Barcelona World Race: Boris Herrmann auf Platz fünf. “Estrella Damm” passiert in Sichtweite

Die Entdeckung der Langsamkeit

Ryan führt "Neutrogena" durch die Nacht. © FNOB

Boris Herrmann und Ryan Breymaier sind beim Barcelona World Race auf den fünften Platz zurückgefallen. Sie können mit ihrer „Neutrogena“ die schnellere „Estrella Damm“ nicht halten.

Der Rückstand beträgt inzwischen 20 Meilen, nachdem das deutschamerikanische Team in den vergangenen 24 Stunden nur einen Durchschnitt von 5,5 Knoten Richtung Ziel aufweisen konnten (Estrella 6,3 Knoten).

Ryan Breymaier. Ein neuer Tag beginnt, Platz fünf ist gesichert, nun kann "Neutrogena" geduldig auf eine mögliche Chance zum Angriff lauern. © FNOB

Boris Herrmann berichtet von Bord: “Wir können ‘Estrella’ sehen und haben eine leichte Brise gefunden. 34 Grad Celsius in der Kajüte.” Bei dem schwachen Wind in der inntertropischen Konvergenzzone wird „Neutrogena“ weniger durch die Kielprobleme gebremst als durch ihr Alter.

Das Schiff von 2007 hat bei leichten Winden durch die größere benetzte Fläche des Rumpfes und eine höheres Gewicht Nachteile gegenüber der jüngeren Konkurrenz. Aber dennoch dürfte das neuformierte Duo glücklich sein über den momentanen Platz im Feld.

Vor dem Rennen schien der formulierte Wunsch unter die TopTen zu kommensehr ambitioniert angesichts des betagten Bootes. Aber nun kämpfen die beiden im Vorderfeld des Barcelona World Races.

"Renault" (obere Linie) gibt auf Platz drei wieder Gas. "Neutrogena" (untere Linie) hatte nach "Estrella Damms" Überholmanöver zurückgeschlagen, war zuletzt aber doch langsamer.

Ihre Platzierung wurde zwar begünstigt durch Ausfälle der Konkurrenz. Aber schon vor dem Rennen war klar, dass die Ausfallquote groß sein würde. Und man kann nicht davon sprechen, dass die beiden defensiv hinter den Favoriten hergesegelt wären.

Der Druck, den sie mit ihrer „Neutrogena“ aufgebaut haben hat auch dazu geführt, dass sie die Konkurrenz zu Fehlern gezwungen haben. So könnten Boris Herrmann und Ryan Breymaier schon jetzt das Erreichte genießen.

Aber das werden sie nicht tun. Die bisherigen Duelle besonders mit „Mirabaud“ zeigen, dass in der Lage sind zu puschen. Wer weiß, vielleicht ergibt sich noch eine Chance, die schnelleren Konkurrenten auf „Renault“ und „Estrella Damm“ zu gefährden.

An der Spitze hat auch „Virbac“ wieder einen beruhigen Vorsprung von 182 Meilen zu „Mapfre“ konsolidieren können. Das Finale ist eingeleitet, eines der letzten großen Hindernisse überwunden. Vor Gibraltar könne es noch einmal eng werden.

Derweil macht sich „Hugo Boss“ bereit, wie das Rennen aufzunehmen. Der Ärger über Segelmacher Doyle hält sich offenbar in Grenzen. „Sie machen einen tollen Job und helfen uns hier sehr gut“, sagt Andy Meiklejohn.

Der spricht nur ein „paar kleine Probleme“ als Grund an, die offenbar mit dem Versuch zusammen hängen, Gewicht sparen zu wollen. Offenbar sind die Gründe für das Segelproblem nicht ganz so einfach zu definieren.

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Carsten Kemmling

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6 Kommentare zu „Barcelona World Race: Boris Herrmann auf Platz fünf. “Estrella Damm” passiert in Sichtweite“

  1. avatar Christian sagt:

    Die vorderen Boote sind allesamt klasse gesegelt worden, Hut ab. Mit am meisten beindruckt mich aber Gaes auf dem sechsten Platz. Den hätte den beiden Seglerinnen vorher niemand zugetraut.

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  2. avatar Wilfried sagt:

    Zumindestens haben sie das Boot bis jetzt nicht zerlegt und sind noch dran. Man muss aber zugeben, dass sie bis in den Pazifik extremes Wetterglück hatten, da die anderen Boote ihnen zwar immer wegsegeln konnten aber durch die Flauten und den von hinten einsetzenden Wind alles immer wieder zusammengeschoben wurde.

    Gruß Wilfried

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  3. avatar Christian sagt:

    Beim Segeln ist das Glück immer mit den Tüchtigen 😉

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  4. avatar Stefan Zeyse sagt:

    Man sollte vielleicht eine vorher-nachher Portraitgalerie machen. Die Jungs sehen schon ganz schön fertig aus. Allergrößte Hochachtung vor deren Leistung.

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  5. avatar Schlaufux sagt:

    Ich bin am meisten beeindruckt von Iker Martínez und Xabi Fernández.
    Als sehr gute 49’er Segler hätte ich nicht gedacht, dass Sie DoubleHanded Non-Stop um die Erde
    dermassen gut aussehen würden.
    Aber egal,
    Hut ab vor allen Teilnehmern.

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  6. avatar Stefan Zeyse sagt:

    Unter 1000 sm bis zur Spitze. 31 zu Estrella Damm, 130 zu Renault. Und auch noch schneller als die Beiden voraus. Da geht noch was.

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