Video Fundstück: 49er Abflug beim Starkwind-Training

Balanceakt auf dem Hinterteil

Es sieht aus wie ein geplanter Stunt. Die amerikanischen 49er Segler Trevor Moore und Erik Storck donnern mit ihrem Skiff einen Brecher herunter, stecken den Bug leicht in das Wellental, kippen beim Abstoppen etwas nach Luv, der Winddruck im Rigg drückt die Nase des gebremsten Bootes weiter ins Wasser, die Kenterung ist unvermeidlich.

49er Segler kennen diese Situation. Und auch die Amis sind schon unzählige Male von ihrem Bock geflogen. Aber dieser Stunt verläuft anders, ästhetisch. Denn das Schiff steckt einige Sekunden lang seinen Bug in den Himmel. Irgendwie triumphierend. Wieder sind die Menschen, die es zu zähmen versuchen, abgeworfen worden.

Es ist noch gar nicht so lange her, dass man 49er Segler für verrückt erklärt hätte, wenn sie bei solchen Bedingungen raus aufs Wasser gegangen wären. Inzwischen ist die Segelfläche noch größer und der Mast höher geworden, und die Jungs trauen sich auch bei Über-Hack in die Welle.

Sie müssen es sogar. Denn im nächsten Jahr findet die ISAF WM im notorisch, stürmischen Perth statt. Um den Fremantle Doctor bezwingen zu können haben sich Moore/Storck  extra ein Trainingsrevier in den USA gesucht. Sie üben das Wellenreiten mit dem 49er im kalifornischen Santa Cruz.

Trainer ist ein alter Bekannter. Rigo de Nijs hat das Video gedreht. Der Holländer war sechs Jahre lang für den Deutschen Segler Verband tätig und führte unter anderem die Peckolt Brüder zur Bronzemedaille in China. Vor einem Jahr war er aber überraschend entlassen worden, obwohl viele Segler seine Weiterbeschäftigung gefordert hatten.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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