Harte Kreuz nach Flaute. Herrmann hält sich gut auf Platz fünf

“Aus der Hölle raus”

Breymaier und Herrmann haben das nervige Mittelmeer hinter sich gelassen © Marina Könitzer

Nach den ersten sechs Tagen des Barcelona World Races hat sich die vorläufige Hackordnung an der Spitze des Feldes etabliert. Die beiden französischen Favoriten-Teams Dick/Peyron und Desjoyeaux/Gabart fechten auf den ersten beiden Plätzen einen beinharten Zweikampf aus. Nach der nervenaufreibenden Flautensegelei im Mittelmeer prügeln sie ihre Open 60s jetzt gegen einen heftigen Südwester mit bis zu 30 Knoten an.

„Virbac-Paprec“ segelt dabei mit einem leichten Schrick knapp zehn Grad tiefer aber einen Knoten schneller als „Foncia“ und hat dadurch knapp 20 Meilen verloren. Peyron peilt eine Kaltfront an, um nach ihrem Durchzug die erwartete Winddrehung besser nutzen zu können.

Die Positionen am 6.1. Das Mittelfeld mit Boris Herrman (braun) liegt eng zusammen. "Hugo Boss" passiert als letzte Yacht Gibraltar

Deshalb hat auch der fünftplazierte Boris Herrmann leicht auf die Spitze aufgeholt. Der Rückstand beträgt jetzt 158 Meilen. Aber vier Gegner sitzen im Nacken. „Groupe Bel“ auf Platz neun hat nur einen Rückstand von 20 Meilen.

„Neutrogena“ hält sich bei den harten Amwind-Bedingungen aber gut. Auf diesem Kurs sollte das ältere, schwerere Schiff mit den neueren Designs mithalten können auch wenn der Kontrast zwischen Flaute und brutalem Amwind-Kurs kaum größer sein könnte. Die heftigen Schläge des bockenden Schiffes machen den Körpern der Segler schwer zu schaffen, aber der neue harte Modus ist eine Erholung für die Psyche. Endlich bewegt sich das Schiff wieder.

"Neutrogena" liegt nur noch knapp vor den folgenden vier Yachten, behauptet sich aber gut. Die 49er Olympiasieger (unten) sind auch wieder dran.

In seinem Blog beschreibt Herrmann die Qualen der vergangenen Tage: „Das Wetter der vergangenen Tage hat uns diese Müdigkeit eingebrockt. Wir sind in Gibraltar 24 Stunden auf der Stelle gekreuzt in der gegenlaufenden Strömung. Das hat uns fast den Verstand geraubt. Ich mache innerlich drei Kreuze, dass wir aus dieser Hölle raus sind und es normal vorangeht. Ich meld mich ab in die Koje für die typischen drei Stunden hoffentlich.“

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Carsten Kemmling

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Ein Kommentar „Harte Kreuz nach Flaute. Herrmann hält sich gut auf Platz fünf“

  1. avatar Stefan sagt:

    btw: Hugo Boss scheint jetzt doch noch das Mittelmeer verlassen zu haben.

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