Barcelona World Race: Riechers Kampf am Limit – 30 Minuten für eine Halse

Entlang der "Eismauer"

 

Jörg Riechers liegt immer noch 270 Meilen hinter Platz drei, kommt jetzt aber bei harten Bedingungen dem Podium wieder näher. Spitzengeschwindigkeit bis jetzt: 23 Knoten

Riechers hat in den Doldrums mehr Zeit verbracht als erhofft,  jetzt aber wieder Fahrt aufgenommen. © Martin Raget/Barcelona World Race

Riechers hat in den Doldrums mehr Zeit verbracht als erhofft, jetzt aber wieder Fahrt aufgenommen. © Martin Raget/Barcelona World Race

Jörg Riechers schreibt in seinem Blog für SegelReporter: “Die letzten zwei Tage haben wir damit verbracht, mit etlichen Halsen entlang der “Eismauer” zu segeln. Das hat viel Energie gekostet. Eine Halse dauert bei 25 Knoten Wind etwa 30 Minuten, bis Segel und Ausrüstung auf der neuen Luvseite sind und der Wasserballast umgepumpt ist.

Der aktuelle Stand. Stamm und Le Cam mit der ex "Mare" souverän an der Spitze, Richers (gün) ist zurzeit schnellstes Boot.

Der aktuelle Stand. Stamm und Le Cam mit der ex “Mare” souverän an der Spitze, Richers (gün) ist zurzeit schnellstes Boot.

Wir brauchen Mut, aber den haben  wir auch, denn bei aktuellen Bedingungen ist es zur Zeit wie ein Ritt auf der Rasierklinge. 30 Knoten Wind mit dem großen Gennaker und Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 23 Knoten. Hier heisst es: wer zuerst den Fuss vom Gas nimmt, verliert Meilen.

Diese Art des Segelns bedingt einen gesunden Stresslevel, wenn man nachts mit dem Autopiloten 5 Meter-Wellen hinunter schießt. Nach einigen Stunden nimmt man das alles ein wenig gelassener. Diese Bedingungen sind ja auch genau der Grund, weswegen ich dieses Rennen segle. Ich will die Coolness, Grundhärte und die Erfahrung für das Vendée bekommen.”

Die Winsch ist zu klein

Dabei spielen besonders auch die Gedanken über eine Verbesserung der Ausrüstung beim nächsten Schiff eine Rolle.  “Ich kann zum Beispiel überhaupt nicht verstehen, dass man ‘kleine’ Harken 65 Winschen für die Bedienung der Vorsegel Rollananlagen benutzt. Hier muss es heißen ‘the bigger the better’. Damit würden wir weniger Energie benötigen, das Segel würde weniger leiden, weil es beim Furlen nicht so lange im Wind flattert, und  die Performance wäre besser, weil das Manöver schneller beendet ist. Das um zehn Kilo höhere Gewicht der größeren Winsch wird niemand als Speed-Manko ansehen können”.

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Probleme mit dem Vorsegel Fall beim Ungarn Nandor Fa. © Fa/Colman

Jörg Riechers und Sébastien Audigane kämpfen um Rang drei gegen die spanische Mixed-Crew Corbella/Marín. Dabei sagt Riechers im Video über die Leistungsfähigkeit des Bootes, dass ihm harte Reaching-Bedingungen sehr schmecken, es vor dem Wind bei leichten bis mittleren Bedingungen langsamer ist als zum Beispiel “Gaes”. In den nächsten Tagen werden harte Bedingungen erwartet. So hofft das Duo, entscheidende Meilen gutmachen zu können.

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Conrad Colman turnt im Rigg herum. © Fa/Colman

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Harte Bedingungen auf “Neutrogena”. © Altadill

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Auf dem Weg zum Fallen-Problem© Fa/Colman

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