Champions League: 32 Club-Teams starten um 11:30h in Porto Cervo – Vier deutsche Vereine

Große Namen

Beim heute startenden Champions League Finale auf Sardinien gehören die vier deutschen Vereine zu den Mitfavoriten. Aber sie müssen sich einer starken Konkurrenz mit vielen namhaften Profis stellen.

Während die deutschen Segler bei der J/70 Weltmeisterschaft vor einer Woche noch nicht mit den Klassen-Spezialisten mithalten konnten, haben sie nun an gleicher Stelle die Chance ihre Stärke im Liga-Modus zu bestätigen. Mit gleich vier Vereinen stellt Deutschland das stärkste internationale Kontingent und auch den Titelverteidiger vom Deutschen Touring Yacht-Club.

Im vergangenen Jahr hatte der aktuelle Tabellenführer vom Starnberger See noch etwas ungeplant mit sehr leichter Crew vom unerwartet leichten Wind profitiert und sensationell den internationalen Titel gewonnen. Diesmal können die Jungs um Steuermann Max Weiss nicht mehr die Underdog-Position einnehmen.

Weiss hat in der nationalen Liga-Saison schon wieder starke Rennen abgeliefert und mit den Tarabochia-Brüdern zwei erfahrene Liga-Spezialisten an Bord. Dazu kommt Dominik Müller, DTYC-Neuzugang für die Saison 2017.

Sailing Champions League

Das NRV Team bei der Sailing Champions League Qualifikation in St. Petersburg. ©Anya Semeniouk

Auch der Norddeutsche Regatta-Verein zählt in Porto Cervo zu den Mitfavoriten. Überraschend hatte noch Johannes Polgar die Hamburger mit seinem einzigen Saison-Einsatz am Liga-Steuer durch einen Sieg in St. Petersburg für das Finale qualifiziert. Nun ist er aber durch seine frisch gestartete Nacra17-Kampagne gebunden, und so übernimmt Tobias Schadewaldt, einer der dominierenden Liga-Steuerleute der Saison 2017.

Er hat neben den erfahrenen Niklas von Meyerinck und Florian Weser erstmals Florian Spalteholz als Taktiker an der Seite, den ehemaligen Olympia-Tornado-Vorschotmann von Polgar. Er kommt zu seinem ersten Saisoneinsatz.

Der Verein Seglerhaus am Wannsee rotiert nach einer starken Vorstellung der Kadelbach-Brüder in St. Moritz den verdienten 470er Spitzensegler Jan Jasper Wagner ins Team, der mit Elias Rothe, Yannek Wloch und dem erfahrenen Julian Bergemann auch vorne mitspielen kann.

Und der Lindauer Segler-Club schickt mit Veit Hemmeter, Fabian Gielen, Martin Hastenkamp und Yannick Netzband wieder seine Schlacht erprobtes Team ins Rennen. Es schwächelt zwar in der aktuellen Liga-Saison und muss sogar den Abstieg befürchten, hat aber immer noch das Potenzial für einen internationalen Spitzenplatz.

Für ordentlich Speed sollte besonders Fabian Gielen sorgen als zur Zeit bester Deutscher Moth-Segler. Er sammelte aber auch J/70-Know How bei der WM, die er mit einem Team aus Monaco bestritt.

Es wird in Porto Cervo aber nicht einfach werden für deutschen Teams, denn die gegnerischen Vereine haben ihre Teams für das Champions League Finale mit zahlreichen großen Namen aufgestockt.

Für den russischen Club Lord of the Sail Russland sitzt zum Beispiel mit Evgeny Neugodnikov einer der besten russischen Segel-Profis am Steuer. Er gewann schon die Match-Race-Europameisterschaft wie auch der Finne Staffan Lindberg (Åländska Segelsällskapet), der viele Jahre einer der besten Duell-Segler der Welt war. Sie treffen auf den alten Bekannten Damien Iehl (APCC Voile Sportive Nantes) aus Frankreich, vor zehn Jahren die Nummer 3 in der Welt der Match Racer und J/22 Weltmeister.

Herausragend liest sich auch die Erfolgsliste von Lorenzo Bressani, der für den Circolo Canottieri Aniene antritt. Der aktuelle Weltranglisten 12. im Nacra17 ist dreifacher Melges24-Weltmeister und siegte auch schon bei den J/24 Welttitelkämpfen wie in der Melges 32.

Der Norweger Kristian Nergaard am Steuer vom (Royal Norwegian Yacht Club) ist sechsfach-Weltmeister im 5.5er, und die Österreicher haben mit Nico Delle Karth (SCTWV Achensee) einen der seit vielen Jahren weltbesten 49er Steuermänner in das Rennen geschickt. Der gastgebende Yacht Club Costa Smeralda schickt 2007 America’s Cup Steuermann Flavio Favini an den Start.

48 Rennen stehen auf dem Programm, die mit exakt gleich eingetrimmten J/70 in acht-Boote-Flotten absolviert werden – der Rigg-Trimm darf nicht verändert werden. Es ist leichter Wind vorhergesagt, bei dem sich zu hohes Crewgewicht wieder negativ auswirken sollte.

Tobias Schadewaldt stimmt auf die Rennen ein:

Die Rennen werden ab Samstag um 12 Uhr live kommentiert übertragen (Player unten). Bis dahin können Ergebnisse und Tracker hier live mitverfolgt werden.

Crewliste Champions League

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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