Barcelona World Race: Offshore Team Germany mit Stanjek und Riechers dabei – neues Format

"Nächste Stufe gezündet"

Robert Stanjek und Jörg Riechers starten im Januar 2019 beim nächsten Barcelona World Race. Es ist die Qualifikation für die Vendée Globe. Ihr neuer IMOCA wird umgebaut.

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Die Neue für Riechers und Stanjek: ex “Acciona” © Jesus Renedo/Acciona

Das Barcelona World Race nonstop um die Welt stand immer im Schatten der Vendée Globe, auch wenn es von den gleichen Skippern auf den gleichen Yachten auf ähnlich hartem Kurs absolviert wurde. Drei Ausgaben gab es bisher, und Boris Herrmann nutzte es  wie auch Jörg Riechers, um sich die Sporen für die Vendée zu verdienen.

Beiden ist es noch nicht gelungen, die wichtigste Einhand-Regatta um die Welt zu absolvieren, doch erneut soll das Barcelona World Race eine wichtige Rolle auf diesem Weg spielen. 

Herrmann ist ein logischer Teilnehmer seit er mit “Malicia” einen der aktuell schnellsten IMOCAs zur Verfügung hat, aber auch Jörg Riechers ist wieder in der Spur. Besonders der zweite Platz beim Mini Transat hat Rückenwind gegeben. Der Hamburger ließ jetzt verlauten, dass er im Januar 2019 bei der vierten Auflage des Barcelona World Races an der Startlinie erscheinen wird.

Offshore Team Germany meldet

Die neue Hochsee-Initiative Offshore Team Germany hat offiziell gemeldet. Und daraus folgt, dass kein Geringerer als Robert Stanjek an Riechers Seite stehen wird. Der ehemalige Laser-Champ und Starboot-Olympionike (Platz 6) von 2012 hat längst den Weg zum Profisegeln eingeschlagen, verdingt sich als Star-Coach oder Drachen-Taktiker und bastelt seit längerer Zeit schon daran, sich die Hochsee-Segelei zu erschließen.

Offshore Team Germany

Jörg Riechers und Robert Stanjek sind die Protagonisten des neuen deutschen Hochseeteams © otg

Fast wäre ein Schnellstart gelungen, als er 2014 von Bouwe Bekking für sein Brunel Volvo Ocean Race getestet wurde, dann gab ihm der Starboot-WM-Titel im selben Jahr die Hoffnung, es auf eigene Faust zum Volvo schaffen zu können. Aber die Werbetour für ein deutsches Projekt scheiterte.

Doch der Rostocker blieb hartnäckig, ließ sich von Manager Jens Kuphal mit Jörg Riechers zusammenführen, und nun ist das Trio einen großen Schritt weiter gekommen. Mit dem Mini-Transat-Erfolg im Rücken ist die Meldung für das Barcelona World Race nun mehr als nur eine diffuse Absichtserklärung.

Neue Yacht verlor den Kiel

Denn das Offshore Team Germany (OTG) verfügt auch schon über eine IMOCA-Yacht. Der 60 Fußer ist die ehemalige  „ACCIONA“, die der Spanier Javier Sansó 2011 für die Vendée Globe 2012/13 gebaut hatte. Das Projekt war auffällig, weil Sansó gänzlich ohne Sprit um die Welt segeln wollte. Die Stromversorgung sollte allein mit alternativer Energie bestritten werden. Aber gut in Fahrt kam das Schiff nie. Er lag auf Rang 11 als das Großsegel herunter rauschte und Sansó für die Reparatur im Windschatten von Madeira Schutz suchen musste. Dabei verlor er 800 Meilen und segelte fortan weit hinterher.

Es sah schließlich so aus, als könne “ACCONA” die Vendée Globe auf Platz 9 beenden, aber schließlich brach relativ kurz vor dem Ziel auf Höhe der Kanaren der Kiel, wie zwei anderen IMOCAs (“Safran” und “Virbac Paprec”)  der Kiel. Der Spanier musste aus seiner Rettungsinsel gerettet werden. Neun Tage danach wurde das treibende Schiff geborgen.

Das deutsche Team ist überzeugt davon, dass mehr Potenzial in dem Boot steckt, als es bisher zeigen konnte. Jens Kuphal sagt: “Wir haben weitere Mittel bekommen und zünden die nächste Stufe. In der kommenden Woche startet der Umbau des Bootes und Ende April haben wir dann einen neuen, voll funktionsfähigen IMOCA Rumpf.”

Jörg Riechers segelte mit Sebastien Audigane das vergangene Barcelona World Race und hatte mit Ruderproblemen zu kämpfen. © Gilles Martin-Raget

Die Gespräche mit Sponsoren für die Kampagne laufen “erfolgsversprechend”. Die Teilnahme beim BWR sei wegen der neuen zu erwartenden Qualifikationsregelung zur Vendée Globe aber wohl unerlässlich. Wer nicht daran teilnimmt, werde es wohl sehr schwer haben, sich für die Vendée zu qualifizieren.

Neues Format beim Barcelona World Race

Ohne Frage wird das Barcelona World Race aufgewertet. Denn zuvor konnte es sich mit der Vendée Globe in Bezug auf Teilnehmer und Bootsmaterial kaum vergleichen. Allein durch die lange Nonstop-Strecke entwickelte sich ein gewisser Nimbus. Aber das soll sich nun ändern. Und das kommt auch den neuen deutschen Initiativen zu Gute.

Bei einer Pressekonferenz am 13.12. präsentierten die Organisatoren ein neues Format. Demnach wird die Zweihand-Regatta erstmals einen Zwischenstopp in Sydney einlegen. Und es wird erlaubt sein, dort den Co-Skipper auszutauschen. Auch der Termin passt bestens in den Zeitraum vor der Vendée. Das zeigt die Resonanz. Laut Veranstalter wollen 16 dabei sein,  11 davon sind bereits im Besitz einer IMOCA 60.

 

 

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Carsten Kemmling

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3 Kommentare zu „Barcelona World Race: Offshore Team Germany mit Stanjek und Riechers dabei – neues Format“

  1. avatar Florian K. sagt:

    Was denn jetzt?
    Entweder: …”auch wenn es von den gleichen Skippern auf den gleichen Yachten auf ähnlich hartem Kurs absolviert wurde.”
    oder: “Denn zuvor konnte es sich mit der Vendée Globe in Bezug auf Teilnehmer und Bootsmaterial kaum vergleichen.”

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  2. avatar Florian K. sagt:

    Ich freu mich über die Teilnahme der beiden und wünsch ihnen alles Gute bei der Sponsorensuche.

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  3. avatar breizh sagt:

    Schön, dass es einen nächsten Schritt nach vorne gibt. Wäre wirklich klasse zwei Deutsche Starter bei der VG zu haben. Inwieweit soll der IMOCA denn umgebaut werden? Bekommt er auch Foils und wenn ja, welche?

    Wechselt Stanjek dann, um Erfahrung zu sammeln, in den Mini Zirkus in die nächste Saison?

    Dann wünsche ich eine problemlose Umbauphase und dass das Geld nicht ausgeht.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 0

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