Congressional Cup: Weltmeister wird Letzter – 16.000 Dollar für Sieger Taylor Canfield

Zurück in die Zukunft

Eigentlich soll die World Match Race Tour auf M32 Katamaranen gesegelt werden. Diesmal wurden langsame, schwere, sechs-Mann-Yachten benutzt. Die Duelle waren heftig aber auch spannender?

Congressional Cup

Nicolai Sehested in Führung. © WMRT

Es ist schwer zu erklären, warum die World Match Race Tour nach dem Wechsel von Kielbooten auf die M32 Kats, bei der zweiten von sechs Veranstaltungen nun wieder mit großen Ballast-Booten segeln. Die Veranstalter geben sich auch wenig Mühe. Vermutlich sind bestehende alte Verträge der Grund dafür.

Nichtsdestotrotz ist der Congressional Cup vor Long Beach bei Los Angeles eine der renommiertesten Match Race-Veranstaltungen der Welt. Aber das Segeln mit den Fünftonnern vom Typ Catalina 37s ist eben ein völlig anderes Spiel, als mit den 500 Kilo leichten Highspeed-Multihulls. Es ist so, als müssten Speerwerfer plötzlich Kugelstoßen.

Deshalb traten die skandinavischen Katamaran-Spezialisten in den USA gar nicht erst an. Und so wurde der sechsmalige Weltmeister Ian Williams als größter Favorit auf den Congressional-Cup-Titel gehandelt.

Congressional Cup

Luv-Duell im Finale zwischen Sehested für Dänemark und Canfield. © WMRT

Aber der Brite, der völlig unerwartet den Auftakt der Katamaran Tour in Perth gewonnen hatte, schenkte die Regatta geradezu ab. Williams wurde Letzter von 12 Teams. Und das ist wohl auch ein Zeichen dafür, wie wichtig die Crew bei dieser Art des Regattasegelns ist, obwohl der Skipper mehr als bei anderen Segelwettkämpfen im Mittelpunkt steht.

Williams hat sich offenbar vollkommen dem Erlernen des Katamaransegelns verschrieben, wo immer mehr das größere Geld verdient wird. Für Long Beach konnte er nicht auf seine gewohnte Crew und den angestammten Taktiker zurückgreifen. Dennoch hätte er mit dem letzten Platz wohl nicht gerechnet.

Congressional Cup

Alarm am Startschiff. Penalties sind vorprogrammiert. © WMRT

Aber das Ergebnis ist für ihn auch zweitrangig. Es geht in dieser Saison um den Gewinn der Million, und dafür sind die vorherigen Platzierungen der Saison nahezu unerheblich. Der Sieger wird allein beim Finale in Marstrand gekürt. Die vorherigen Events dienen nur dazu, um sich für die Top 20 zu qualifizieren.

Und dennoch hat der Sieger Taylor Canfield mit seiner Crew immerhin 16.000 Dollar gewonnen. Das bleibt zwar nicht mehr viel übrig, wenn er durch sechs teilen muss, aber auch die Ehre, den roten Blazer tragen zu dürfen, ist viel wert. Canfield hat schon zwei im Schrank hängen.

Canfield, Congressional Cup

Taylor Canfield im roten Crimson Blazer für den Sieger. © WMRT

Erstaunlicher ist vielleicht noch die Entwicklung von Nicolai Sehested. Der 26-jährige Däne wird immer besser, und ist unerhört breit aufgestellt. So hat er schon einen Teil des Volvo Ocean Race bestritten, bevor er mit Vestas auf die Felsen fuhr. Dann segelte er bei der M32-Premiere in Perth auf Rang vier, und nun verlor er knapp 2:3 gegen den Dreifach-Sieger Canfield. Sehested ist bestens aufgestellt für eine starke Profi-Karriere.

Bei der Veranstaltung, die nicht gerade von einfachen Wetterbedingungen geprägt war, gab es zahlreiche Überholmanöver und heiße Vorstart-Duelle direkt vor der Brücke in Long Beach. Die Diskussion flammt nun wieder auf, ob diese Art des Segel-Zweikampfes nicht attraktiver ist, als die Raserei mit Katamaranen. Die Videos geben einen Eindruck von der Intensität der Rennen. Zurück in die Zukunft? Es gibt wenige, die daran glauben, dass man die Zeit noch einmal zurückdrehen kann.

Congressional Cup

Vorstart-Kampf direkt vor der Brücke in Long Beach. © WMRT

Die Ergebnisse

1. Taylor Canfield (ISV) US One
2. Nicolai Sehested (DEN) Trefor Match Racing
3. Sam Gilmour (AUS) Neptune Racing
4. Scott Dickson (USA) Dickson Racing
5. Phil Robertson (NZL) WAKA Racing
6. Chris Steele (NZL) 36 Below Racing
7. Bjorn Hansen (SWE) Nautiska Racing
8. Eric Monnin (SUI) Albert Riele Swiss Team
9. Johnie Berntsson (SWE) Flux Team
10. Keith Swinton (AUS) Black Swan Racing
11. Sally Barkow (USA) Team Magenta 32
12. Ian Williams (GBR) GAC Pindar
Results after Qualifying

1. Phil Robertson (NZL) WAKA Racing 10-1
2. Chris Steele (NZL) 36 Below Racing 8-3
3. Taylor Canfield (ISV) US One 8-3
4. Nicolai Sehested (DEN) Trefor Match Racing 8-3
5. Bjorn Hansen (SWE) Nautiska Racing 7-4
6. Sam Gilmour (AUS) Neptune Racing 6-5
7. Eric Monnin (SUI) Albert Riele Swiss Team 4-7
8. Scott Dickson (USA) Dickson Racing 4-7
9. Johnie Berntsson (SWE) Flux Team 4-7
10. Keith Swinton (AUS) Black Swan Racing 3-8
11. Sally Barkow (USA) Team Magenta 32 2-9
12. Ian Williams (GBR) GAC Pindar 2-9

Quarter Finals Results

Match 1 Sam Gilmour (AUS) 3 v 2 Phil Robertson (NZL)
Match 2 Scott Dickson (USA) 3 v 2 Chris Steele (NZL)
Match 3 Eric Monnin (SUI) 0 v 3 Taylor Canfield (ISV)
Match 4 Bjorn Hansen (SWE) 0 v 3 Nicolai Sehested (DEN)

Semi Final Results

Match 1 Nicolai Sehested (DEN) 3 v 2 Sam Gilmour (AUS)
Match 2 Taylor Canfield (ISV) 3 v 0 Scott Dickson (USA)

Petit Final Result

Sam Gilmour (AUS) 2 v 0 Scott Dickson (USA)

Final Result

Taylor Canfield (ISV) 2 v 1 Nicolai Sehested (DEN)

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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