America’s Cup Plymouth: GreenComm kentert, Österreicher Hagara steuert Chinesen

Umgefallen

Fünf Tage vor dem zweiten America’s Cup Act in Plymouth hat das spanische GreenComm Team erstmals seinen Masttopp gewässert. Der AC45 Katamaran kenterte in einer Böe, als die Crew relativ weit vorne auf dem Schiff arbeitete, um den Gennaker zu bergen. Der Leeschwimmer unterschnitt.

Der slowenische Steuermann Vasilij Zbogar erklärt, dass sie wohl beim ersten Trainingstag nach Cascais noch nicht aufmerksam genug gewesen seien. Besonders das Umfallen in der Nähe zur Felsenküste habe die Situation gefährlich gemacht. Schließlich seien aber nur zwei Verstrebungen am Flügel-Topp gebrochen.

“Blöd, dass das am Anfang des Trainingstages passiert ist”, sagt der zweimalige Laser Olympiamedaillen-Gewinner Zbogar. So kostet ihn das Missgeschick zwei wichtige Trainingstage.

Denn die Konkurrenz übt schon intensiv auf dem Wasser. Oracles Trainingsstart hat sich zwar auch verzögert, weil die zwei Kats wegen stürmischen Windes nur verspätet vom Frachter geladen werden konnten, aber der Rest der Flotte ist schon aktiv.

Besonders das chinesische Team arbeitet hart, um das Schiff in Fahrt zu bringen. Denn der erfahrene Australier Mitch Booth ist nach dem letzten Platz in Cascais als Steuermann von Bord genommen worden. Der Österreicher Andreas Hagara, der eine Zeitlang mit seinem Bruder erfolgreich Tornado gesegelt ist, übernimmt das Steuer. Der US-Taktiker Charlie Ogletree, Tornado Silber-Gewinner 2004, wurde zum Skipper befördert.

Hagara, der eigentlich einen Golfplatz am Attersee leitet, ist eine überraschende Lösung für die Chinesen. Denn eigentlich hätte Bruder Roman an der Pinne näher gelegen. Der zweifache Olympiasieger ist bei der Extreme Sailing Series für Red Bull am Start.

Aber auch Andreas segelt seit vielen Jahren auf höchstem Niveau Katamaran. 1987 wurde mit seinem Bruder an der Vorschot Tornado Weltmeister. Und nach der Trennung des Bruder-Teams wurde Andreas Hagara mit neuem Vorschoter noch einmal Vize-Weltmeister 1999 hinter seinem Bruder.

Skipper Ogletree sorgte 2008 für Aufsehen bei den Olympischen Spielen in Qingdao, als er mit Steuermann Johnny Lovvell einen flach geschnittenen Gennaker als Geheimwaffe einsetzte, der bei dem erwarteten Leichtwind effektiv an der Kreuz gesegelt werden sollte. Es funktionierte allerdings nicht. Das Team segelte hinterher.

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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