Barcelona World Race: Riechers und Audigane weiter gehandicapt

Das Ruder muckt wieder

Da war die Ruderanlage der 'Renault Captur' noch in Ordnung - inzwischen bremst sie Riechers und Audigane zum zweiten Mal aus.  Foto: Gilles Martin-Raget

Da war die Ruderanlage der ‘Renault Captur’ noch in Ordnung – inzwischen bremst sie Riechers und Audigane zum zweiten Mal aus. Foto: Gilles Martin-Raget

Erneuter Rückschlag für Jörg Riechers und Sébastien Audigane auf der „Renault Captur“: Auch nach dem Reparaturstopp in Wellington/Neuseeland streikt die Ruderanlage wieder – mit kleinen Segeln geht es nur langsam voran.

Auf dem Tracker war es schnell zu merken: Die Aufholjagd von Jörg Riechers und Sébastien Audigane im Barcelona World Race geriet ins Stocken. Das deutsch-französische Duo auf der „Renault Captur“ fiel plötzlich wieder deutlicher hinter die Fünftplatzierte „One Planet One Ocean & Pharmaton“ (Galabert/Costa) zurück; der Rückstand vergrößerte sich übers Wochenende um mehr als hundert auf gut 600 Seemeilen. Grund: Wieder die Ruderanlage!

Riechers, Barcelona World Race

Jörg Riechers ist auf “Renault Captur” die gute Laune vergangen. © Racecrew

Auf Steuerbord-Bug lässt sich ihr IMOCA Open 60 überhaupt nicht mehr steuern, droht bei jeder Halse aus dem Ruder zu laufen. „Uns blieb nichts anderes übrig, als die Segelfläche drastisch zu reduzieren“, berichtete der Hamburger von unterwegs. J3 und zweifach gerefftes Groß statt Vollzeug – „deshalb sind wir wirklich so derart langsam.“ Bei Tageslicht will die Crew nach einer Lösung suchen.

Die gleichen Probleme hatten das Team zu einer Umkehr und einen Pit-Stopp in Neuseeland gezwungen, als es gerade das Podium ins Visier genommen hatte. Doch die Reparatur des zuerst beschädigten Ruderblatts hat die Ursache offenbar nicht behoben. „Vielleicht ist es ein Konstruktionsfehler, der von Anfang an bestand, oder auch eine Einstellungssache“, so Riechers, „wir konnten nichts dagegen tun, denn wir wussten zuvor nichts davon.“

Die „Renault Captur“ befindet sich noch im Pazifik auf dem Weg nach Kap Horn. Bis in den Start- und Zielhafen Barcelona sind es noch etwa 9.500 Seemeilen. Riechers: „Wir müssen runter vom Gaspedal und sehr vorsichtig sein, damit wir das andere Ruder nicht auch noch zerstören. Denn wo wir jetzt sind, wollen wir absolut keinen Materialbruch erleben.“

Die führende „Cheminées Poujoulat“ mit Bernard Stamm und Jean Le Cam liegt mehr als 4.000 Seemeilen voraus überlegen auf Siegkurs. Im Kampf um Platz zwei rund tausend Seemeilen dahinter scheint die „Neutrogena“ von Guillermo Altadill und José Munoz nach ihrem Zwischenstopp besser drauf und vergrößerte den zunächst knappen Vorsprung auf die Mixed-Crew der „GAES Centros Auditivos“ (Anna Corbella/Gerard Marin) nach und nach auf rund 150 Seemeilen.

Spenden
https://yachtservice-sb.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *