America’s Cup: Video beweist, Flug-Kats sind kein Fake; Oracle fliegt mit AC45

Die fliegenden Cupper

Jimmy Spithill übt mit dem AC45 Flügel am Schwert. © Guilain Grenier / Oracle Team USA

Jimmy Spithill übt mit dem AC45 Flügel am Schwert. © Guilain Grenier / Oracle Team USA

Die ersten Bilder des fliegenden neuseeländischen AC72 Katamarans sorgten in der internationalen Segelszene noch für Unglauben. Da die Herkunft der Bilder ungewiss war und im America’s Cup mit dem Bau der AC72 nun die Spionage- und Gerüchte-Phase begonnen hat, wurde schon gemutmaßt, dass es sich um eine bewusste Photoshop-Täuschung der Kiwis handeln könnte.

Inzwischen ist aber klar, dass es sich nicht um ein Fake handelt. Ein Video des neuseeländischen Fernsehens zeigt die Kiwis in der Flugphase. Alle Teams arbeiten fieberhaft am Beherrschen der neuen Flugtechnik, die als Schlüssel für den Erfolg gilt.

Luna Rossas Entwicklungschef Matteo Plazzi sagte am Rande der World Series in San Francisco: “Wir alle müssen das versuchen. Das ist kein Geheimnis. Die Frage ist, ob es auf einem gesamten Rennkurs schneller ist.” Denn die Foils sollen an Ruder und Schwert schneller vor dem Wind sein, aber sie bremsen auf dem Kreuzkurs.

Problematisch an der neuen Technik ist die America’s Cup Regel, die bewegliche Teile unter Wasser stark limitiert. So können die Flügel der Flug-Motten nicht zum Einsatz kommen. Deren T-Foil am Schwert ändert automatisch den Anstellwinkel und kontrolliert damit die Flughöhe.

Oracle Racing hat schon das Konstruktions-Limit seines L-Foils erlebt, als das Kohlefaser-Profil beim ersten Test abbrach. Die AC72 Testphase ist so lange auf Eis gelegt, bis ein neuer Flügel bereit steht.

So berichtet Jimmy Spithill: “Weil das Training mit dem großen Boot pausiert, segeln wir weiter mit den AC45 Kats, um Feedback für das Design des zweiten AC72 geben zu können.” Dazu stellt er eine Bilderserie, die zwei Oracle AC45 mit ihren Foils im Flugeinsatz zeigen.

Video mit erstem Stecker vom Kiwi AC72:

 

 

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Carsten Kemmling

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14 Kommentare zu „America’s Cup: Video beweist, Flug-Kats sind kein Fake; Oracle fliegt mit AC45“

  1. avatar Marc sagt:

    gerade auch das Flugvideo über den AC Facebookchannel gesehen(SR ist echt schnell*Daumen hoch*).

    http://tvnz.co.nz/sailing-news/team-nz-s-new-catamaran-in-full-flight-video-5066890

    Schon geil, das sie mit beiden Rümpfen aus dem Wasser kommen.
    Nun weiß man auch warum die Kiwis schon vorher so ein Motorboot gekauft haben 😉
    http://www.youtube.com/watch?v=dP79pf2ok_Q
    Alles andere käme nicht mit. 58 kn wären allerdings gut 107 km/h. Die schaffen die AC72 glaube ich nicht. Dann wäre sogar die L’hydroptère geschlagen.

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  2. avatar Johannes sagt:

    Fly Emirates… bekommt so eine ganz neue Bedeutung.

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  3. avatar SR-Fan sagt:

    hm, sehe ich das richtig – 4 x 300 PS? Ach, ich glaub die machen auch Spaß …

    VG

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  4. avatar laserrecke sagt:

    Das zum Thema 4 x 300 PS…. http://www.youtube.com/watch?v=dP79pf2ok_Q&feature=related

    der inhaber der werft, die das ding gebaut haben, ist mit ETNZ um die welt gesegelt…

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  5. avatar TBC sagt:

    Und für 58 kn brauchen die 4 x 300 PS? Buhhhh….das bekommt man doch schon mit viel weniger Leistung hin……

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    • avatar Marc sagt:

      Wie in der Videobeschreibung zu sehen: Anforderung war neben der Begleitung(Speed) auch einen AC72 ziehen zu können mit 24kn.

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      • avatar SR-Fan sagt:

        Auch wenn ich es gelesen haben – glauben kann ich es nicht. Die wollen den AC72 mit 24 kn ziehen? Was soll das denn? Wenn er das aushält, könnten sie ihn bestimmt noch etwas leichter bauen. Die kalkulierten Riggkräfte laufen ja im 90 Grad Winkel zur Zugrichtung des Bootes in die Rümpfe.

        VG

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        • avatar T.K. sagt:

          ggf ist 24 kn die Zielgeschw. bei der der AC72 bequem über den Wasser fliegt. Dann könnte man ohne “Segel” reichlich Tests durchführen (Anstelwinkel Schwerter etc). Sozusagen Schlepptankversuche im Massstab 1:1. In Anbetracht der verbleibenden Zeit evtl. eine sinnvolle Investition. Immerhin gibt es bei den Motten die Tragflügel schon einige Jahre und trotzdem sind die Steigerungspotenziale immer noch sehr sehr hoch. Will heissen, je mehr Flugerfahrung man hat, desto schneller wird man.

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  6. Ich glaube, dass die PS zahl für das aufrichten des AC 72 gebraucht werden / würden. Im Etnz Blog gab es mal ein Video, wo sie am Pier die benötigten Kräfte gemessen haben, um sicher zu gehen, dass sie eben einen AC 72 wieder aufrichten können. Dafür ist die PS- Zahl dann evtl notwendig…

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  7. avatar andreas borrink sagt:

    Wahnsinn! der tasker flippt ja fast aus, und der hat bestimmt schon einiges gesehen….

    können die amis das auch? das bißchen fliegen mit dem 45er gilt nicht!

    was haben die kiwis eigentlich für foils, hat die schon einer gesehen? auch “L”??

    mal sehen, wann der erste überschlag kommt und ob die dinger das abkönnen oder sich völlig zerlegen. ich begreife ja immer schon nicht, dass so ein AC45 das ohne bruch übersteht! hoffentlich gibts keine verletzten; die flugwege bei 72 fuss werden deutlich länger……..

    PS: wen interessiert eigentlich die PS Zahl vom chaseboat? Sind wir nicht alle Segler?

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