SR-Leser berichtet über das Segeln im Feld von 2000 Yachten

Barcolana-Erlebnis. "Augen zu und durch"

Von Kurt Birkenmeier

Das Mega-Feld aus nächster Nähe. SR-Leser Kurt Birkenmeier war mit dabei. © Kurt Birkenmeier

Die Barcolana bringt  jedes Jahr fast 2000 Yachten an die Startlinie vor Triest. SR-Leser Kurt Birkenmeier aus Frankfurt war am Wochenende zum ersten Mal dabei. Hier sein Bericht:

“In diesem Sommer habe ich beim Segel in Kroatien mein “soulmate” getroffen. Eine Italienerin aus Trieste mit eigenem Boot. Es war ziemlich romantisch. Immerhin bin ich 56 Jahre. Sie lud mich ein, die Barcolana mitzusegeln auf ihrer betagten Lady, einer 30er Elan.

Onboard Perspektive. Das Barcolana Feld segelt dicht zusammen. © Kurt Birkenmeier

Es war ein einmaliges Erlebnis und großer Kontrast zu meinen üblichen Chartertörns in Kroatien,Griechenland oder der Karibik. Die Barcolana ist zwar in 42 Jahren zu einem Grossevent mutiert, hat aber dadurch keinesfalls ihren maritimen Charme verloren.

Am Pier ist die Stimmung mindestens genauso gut, wie auf dem Wasser . Ganz Triest war auf den Beinen um dieses ergreifende Bild der riesigen Flotte bei strahlendem. Sonnenschein zu genießen. Schon am Freitag- und Samstagabend ist in der sonst so ruhigen Stadt die Hölle los. Aber alle sind super freundlich und entspannt.

Der Supermaxi "Europe 2" am Horizont. Er brauchte knapp eine Stunde für den Kurs im Golf von Trieste. © Kurt Birkenmeier

Auf dem Wasser ist es schwer, sich in der Masse der Yachten zu orientieren. Die Startlinie ist aber klar zu sehen. Sie liegt zwischen zwei riesigen Schleppern. Gestartet wird ziemlich präzise nach zwei unüberhörbaren Kanonenschüssen.

Es ist unglaublich eng an der Startlinie. Ich habe eine Gänsehaut bekommen. Für Manöver jeglicher Art bleibt kein Zentimeter Platz. Da sich aber jeder irgendwie behindert, wird kaum lamentiert. Es gibt es bei dieser Regatta keine Proteste.

Wenn man dann etwas Platz hat, schiebt sich das Feld der 30 und 40 Fußer an der ersten Wendeboje wieder zusammen. Dann heisst es nur “Augen zu und durch”. Wer auf seine Innenposition an der Tonne beharrt, wird ausgelacht. Wo ist Innen? Just keep your line. Jeder ist froh, wenn er heile rumkommt. Aber das gilt nur für den Mob. Die Racer sind dann schon längst entschwunden.

Für die Rennmaschinen ist die Regatta nach weniger als 2 Stunden bei leichter bis mäßiger Bora gelaufen. Der Sieger “Europe 2″ braucht sogar nur eine Stunde. Aber das Gros segelt fast sechs Stunden auf dem 15,5 Meilen Kurs. Bei abnehmendem Wind wird noch am frühen Nachmittag um die Platzierungen gekämpft.

Alles in allem, ein grandioses Erlebnis.”

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
Spenden
http://blueocean.berlin/magicmarine-team-werden/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *