America´s Cup: 505er Meisterin Meike Schomäker segelt AC45 Kat

"Ich saß in der ersten Reihe..."

Meike Schomäker mit Helm und Neo testet in Auckland das Umpire System per Jet Ski. © Schomäker

Die beste 505er Steuerfrau der Welt Meike Schomäker aus Kiel hat einen Abstecher nach Auckland gemacht, um dort mit den neuen Flügelkatamaranen AC45 zu segeln und das neue Schiedsrichter-System zu testen. SR befragte sie nach ihrer Rückkehr.

Der Kontakt kam über den Amerikaner Mike Martin zustande, dem 505er Weltmeister 2009. Martin nennt sich inzwischen Director of Umpiring and Rules Administration of the 34th America’s Cup by America’s Cup Race Management (ACRM). Das heißt, er entwickelt maßgeblich das neue Schiedsrichter System beim Cup.

“Nachdem Mike gefragt hatte, habe ich meinen Urlaub downunder zwei Wochen verlängert. In Auckland habe ich dann viele Positionen testweise durchlaufen. Von der Umpire Basis an Land bis zum Jet Ski auf dem Wasser. Da wird noch viel probiert. Die endgültige Lösung ist noch in Arbeit. Es ist noch nicht klar, ob die Jet Skis wirklich zum Einsatz kommen.

Mike Schomäker rast mit ihrem Jet Ski den AC45 Katamaranen hinterher. © Martin-Raget/americascup.com

Es war aufregend die Boote hautnah vom Jet Ski zu erleben. Unglaublich, wie dynamisch die Boote trotz ihrer 45 Fuß segeln. Sie gleiten nahezu geräuschlos durchs Wasser. Man muss auf dem Jet Ski gut aufpassen, was um einen herum passiert, um nicht in den Weg zu geraten.

Es war eine spannende Herausforderung, mit dem Jet Ski den Booten hinterherzukommen, zugleich das Geschehen zu beobachten und an Land zu funken. Bei der Kenterung von Spithill saß ich `in der ersten Reihe´. Echt eine spektakuläre Szene.”

Der Schiedsrichter auf dem grünen Jet Ski muss aufpassen, dass er rechtzeitig aus dem Weg kommt. © Martin-Raget/americascup.com

Aber Meike ist auch auf den neuen “Cuppern” gesegelt. “Ich war an Bord des ACRM-Bootes, durfte das Flügelprofil trimmen und die Backstagen fahren. Die AC45 sind wirklich spektakuläre Boote. Sie reagieren sehr schnell und wendig. Die Vorstartszenen sind spannend. Es geht sehr eng zu.

Zugleich sind die Boote aber gut kontrollierbar und ausbalanciert. Die Profis sagen, das sei besser als bei den Extreme40. Für mich war diese wahnsinnige Beschleunigung und das sehr athletische Segeln ein tolles Erlebnis.  Bei 15 Knoten Wind und Sonnenschein vor der City of Sails, genial.

Nachts liegen die Schiffe zum Teil mit gestelltem Flügel an der Mooringtonne. Ein nettes Bild vor der Skyline von Auckland.”

Der Schieri auf dem wendigen Jet Ski gehört zum neuen Gesicht des 34. America´s Cups. Aber es ist noch nicht klar, ob er wirklich zum Einsatz kommt. © Martin-Raget/americascup.com

Meike betont, dass es ihr großen Spaß gemacht hat, in die AC-Welt reinschnuppern zu dürfen. “Vieles wird noch getestet. Man wird sehen wie sich zum Beispiel die Kursgrenzen machen. Das verspricht meines Erachtens aber enge Rennen, viele Manöver, da kein `Ecken-Geheize´ möglich.

Ich bin gespannt wie sich alles entwickelt. Möglicherweise ergeben sich daraus völlig neue Standards im gesamten Segelsport. Auf jeden Fall verleihen die AC45 dem America`s Cup ein neues Gesicht: Aufregende, enge Rennen mit One Design-Speedmaschinen auf zwei Kufen. Man kann es sich gut ansehen.”

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Carsten Kemmling

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2 Kommentare zu „America´s Cup: 505er Meisterin Meike Schomäker segelt AC45 Kat“

  1. avatar Holger sagt:

    hoffe ich muss jetzt keine starren Flügelmast für unseren neuen 505er bauen………..

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  2. avatar Plan B sagt:

    @Holgi: Wenigstens bräuchte es kein Cunningham und Rentnerstrippchen mehr 🙂

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