Big Pictures: “Banque Populaire” hämmert durch die Wellen – neue Erkenntnisse zu den Foils

Schäumendes Spektakel

Da bleibt kein auge trocken. ©Yvan Zedda / BPCE

Da bleibt kein auge trocken. ©Yvan Zedda / BPCE

In einem Monat startet mit der Transat Jacques Vabre die Vendée Globe Generalprobe besonders für die neuen beflügelten 60 Fuß Designs. Immer noch wird gerätselt, ob sie besser sind.

Eine technische Regeländerung ist für eine Klasse immer gefährlich. Wenn danach die alten Designs nicht mehr konkurrenzfähig sind, kann das den  Niedergang bedeuten. Andererseits müssen aber auch Innovationen möglich sein, um angesagt zu bleiben. Es ist eine schwierige Gratwanderung.

Transat Jacqes Vabre

Armel Le Cléac’h steht über den Dingen. ©Yvan Zedda / BPCE

Die IMOCA Klasse, mit der alle vier Jahre die spektakuläre Nonstop Einhand Regatta um die Welt Vendée Globe ausgetragen wird, scheint in dieser Hinsicht sehr gut zu funktionieren. So wurde jüngst die Erlaubnis erteilt, mit Auftrieb erzeugenden Foils zu experimentieren, und alle Welt erwartete die Entstehung überlegener Hochsee-Tragflächen-Yachten. Aber so einfach ist es offenbar nicht.

Die neuen gekanteten Seitenschwerter der jüngsten Open 60 Generation lassen noch nicht den Effekt erkennen, dass sie der Konkurrenz mit den geraden Schwertern überlegen sind. Beim Fastnet erlitten sie eine Niederlage und beim anstehenden Transat Jacques Vabre über den Atlantik (Start: 25.10.) dürfte es für die vier Neubauten im Feld der 20 Yachten auch knapp werden mit dem Sieg.

Denn auch beim jüngsten Training, in dessen  Rahmen die atemberaubenden Aufnahmen entstanden, zeigte Topfavorit Armel Le Cléac’h mit seiner neuen “Banque Populaire” und Co Skipper Erwan Tabarly, dass noch einiges fehlt, um die etablierten Designs hinter sich zu lassen.

Wie von den Designern vorhergesagt, brillieren die Foiler bei Winkeln zwischen 80 und 130 Grad, aber am Wind weisen sie Defizite auf. Spezialisten führen die Probleme aber darauf zurück, dass sie eben noch nicht zu 100 Prozent ausgereizt sind, wie die Sieger der vergangenen Vendée Globe. Erfahrungswerte mit dem richtigen Trimm sollen noch Leistungssprünge möglich machen.

Beim Atlantikrennen könnte es aber auch taktisch bei den optimalen Routenverläufen zu großen Unterschieden kommen. So bevorzugen die neuen Foiler eben tiefere Winkel und es könnte schneller sein, weitere Wege zu segeln.

Wer allerdings erwartet hatte, dass die neuen IMOCAs einigermaßen trocken auf ihren Tragflächen über die Wellen foilen, dürfte jedenfalls angesichts der aktuellen “Banque Populaire” Bilder einsehen, dass er falsch liegt.

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Carsten Kemmling

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Ein Kommentar „Big Pictures: “Banque Populaire” hämmert durch die Wellen – neue Erkenntnisse zu den Foils“

  1. avatar bordreporter sagt:

    Guter Bericht. Wie vor zwei Tagen bekannt gegeben wurde, hat Andrea Mura seine IMOCA60 “Vento di Sardegna” verkaufen muessen (das neue Team ist noch nicht bekannt . Es wurde gegenseitiges Stillschweigen vereinbart) und wird somit nicht als Skipper an der Jacques Vabre teilnehmen und letztendlich auch nicht an der Vendèè Globe 16/17. Es bleibt abzuwarten, welches Team, eventuell mit der erstandenen Yacht segeln wird. Bis zuletzt hoffte Mura, das fehlende Budget noch zusammen zu bekommen, aber vergebens. Diese Hochsee-Regatten kosten halt viel …

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