America’s Cup World Series Plymouth: Artemis und Korea stark

Oracle im Abwind

Am ersten Tag der Fleetrace-Serie, die über die Setzliste bei den späteren Match Races entscheiden soll, sorgte leichter drehender Wind für spannende Verschiebungen im Feld. Artemis Racing mit Doppelolympiasieger Ian Percy als Taktiker, der die Starboot EM in der vergangenen Woche wegen einer Fußverletzung hatte abbrechen müssen, liegt in Führung nach der Serie 1/4/1. Korea ist dritter und Spithill liegt nur auf Rang sechs.

Die beiden Oracle Teams segeln trotz Wind-Unterstützung vom Hubschrauber am dritten Renntag in Plymouth hinterher. © ACEA/Gilles Martin-Raget

Die Pressemitteilung: Eine leichtere Brise als zuletzt brachte heute zum Start der Plymouth Match Racing Championship andere Teams an die Spitze des Klassements. So gewann Artemis Racing zwei der drei Fleet Races. Bei strahlendem Sonnenschein über dem Plymouth Sound wurden die Zuschauer auf dem Hoe mit einigen Aufregern, Überholmanövern und Rennsiegen nach Rückstand verwöhnt.

Die schnell lernenden Herausforderer stellten unter Beweis, dass sie mit den Besten mithalten können, wenn es – anders als am vergangenen Wochenende bei stürmischer Brise – nicht so sehr um die Kontrolle des Bootes, sondern mehr um taktisches Geschick bei Leichtwind geht. Terry Hutchinsons Team Artemis Racing war dabei eine Klasse für sich, und auch einige weitere der „neuen“ Teams zeigten immer wieder brillante Momente.

Bei weniger Wind sorgten deutliche Verschiebungen im Feld für Spannung. © ACEA/Gilles Martin-Raget

„Wir haben am Start und bei den Positionskämpfen jetzt mehr Selbstvertrauen“, sagte Terry Hutchinson. „Alles in allem war heute ein guter Tag. Es sieht so aus, als seien wir ziemlich schnell unterwegs, das ist eine schöne Sache.“

Das Energy Team hatte die erste Wettfahrt lange angeführt, wurde aber kurz vor dem Ziel noch von Artemis überholt. Im zweiten Fleet Race glänzte das Team Korea, das sich durch die gesamte Flotte arbeitete, auch noch das Emirates Team New Zealand abfing und einen für die Moral sehr bedeutsamen Sieg feiern konnte.

„Wir haben die Winddreher prima ausgesegelt“, sagte Team-Korea-Skipper Chris Draper. „Da hat alles gepasst. Angesichts der engen Kursgrenzen hat man kaum eine Chance mehr, wenn man aus dem Rhythmus der Dreher kommt.“

Die Briten finden Gefallen am neuen Rennformat des America's Cups. © ACEA/Gilles Martin-Raget

Das dritte Rennen begann damit, dass das Emirates Team New Zealand einen ungewohnten Fehler machte und gemeinsam mit Aleph zu früh über die Startlinie segelte. Beide Teams mussten noch einmal zurück und waren fortan in der Verfolgerrolle. Während das französische Team von Skipper Bertrand Pacé nur wenig Boden gut machen konnte, erwischte Dean Barker mit seinen Neuseeländern ein paar Dreher und Böen perfekt und segelte mit einer der beeindruckendsten Leistungen des Tages noch bis auf den zweiten Rang hinter Artemis Racing nach vorn.

Überraschenderweise hatte die beiden ORACLE Racing Teams heute Probleme und finden sich im Zwischenklassement vorerst auf den Plätzen fünf und sechs wieder. James Spithill und seine Crew führten die erste Wettfahrt zwar zwischenzeitlich an, kamen aber nicht über Rang drei hinaus. Es sollte das beste Resultat des Tages für Spithill bleiben.

China Team und Green Comm Racing – beide Teams hatten die Nacht größtenteils damit verbracht, verschiedene Reparaturen an ihren Booten durchzuführen – stehen am Ende des Klassements.

„Wir sind sehr froh, dass wir nach der Kenterung gestern überhaupt am Start waren. Es war ein hartes Stück Arbeit”, sagte China-Team-Skipper Charlie Ogletree. „Wir waren heute etwas langsam. Die Bedingungen waren ganz anders, und die anderen Teams haben darauf eine bessere taktische Antwort gehabt, als wir.“

Die Vorrunde der Plymouth Match Racing Championship wird am morgigen Donnerstag um 14.10 Uhr Ortszeit (15.10 Uhr MESZ) fortgesetzt. Es stehen drei Fleet Races auf dem Programm.

Ergebnisse

Eventseite

Full Replay vom dritten Renntag in Plymouth:

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
Spenden
https://yachtservice-sb.com

Ein Kommentar „America’s Cup World Series Plymouth: Artemis und Korea stark“

  1. avatar stefan sagt:

    …es zeigt sich, wer heute dabei ist wird sich einen Erfahrungsvorsprung bei dieser Art von Booten erarbeiten, der sich über Jahre hin auszahlen wird. Alle die nicht dabei sind werden auch in den kommenden Jahren nur schwer den Fuss in die Tür bekommen. Schade, hierzulande jammert man lieber über die Vergangenheit.

    Wer nicht startet, kann auch nicht stürzen. Und Idioten sind die die abseits stehen.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 11 Daumen runter 6

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *