Barcelona World Race: Orkan Atu naht. Boris Herrmann kommt vielleicht vorbei

"Wir werden beidrehen müssen"

Situation am 24.2. Der Orkan Atu nähert sich (o.l.). "Estella Damm" und "Group Bel" werden wohl voll erwischt. "Neutrogena" (schwarz) könnte noch vorne durchrutschen.

An der Spitze des Barcelona World Races machen Iker Martinez und Xabi Fernandez weiterhin mächtig Druck auf die führenden Jean Pierre Dick und Loick Peyron. Beim letzten Positionsreport lagen die Spanier nur noch 13 Meilen zurück. Aber nach vielen Tagen des Parallelkurses, scheinen sie jetzt das Überholmanöver erzwingen zu wollen.

Denn sie halsten trotz des rechts gedrehten Windes auf einen südlichen Kurs, von den Franzosen weg. Im Süden weht der Wind zwar stärker, aber wenn er weiter nach links dreht, wäre „Virbac“ wieder im Vorteil. Es geht wie so oft beim Regattasegeln darum, ob die Windstärke oder die Drehung den Unterschied ausmacht.

Das Überholmanöver? Nach Tagen des Aufholens halst "Mapfre" weg von "Virbac".

Weiter hinten im Feld machen sie die Zweihand-Piloten grundsätzlichere Gedanken. Denn der Tropen-Zyklon „Atu“ nähert sich und soll nach einigen Vorhersagen für Überlebensbedingungen mit bis zu 85 Knoten Wind sorgen.

„Neutrogena“ „Mirabaud“ und „Renault“ sollten noch vor dem Orkan durchrutschen können. Aber „Estrella Damm“ und „Groupe Bel“ bereiten sich auf extreme Bedingungen vor. Sie spekulierten erst darauf, im Norden passieren zu können. Aber die Wettermodelle, die den Zug von „Atu“ vorhersagen, differieren offensichtlich sehr stark.

Satellitenbild von Orkan Atu. Er nähert sich Neuseeland (u.l.) und der Barcelona World Race Flotte © Earth Observatory

Kito de Pavant sagt: „ Wir machen uns große Sorgen über den Zyklon Atu. Wir wissen, wo wir Freitag und Samstag nicht sein wollen und müssen das Schlimmste verhindern. Wir versuchen Atu auszuweichen. Wir können nicht bei 55 Knoten und zehn Meter hohen Wellen segeln.

Wir werden weiter nördlich halten und das Schiff beidrehen. Das heißt, dass wir in den nächsten 48 Stunden nicht wirklich an dem Rennen teilnehmen. Wir werden weitere Meilen verlieren. Das ist unumgänglich. Aber wir dürfen das Boot nicht beschädigen.“

De Pavant ist frustriert. „Es ist nicht zu fassen, was uns in dieser Woche passiert ist. Alles wofür man plant, arbeitet und kämpft fühlt sich so an als würde es sich in Luft auflösen. Wir wollen einfach nur zurück ins Rennen. Aber das wird erst nach den nächsten drei Tagen passieren.“

"Hugo Boss" hat bei der Wellington Passage viel verloren und liegt jetzt nur noch eine Meile vor den Frauen von "Gaes". © FNOB

Statistik zum VMG-Speed von "Mapfre" (blau) und "Virbac". Die Spanier waren in den vergangenen Tagen auf gleichem Kurs permanent schneller.

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Carsten Kemmling

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4 Kommentare zu „Barcelona World Race: Orkan Atu naht. Boris Herrmann kommt vielleicht vorbei“

  1. avatar Frank sagt:

    Frage mal an die Experten:

    – Muss Neutrogena nicht durch das Tor südlich durch?
    – Kann Neutrogena nicht viel Boden gewinnen, wenn Sie den Ausläufer des Orkan abbekommen?

    Gruß Frank

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    • avatar bowman sagt:

      Zu Frage 1 – offensichtlich nicht, denn die Sailing Instructions sagen
      Ice gate C :
      Any point lying at 55°S between 126° W and 115° W – leave to starboard

      Zu Frage 2 – je nach dem, wie er zieht – die Wetterfrösche haben im Moment ziemlich unterschiedliche Modelle

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      • avatar bowman sagt:

        Sorry, bin in die falschen Sailing Instructions gerutscht – Richtig ist:

        New Zealand Gate
        49°00 S
        180 ° W/E – 170 ° 00 W
        At least one of the points to Starboard

        Bei 120° W sind sie ja noch gar nicht.

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    • avatar Jan sagt:

      zur zweiten Frage:
      wohl kaum hilfreich, wenn die 60knWind genau von vorne kommen… es kommt also auf die Ansteuerung an und die wäre alles andere als Ideal wenn man genau drunter ist, deshalb hoffe ich, dass so wie voraus gesagt, dass Tief hinter ihnen durch zieht (aber das Wettermodell ist leider, wie beschrieben, sehr unstetig)….
      bin aber kein Experte 🙂

      grüße

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