Barcelona World Race: Hinter Kap Horn kommt der Frühling

Sehnsucht nach Wärme

Kap Horn liegt für Boris Herrmann und Ryan Breymaier auf der „Neutrogena“ beim Barcelona World Race nur noch rund einen Tag voraus und der Wunsch, das Südpolarmeer endlich verlassen zu können und mit dem Sommer nach Norden zu segeln, wird für die weiterhin Viertplatzierten immer drängender.

„Wir hatten drei wirklich harte Tage mit ein paar technischen Problemen, kleinen Fronten die mit schweren Schauerböen durchzogen. Im Moment sieht alles gut aus, und wir sind auf dem direkten Weg zum Kap Horn. Mit zwei Reffs und Stagsegel laufen wir 21 bis 23 Knoten. Am Nachmittag hatten wir 41 Knoten Wind. Wir sind bereit, das Kap Horn zu umrunden, um endlich etwas Wärme zu bekommen und unser Boot durchzutrocknen. Die Kondensation macht uns zu schaffen, vor allem weil wir nur eine Einfachverglasung haben, besser wäre eine doppelte“, berichtet Ryan von Bord. Seine neueste Taktik, um wenigstens etwas Wärme an die klammen Finger zu bekommen: Er trägt eine Flasche mit warmem Wasser mit sich herum.

In den nächsten Stunden muss sich das deutsch-amerikanische Duo aber noch auf ungemütliches Wetter einstellen. Denn die Wettervorhersage sieht ein Tief nach dem anderen auf das Kap Horn zurollen. Am Dienstag, wenn Boris und Ryan voraussichtlich den Südzipfel Südamerikas umrunden, könnte er besonders schattig werden. Denn von der Antarktis zieht ein Tief nordostwärts und könnte zeitgleich mit der „Neutrogena“ dort eintreffen.

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Währenddessen hat die Spitze, mit der „Virbac Paprec 3“ (Jean-Pierre Dick/Loick Peyron) weiterhin in der Topposition, den 45 Breitengrad erreicht und segelt in eine Hochdruckzone hinein. Chance für die „Mapfre“ (Iker Martinez/Xabi Fernandez) etwas Boden von den rund 250 Meilen Rückstand gut zu machen.

Direkt vor der „Neutrogena“ mit einem Vorsprung von knapp 200 Meilen schickt sich die „Renault Z.E.“ (Pachi Rivero/Tono Piris) an, als nächste Yacht Kap Horn zu umrunden. Und die „Groupe Bel“ (Kito de Pavant/Sebastian Audigane) hat nur noch 120 Meilen Rückstand auf die „Neutrogena“. Der Kurs nach Norden offeriert in den kommenden Tagen also einiges an Spannung.

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Ralf Abratis

... ist unser Mann aus der "Segelhauptstadt" Kiel. Mehr zu ihm findest Du hier.
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2 Kommentare zu „Barcelona World Race: Hinter Kap Horn kommt der Frühling“

  1. avatar Wilfried sagt:

    eine Frage an die Offshore-Experten. Inzwischen liegt die sodebo ja quasi gleichauf mit den BWR. Ist aus so einem großen Tri tatsächlich bei den Seegangsbedingungen nur 1 Knoten mehr als aus den Einrümpfern rauszuholen? Natürlich ist klar das Einhand nicht gleich Zweihand ist, aber ein bisschen mehr hatte ich schon erwartet.

    Ansonsten super Rennen der Neutrogena und toi toi toi das alles Zusammenhält.

    Gruß Wilfried

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  2. avatar T.K. sagt:

    Nun ja, der Tri segelt mit einem Schnitt von 20-21 kn in 24h!

    Wenn Boris von 21-23kn schreibt, dann sicher nicht im Schnitt denn der liegt deutlich niedriger als 20kn! Zur Zeit bei 15,2 kn in den letzten 24h.

    Ich finde das aber immer noch extrem schnell….

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