Mono oder Multi für den AC? Die Diskussion

"Bei Monos spritzt mehr Wasser..."

Extreme 40 Kats und RC44 Yachten sollen als Stellvertreter die Medientauglichkeit von Multi- oder Monohulls unter Beweis stellen

Heute beginnen in Valencia die TV-Versuchsrennen für den America´s Cup. Dabei wollen Coutts und Co feststellen, ob Wettkämpfe von Mono- oder Multihulls telegener sind.

Jede der RC44 Yachten und Extreme 40 Kats soll mit wenigstens acht Mikrophonen bestückt sein. Elf Kameras sollen im Einsatz sein. Die 30 involvierten TV Spezialisten hoffen dabei auch besonders auf die neue 3D Kameratechnik. Über den Verlauf soll täglich auf http://www.americascup.com berichtet werden.

Auf SegelReporter hat Roland Gäbler die Diskussion eröffnet. Leser sind wie folgt eingestiegen.

Kommentar von T.K.: Die Kurse müssen kurz und knackig sein
 — 16. Juli 2010 @ 10:17 |Bearbeiten

Es geht aber nicht um das Gefühl der Segler an Bord, sondern den Fernsehzuschauer. Multis übermitteln nicht die Geschwindigkeit, die sie wirklich laufen. Ein 49er sieht auf dem Bildschirm spektakulärer aus, als ein Tornado. Da kann der Tornado tausend mal schneller sein… Bei Monos spritzt im Allgemeinen mehr Wasser. Ja klar – das bremst, vermittelt aber Geschwindigkeit auf dem Bildschirm.
Kommentar von Olli — 17. Juli 2010 @ 03:34 |Bearbeiten

Als Fernsehzuschauer finde ich die Geschwindigkeit nebensächlich. Spannend zu beobachten sind Positionskäpfe und taktische Manöver. Ich bin also ganz eindeutig für Fleetraces auch wenn der Obersegelreporter hier ein Matchracefan ist. Beim Matchrace ist häufig nur die Vorstartphase interessant und die verstehe ich dann selbst als Regattasegler nicht in vollem Umfang.
Kommentar von Thomas — 17. Juli 2010 @ 06:05 |Bearbeiten

Und wo bleibt die Taktik? Für mich ist Segelsport eindeutig nicht nur die Faszination an Geschwindigkeit und durchs Wassergerausche… (obwohl es auch Spass macht)
Aber was den AC immer so besonders, so attraktiv gemacht hat, war gerade der Modus und das Duell eins gegen eins, “Schach auf dem Wasser” und auch das Elitäre, Abgehobene und Komplizierte. Jetzt einen Modus finden zu wollen, der besonders viele Menschen ansprechen soll(doch vornehmlich Nichtsegler dann, weil alle anderen finden es schon toll) , zerstört für mich die eigentliche Idee hinter dem Cup.
Kommentar von Jan — 18. Juli 2010 @ 17:35 |Bearbeiten

Hehe, ich bin zwar Matchracer, aber hoffentlich nicht verbohrt  Du hast Recht, dass oft nur die Vorstartphase interessant zum Zuschauen ist. Dann ist die Startlinie oft auch die Ziellinie. Wenn danach das Rennen nicht zu lange dauert ist das aber Okay, denke ich. Der vergangene AC hat schon dramatische Zweikämpfe geliefert mit dem 1 Sekunden Final Höhepunkt. Es muss aber Überholspuren auf dem Kurs geben. Sonst ist es tatsächlich öde. Ich habe die Hoffnung, dass Herr Coutts das alles bedenkt und bin sehr vertrauensvoll, dass es klappt. Ein Fleetrace mit wenigen Booten würde mich auch überzeugen. Das würde aber nicht mehr dem Zweikampf-Charakter des AC entsprechen. Bin mir nicht sicher, ob das gut ist.
Kommentar von Carsten — 19. Juli 2010 @ 08:10 |Bearbeiten

Gäbler hat vorerst das letzte Wort. Per Email schreibt er zu dem Thema an SR: „Wenn ich das richtig verstehe, dann wollen Larry & Co. für Multihulls die Flügelsegel haben? Dann ist das ein Rohrkrepierer. Oder kannst Du Dir vorstellen bei 20+ Knoten (wenn die wahre Action erst los geht) noch mit Wings zu segeln?

Und wer soll das bezahlen und so einen innovativen Flügel transportieren?. Das können sich 2-3 Teams leisten. Schade. Das ist die Hintertür von Larry für eine erneute Cup-Verteidigung auf Multihulls.

Wings sind schön und gut. Aber grenzen das alles ein. Und was ist das Teil für eine Baustelle.

Da kam jetzt ein Libera Segler (Raffica) aus Ungarn zu mir und meinte warum nicht Libera/Skiff Style für den AC und er meinte dabei Liberas OHNE Blei bzw. Kiel. Also nur mit Schwert. Was wäre das für eine Action? Mit zehn und mehr Mann im Trapez. Ein riesiger 49er!

Dann ändere ich gerne meine Einstellung. Neben dem Multihull könnte auch ein Mega-Skiff für den AC interessant sein.

Ich habe nichts gegen Monos. Aber bitte Leichtbauweise.

Alles außer Schwermetall bzw. nur Bleifrei garantiert Action. Und eines vergessen auch viele. Wenn es den Seglern richtig Spaß macht (speed, action, etc..), dann reißen die auch das Publikum bzw. die Jugend mit. Nennen wir es mal positive Emotionen.

Warum Boardercross und all die Hi-Flyer Sports? Also her mit den Maxi Skiffs und Multis für den AC.

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Carsten Kemmling

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Ein Kommentar „Mono oder Multi für den AC? Die Diskussion“

  1. avatar Jan sagt:

    Boardercross ist gut und schön und spannend zu verfolgen, wird aber trotzdem niemals den Riesenslalom verdrängen 😉
    Was du willst, ist eine alte aber populäre Disziplin mit einer neuen Trendsportart besetzen!? Mag sein, dass ich da konservativ bin, aber ich bevorzuge doch das alte, traditionelle in dieser Hinsicht. Aber bezog nicht auch schon der AC immer einen Großteil seiner Anziehungskraft aus der Tradition heraus, der Kampf zweier dickköpfiger Magnaten, die keine Kosten und Mühen scheuten, ein Champion und ein Herausforderer. Dieser ZWEIKampf am Ende, nach der ganzen Challenge und so, sollte bzw. darf nicht zerstört werden. Deswegen muss es für mich einfach Matchrace sein und deshalb bleibt Blei unverzichtbar, weil man damit so schöne Action-Manöver fahren kann. 🙂 und übrigens, was schön aussieht kann ruhig ein bisschen langsamer sein 😉

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