung. Trotzdem war es so, dass wir einfach nicht gut genug gesegelt sind, um zu gewinnen. Man kann gegen jedes Team verlieren, insbesondere wenn man sein Potenzial nicht voll abruft. Ein sehr erfahrener America’s-Cup-Segler sagte mir einmal: Eine gutes Finish ist besser als ein guter Start – und das Team Korea hatte an jenem Tag das bessere Finish.”

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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