Clipper Race: Unglücksyacht “Greenings” läuft im Dunkeln auf – Rettung kaum möglich

Hoch und trocken

Greenings ist kurz nach dem Start des Clipper Races in Kapstadt aufgelaufen. © Clipper Race

Beim Clipper-Race, der um-die-Welt-Regatta für zahlende Amateure, ist der 70-Fußer “Greeinings” in der Nähe von Kapstadt kurz nach dem Start zur dritten Etappe aufgelaufen. Es ist nicht klar, ob die Yacht noch gerettet werden kann.

Die Crew der unter britischer Flagge fahrenden “Greenings” ist nur wenige Meilen nach dem Start zur dritten Etappe von Kapstadt nach Perth in Australien nach dem Einbruch der Dunkelheit aufgelaufen und musste abgeborgen werden. Sie konnte sich mit ihrem 70-Fußer nicht mehr von der Legerwall-Küste befreien.

Es ist noch nicht klar, ob das Schiff geborgen wird. © Clipper Race

Offenbar war sie im Kampf um die Plätze in der 12 Yachten starken Onedesign-Flotte zu nahe an eine Untiefe geraten. Das NSRI (National Sea Rescue Institute) in Südafrika koordinierte die Rettungsaktion. Alle Crewmitglieder mussten abgeborgen werden. Dabei wurde niemand verletzt.

Die nächste Yacht “Unicef” wurde in den Standby-Modus gerufen, konnte nach der Rettung aber ihren Weg nach Perth weiterführen. Sie wird später von der Rennleitung eine Zeitgutschrift erhalten.

Rumpf unter Wasser

Wie es genau zu den Unglück kommen konnte, ist noch nicht bekannt. Die Organisatoren um Robin Knox Johnston haben eine umfassende Untersuchung angekündigt. Inzwischen scheint es aber sehr wahrscheinlich, dass die Yacht kaum noch gerettet werden kann. Sie hat offenbar ein Leck und ist abgesackt. Ein Teil des Rumpfes soll sich schon unter Wasser befinden. Die Bilder ähneln dem Vestast-Unglück beim vergangenen Volvo Ocean Race.

Der 70 Fußer in Aktion. © Clipper Race

Nach dem Vorfall hat die Wettfahrtleitung nun offiziell bekannt gegeben, dass “Greenings” nicht weiter am Clipper Race teilnehmen wird. Ein Gutachter soll auf dem Weg zum Havaristen sein. Sein Urteil entscheidet darüber, ob die Yacht von den Felsen geborgen werden kann.

“Greenings” lag nach den ersten beiden Etappen auf Platz zwei und wollte auf dem langen Stück nach Kapstadt ordentlich punkten. Dafür hat der Skipper die Joker-Karte gesetzt, die einmal bei dieser Regatta ausgespielt werden darf. Dadurch können zahlreiche Zusatzpunkte gesammelt werden.

Unfall auf erster Etappe

Wer abergläubisch ist, könnte aber auch auf die Idee kommen, dass das Glück dem Schiff bei diesem Rennen nicht gerade hold ist. Denn schon auf der ersten Etappe kam es zu einem folgenschweren Unfall, der dazu führte, dass der walisische Skipper David Hartshorn mit einer schweren Handverletzung abgeborgen werden musste (Video).

Ersatzmann Andy Woodruff übernahm und machte seine Sache gut. Aber nun ist ihm der Supergau passiert.

Der deutsche Skipper Kobusch, der auf Qingdao seinen Dienst tut, hat seine Crew bisher stark geführt und liegt auf Rang vier. Auf der aktuellen Etappe hat auch er den Joker gesetzt und liegt bisher sehr aussichtsreich im Rennen.

Clipper Race Tracker/Standings

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Carsten Kemmling

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