America´s Cup: Vinzenzo Onorato wirft mit Mascalzone Latino das Handtuch

"Go to hell..."

Vincenzo Onorato (r.) beim Unterzeichnen als erster America´s Cup Herausforderer. Seine Miene scheint Vorahnung auszudrücken. © Martin-Raget/americascup.com

Wow, eben noch gemutmaßt, nun ist es real. Mascalzone Latino hat endgültig das Handtuch geworfen. „Mit tiefer Traurigkeit“, hat Vinzenzo den Rücktritt seines Teams vom 34. America´s Cup angekündigt.

„Larry mag Italien sehr und er mochte diese Idee“, erklärt der Reeder. Es habe einige wichtige Meetings gegeben, die glauben machten, dass Mascalzone den Traum hätte realisieren können. „Aber die Dinge verliefen dann anders.“

Er habe als Challenger of Record in aller Bescheidenheit neben Oracle gearbeitet und sei mit dem Ergebnis zufrieden. Der einzige, wahre Feind des nächsten Cups sei die Wirtschaftskrise. Deshalb sei es so schwierig, Sponsoren zu finden.

„Wir können kein Budget erreichen, das uns zu einem wettbewerbsfähigen Team macht….Ich möchte gewinnen. Ich bin nicht an einer hoffnungslosen Herausforderung interessiert.“

Bild aus besseren Tagen. Onorato (l.) und Coutts hatten sich noch lieb. © americascup.org

Das Erstaunliche an der Erklärung des Italieners ist der moderate Ton seines Abgesangs. Vorher hatte er mehrfach seinen Ärger über die teure Entwicklung beim Cup Luft gemacht, sich erbost von Russell Coutts RC 44 Serie zurück gezogen und auch seinen ex Taktiker Vasco Vascotto externen Druck aufbauen lassen.

Möglicherweise hatte Onorato durch die öffentliche Quängelei noch auf eine Finanzspritze von Ellison gehofft. Schließlich war Onorato einer der frühen Weggefährten in der PR- und Gerichts-Schlacht gegen Alinghi. Nach dem Sieg von Ellison vor Gericht hatte sich der streitbare Italiener zu dem Spruch hinreißen lassen: „Go to hell, Alinghi“.

Aber Ellison fühlte sich offenbar nicht verpflichtet, dem schwächelnden Partner nun auf die Beine zu helfen. Der nächste Challenger of Record ist jetzt das schwedische Artemis Team.

Onorato hat zurzeit keinen einfachen Stand in der Segelwelt. Er legte sich auch mit Audi an bei der Audi Melges 32 Serie, indem er einer Preisverteilung fern blieb. In einem offenen Brief erklärte er, dass sich Audi gegen die Öffnung seiner Segelschule für benachteiligte Kinder gewandt und eine vertraglich zugesicherte Summe nicht bezahlt hätte.

Bei der nächsten Melges 32 Regatta in Scarlino nahm er zwar wieder teil mit dem erfolgreichen Taktiker Francesco Bruni, landete aber nur auf einem für ihn enttäuschenden achten Platz.

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Carsten Kemmling

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