Louis Vuitton Trophy in Bildern

Auch Bleitransporter können sexy sein. Kiwis siegen im Finale

Tanz über den Wolken. Die Windspotter suchen von ihrem "Krähennest" aus nach dem schnellsten Weg auf dem Wasser. © Paul Todd/outsideimages.co.nz | Louis Vuitton Trophy

Bei der Louis Vuitton Trophy haben die Neuseeländer Mascalzone Latino im Finale mit 2:0 besiegt. Das erste Duell war hart umkämpft und sah zwei Führungswechsel. Das Entscheidungsrennen ging danach aber deutlich an die Kiwis, die gegen das zweite italienische Team Azzurra im Halbfinale mehr Probleme hatten.

Sie verloren das erste Rennen trotz klarer Führung am Start und trotz eines Penalties gegen Azzurra. Unglaublich! Dann handelten sie sich im zweiten Rennen einen Vorstart-Penalty ein. Das hätte das Aus sein müssen. An der letzten Luvtonne lagen die Kiwis zwar vorne, aber der Abstand reichte nicht. Erst auf den letzten Metern des Vorwindkurses sammelten sie die entscheidenden Meter ein. Sie drehten den Strafkreis um die Zieltonne und siegten mit einer Sekunde Vorsprung! Der nötige dritte Sieg zum 2:1 fiel danach relativ leicht.

Die Ergebnisse zeigen, dass am Ende siegte das einzige etablierte Team siegte, das in dieser Konstellation auch 2007 am Start war. Mascalzone Latino segelte zwar auch in Valencia, hat diesmal aber als Challenger of Record für den 34. America´s Cup ein völlig neues Team um den Neuseeländer Gavin Brady zusammen gebaut.

Die Flotte, die in Auckland an den Start ging dürfte der harte Kern des nächsten Cups sein. Entsprechend hoch war das Niveau dieser Regatta im Vergleich zu den vorherigen Louis Vuitton Veranstaltungen. Die Neuseeländer merkten das bei ihrem knappen Sieg. Aber besonders Karol Jablonski, der in Nizza mit seinen Russen noch Platz drei holen konnte, enttäuschte diesmal. In acht Duellen gelang ihm kein einziger Sieg.

Dafür ist die neue Hackordnung in der internationalen Segelwelt sichtbar geworden. Die Italiener von Azzurra haben schon gezeigt, dass Luna Rossa nicht mehr vermisst wird. Dazu hat Vinzenzo Onorato ein starkes internationales Team für Mascalzone Latino auf die Beine gestellt. Nach der sympathischen Lachnummer 2003 in Auckland und einem ordentlichen 5. Platz 2007 beim Louis Vuitton Cup 2007 will der Reeder nun offensichtlich mehr.

Die Engländer mit dem Team Origin sind besser als ihr schwacher sechster Platz ausdrückt. Dafür wird das Artemis Team des schwedischen Öl-Händlers Torbjörn Tornquist um die Amerikaner Paul Cayard und Terry Hutchinson eine große Rolle spielen. Die Franzosen um Betrand Pacé konnten einige Akzente sezten. Allerdings muss man abwarten, wie solide ihre Finanzierungsbasis ist.

Jochen Schümann kann mit dem Auftritt seines deutschfranzösischen Teams sehr zufrieden sein. Sebastian Col am Steuer zeigte sich stärker als zuletzt bei seinen internationalen Match-race-Auftritten. Es bleibt allerdings abzuwarten, wie lange die Franzosen es noch verschmerzen können, mit dem riesigen Adenauer am Heck zu segeln.

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
Spenden
http://blueocean.berlin/magicmarine-team-werden/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *