Champions League: Berliner Yacht Club gewinnt vor Norddeutschem Regatta-Verein

Dominante Bundesliga

Beim Qualifier für das Sailing Champions League Finale hat die deutsche Segel-Bundesliga ihre Stärke gezeigt. Das Duell an der Spitze entschied Berlin vor Hamburg. Auch München qualifiziert sich für Sardinien.

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Am Finaltag segelten Teams auf der Neva mitten in St. Petersburg. © SCL/Andrej Sheremetev

Das wäre fast noch in die Hose gegangen. Frühstart im letzten Rennen. Die Berliner werden von der Strömung am Pin End über Linie gedrückt. Halse um die Tonne, hinter dem Feld durchstechen, Nerven bewahren, aufholen.

“Herzinfarkt”

Es geht um den Sieg in St. Petersburg. Der Berliner Yacht-Club liegt in der Gesamtwertung vorne und hat es in der Hand, diese Regatta zu gewinnen. “Ich habe nur daran gedacht, dass unser Trainer an Land jetzt wohl einen Herzinfarkt bekommt”, sagt Valentin Gephard danach. Der Spitzensegler Jörg Saeger gehört zur permanenten Begleitung der Berliner und hat großen Anteil an den Erfolgen des BYC.

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Maximal ausreiten für Platz eins. Die Berliner holten einen großen Sieg. © SCL/Andrej Sheremetev

Eigentlich sollten sie dieses Rennen ganz kontrolliert ohne großes Risiko nachhause segeln. Ein Top-Drei-Platz würde sicher zum Sieg reichen. Das ist der Crew Philipp Bruhns, Valentin Gephard, Stephan Mölle und Max Nickel nun schon bei 12 Rennen in Folge gelungen. Nur der erste Lauf fiel mit Rang fünf aus der Reihe. Da sollte doch auch das Finale passen.

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Das letzte Rennen. Der BYC kreiselt um das Pin End beim Start. Trotzdem gelingt noch der Sieg.

Die Jungs kämpfen. An der Luvtonne sind sie schon wieder Dritter, und auf der letzten Vorwind-Strecke überholen sie auch noch die Italiener kurz vor dem Ziel. Fock raus, Crew nach hinten, in diesem Modus sind die Deutschen schneller. Das ist der Sieg. Das ist der Gesamtsieg.

“Man konnte schon sehen, dass wir Vorteile beim Bootshändling haben”, erklärt Valentin  den dominanten Auftritt der Bundesliga-Vereine in St. Petersburg. Die Segel-Bundesliga befinde sich im vierten Jahr und das sei deutlich zu sehen gewesen. So viele Abflüge bei dem starken Wind an den letzten Tagen habe er in der Liga noch nicht gesehen.

Dominante Deutsche

Und so dominante Rennserien wie sie den deutschen Teams gelangen, gibt es in der Nationalen Liga sonst auch nicht.  Tobias Schadewaldt, Daniel Reichart, Klaas Höpcke, und Malte Päsler vom Norddeutscher Regatta Verein gewannen gleich zehn von 14 Rennen in St. Petersburg.

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Der NRV gibt Gas. © SCL/Andrej Sheremetev

Nur das vorletzte Rennen machte dem NRV einen Strich durch die Rechnung für den angepeilten Gesamtsieg. Ein Penalty kurz nach dem Start und einer an bei der zweiten Luvtonnenrundung führte mit Rang acht zum einzigen Ausrutscher in der Serie. Tobi Schadewaldt, der bei seinem bisher einzigen Liga-Start für den NRV in Starnberg einen Sieg verbuchen konnte, trat zum ersten Mal mit der neuen Crew-Besetzung an, die auch in Porto Cervo segeln wird. So konnte er mit Rang zwei zufrieden sein und fand nur lobende Worte für die starke Leistung der Berliner Liga-Freunde.

Auch der Münchner Yacht-Club, der erst kurzfristig den vom VSaW offerierten Spot mit der neuen Team-Kombination Kay Niederfahrenhorst – Michael Liebl – Bastian Henning – Caroline Heine übernahm, segelte sich im Verlauf der Serie ein und schaffte mit den Plätzen 2/1/2 zum Abschluss doch noch sicher den Cut der Top 16 auf Rang 8. Zahlreiche Penatlies und ein Frühstart hatten die Münchener zur Mitte der Serie noch zittern lassen.

Für den Berliner Yacht-Club ist der Sieg Balsam auf die geschundenen Seelen, denn in der aktuellen Saison läuft es in der Bundesliga noch nicht wie geplant. Mit den Rängen 6/13/5/13 rangieren sie zurzeit auf dem siebten Tabellenplatz und können nicht wie im vergangenen Jahr in den Titelkampf eingreifen. Aber da geht es dem NRV und dem MYC nicht anders, die punktgleich auf den Plätzen acht und neun liegen.

Ergebnisse Sailing Champion League St.Petersburg

Replay der Übertragung vom Sonntag:

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Auf dem Außenkurs musste man häufiger checken, ob kein Gras am Kiel hängt. © SCL/Andrej Sheremetev

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Die J/70 war für einige deru europäischen Teams noch ungewohnt. © SCL/Andrej Sheremetev

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Protest in der Starphase. Viele Strafen wurden verteilt. © SCL/Andrej Sheremetev

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Der Berliner Yacht-Club segelte in St.Petersburg überragend. © SCL/Andrej Sheremetev

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Fock raus, Groß dicht, Malte Päsler überblickt den Glitsch-Modus für den NRV. © SCL/Andrej Sheremetev

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Der Alinghi Club von der Société Nautique de Genève segelte auf Rang drei. © SCL/Andrej Sheremetev

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Das Podium BYC vor NRV und der Société Nautique de Genève aus der Schweiz. © SCL/Andrej Sheremetev

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Carsten Kemmling

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3 Kommentare zu „Champions League: Berliner Yacht Club gewinnt vor Norddeutschem Regatta-Verein“

  1. avatar Harrie Jasses sagt:

    Wie funktioniert eigentlich das Campinos League Verfahren? Wäre es möglich den aktuellen Stand mit teilnehmenden Nationen, Qualifikationen, Ausblick auf das angestrebte Verfahren usw. in einem Artikel zu erklären?

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  2. Wie hat sich der Münchner Yacht-Club eigentlich für die SCL qualifiziert?

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