Big Pictures: SuperFoiler-Absturz bei 37,5 Knoten – “Als würde das Heck explodieren”

"Ziemlich wild"

Bei der vierten von fünf Stationen des neuen SuperFoiler Grand Prix ist es zu einem spektakulären Abwurf gekommen. Zu den Schleuder-Piloten gehörte ein bekannter Rückkehrer.

SuperFoiler

Zwei Trapez-Piloten werden vom Schiff weggeschleudert… ziemlich weit. © Andrea Francolini/SuperFoiler

Am ersten Renntag beim neuen SuperFoiler Grand Prix in Busselton südlich von Perth haben die Piloten wieder Extremsport abgeliefert. Dabei lieferte das Pavement-Team die Bilder des Tages.

SuperFoiler

© Andrea Francolini/SuperFoiler

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Zwei Trapez-Piloten werden vom Schiff weggeschleudert… ziemlich weit. © Andrea Francolini/SuperFoiler

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© Andrea Francolini/SuperFoiler

Bei einem Highspeed-Manöver ist es offenbar zu einem Strömungsabriss gekommen, und der SuperFoiler mit dem Australier Steve Thomas an der Pinne steckte die Rumpfspitzen ins Wasser. Das Ergebnis bei fast 40 Knoten Speed: Die Crew fliegt nach vorne. Dabei hängen zwei Segler noch am Trapezdraht, der dritte hatte offenbar auf dem Schiff zu tun.

Der Steuermann sagt dazu: “Es war ziemlich wild. Definitiv bin ich auf einem Boot noch nie so schnell unterwegs gewesen. Das war ziemlich cool.” Der Schreck hielt sich in Grenzen. Dabei schnitt sich er beim Sturz einen Finger auf und musste Schmerzmittel nehmen.

Die Kollegen waren offenbar auch nur mäßig beeindruckt von dem spektakulären Stunt. Phil Robertson regte sich auf, dass nach der Kenterung das gesamte Rennen aus Sicherheitsgründen abgebrochen wurde. Er hätte seinen zweiten Sieg in Folge eingefahren.

“Das ist wirklich frustrierend und ziemlich falsch, wenn wir Rennen wegen nichtiger Gründe abschießen. Wir können alle einem Boot ausweichen, das gekentert auf dem Kurs liegt.“

Heißester Namen in der Profi-Segelwelt

Einer der Pavement-Trapez-Flieger ist Torvar Mirsky, der als Großschot-Trimmer einen Abstecher in den neuen Rennzirkus machte. Er war einmal der einer der heißesten Namen in der Profi-Segelwelt. Als 2007 der America’s Cup in Valencia auf seinen Höhepunkt zusteuerte, gehörte er zur jungen Garde, die den etablierten Match-Race-Spezialisten das Wasser abgraben konnten.

Ainslie, Mirsky

Torvar Mirsky (r.) steht 2010 Ben Ainslie gegenüber beim Finale der wichtigsten Match-Race-Regatta der Saison. © Subzero Images /AWMRT

Dann ließ der Bertarelli-Ellison-Streit die Szene zusammenbrechen. So führte der Australier 2o11 die Match Race Weltrangliste an nach Siegen in Bermuda und St. Moritz, und verschwand plötzlich von der Bildfläche.

Sein damaliger Mitsegler Kyle Langford ist inzwischen auf der Segel-Profi-Karriereleiter weit oben angekommen. Er segelte in Bermuda als Wing-Trimmer bei Oracle und ist jetzt einer der Wachführer beim Volvo Ocean Race bei Brunel an der Seite von Peter Burling.

Da hätte auch Mirsky stehen können. Aber er blieb von der Bildfläche verschwunden. Vier Jahre hielt er sich vom internationalen Rennzirkus fern, studierte und kam dann im vergangenen Jahr fulminant zurück. Mit nur wenigen Trainingstagen im Rücken wurde er Match-Race-Weltmeister beim Finale in China.

Mit 31 Jahren lernte er in der Saison im Schnellverfahren das Beherrschen der M32 Katamarane und besiegte im Finale als Ungesetzter genau jenen Phil Robertson, der nun auch SuperFoiler segelt.

SuperFoiler

SuperFoiler im Abendlich bei starkem Wind. © Andrea Francolini/SuperFoiler

Mirsky bestätigte damit seine Vielseitigkeit, die er mit einem Start bei der Kite-Foil Welmeisterschaft Ende 2017 im Oman unterstrich. Er wurde 47. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis er sein eigenes Team bei den SuperFoilern gründet und dann auch im America’s Cup eine gewichtige Rolle spielt.

Wie mit einem Dosenöffner aufgeschnitten

Die Rennen der SuperFoiler in Busselton finden am Wochenende ihre Fortsetzung. Sie werden live übertragen. Dabei könnte es sein, dass die bisherigen Seriensieger Outteridge/Ashby/Jensen es nicht an die Startlinie schaffen.

Sie erlebten beim Training einen haarigen Sturz. In voller Fahrt brach der Ruderschaft und riss einen Rumpf von vorne nach hinten auf. “Es sieht aus, als sei das Boot mit einem Dosenöffner aufgeschnitten worden”, sagt Outteridge.

Und Ashby fügt hinzu: “Wir hörten ein knackendes Geräusch als wir abfielen und dann sah es so aus, als wenn das Heck explodieren würde. Dieses Geräusch und dieses Gefühl ist nicht gerade ideal, wenn man im Trapez steht.” Das Schiff sieht mitgenommen aus, aber die Shore-Crew ist zuversichtlich, dass am Wochenende ein Start möglich sein wird.

Event-Website SuperFoiler

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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