Olympia-Klassen Weltcup in Medemblik

Deutsche Flotte vorbei an den Medal Races

Das russische Frauenteam zeigt, dass auch ein 470er sexy aussehen kann © Delta Lloyd Regatta/ van der Borch

Die fünfte von sieben Weltcup-Regatten der Olympiaklassen zeigte der DSV-Flotte die Grenzen auf. So brachte die junge Mannschaft kein Boot unter die Top Ten. Das Frauen-Match-Race-Team von Silke Hahlbrock, das in Hyères noch sensationell gewonnen hatte, schied diesmal früh aus. “Wir hatten große Probleme, uns auf die wechselnden und drehenden Bedingungen einzustellen”, heißt es aus dem Team. Die Hamburgerinnen wurden in ihrer Auftakt-Gruppe fünfte und landeten in der Silbergruppe, wo es nur noch um die Plätze 13-18 ging. Das geht schnell beim Match Race. Am Ende wurden sie 15.

Stark ist der elfte Platz von Lasersegler Philipp Buhl unter 97 Konkurrenten einzuschätzen. Wieder verpasste er nur knapp das Medal Race. An der Spitze meldete sich der zweimalige Weltmeister Tom Slingsby eindrucksvoll zurück. Der Australier war nach seiner desaströsen Olympia-Vorstellung einige Zeit abgetaucht und fordert jetzt wieder Olympiasieger Paul Goodison zum Duell, der in Holland einen für ihn ungewohnt schlechten Platz fünf hinnehmen musste. Die beiden anderen deutschen Laser-Cracks Simon Grotelüschen und Malte Kamrath waren in Medemblik nicht am Start.

Wibke Wriggers und Geeske Genrich waren auf Platz 16 das beste deutsche Frauen-Duo. Hier kippen sie zu weit nach Luv. Wahrscheinlich nur, um dem Fotografen Spritzwasser zu bieten... © Delta Lloyd Regatta/ van der Borch

Auch Tobias Schadewaldt konnte im 49er wegen einer Knieentzündung nicht anreisen. So lag die Last der Verantwortung auf Lennart Briesenick-Pudenz und Morten Massmann, die in dieser Saison noch nicht so richtig in Schwung gekommen sind. Auch diesmal waren die Flensburger nicht zufrieden mit ihrem 15. Platz. Sie mussten Erik Heil und Thomas Ploessel passieren lassen, die sich mit Rang 14 immer näher an die Weltspitze heranschieben.

Unglaublich kompakt aufgestellt ist nach wie vor die deutsche 470er Klasse mit sieben Booten, die alle vorne mitmischen können. Aber diesmal waren nur Zepuntke/Baldewein mit Platz zwölf dran an der Weltspize. Der Durchbruch will noch nicht gelingen. So geht es auch den 470er Frauen. Es gelingen gute Einzelplatzierungen aber noch keine konstante Serie.

Besonders schwer kommen die Surfer in Tritt. Sydney-Silbermedaillen-Gewinnerin Amelie Lux versucht bei ihrem Comeback weiterhin, Anschluss an die Spitze zu bekommen, konnte aber bei drei Rennen nicht an den Start gehen. Toni Wilhelm hat im Studium Gas gegeben, und arbeitet sich erst langsam an die Spitze heran.

Die Starboote stellen in Medemblik traditionell kein starkes Feld. Und so waren auch die deutschen Teams nicht vertreten.

Hier die Pressemitteilung des DSV:

Beim Der Generationswechsel erfordert Geduld, aber er kommt: In Abwesenheit der zuletzt sehr erfolgreichen deutschen Starbootflotte und weiterer Leistungsträger in den Disziplinen Laser und Laser Radial kämpfte die durchschnittlich sehr junge Kaderflotte des Deutschen Segler-Verbandes (DSV) beim fünften von insgesamt sieben Weltcups unter dem Dach des Weltseglerverbandes ISAF bei der Delta Lloyd Regatta vor Medemblik um Anschluss an die Weltspitze. Zu einem Platz in einem Medaillenrennen reichte es für die Nachwuchstalente dieses Mal zwar noch nicht ganz, doch einige Mannschaften stehen vor dem Durchbruch.

Die 470er-Crew Daniel Zepuntke und Dustin Baldwein aus Berlin klopften erstmals an der Finaltür, segelten als zwölfte von 80 Mannschaften nur knapp am Einzug ins Medaillenrennen vorbei. „Die beiden werden uns noch viel Freude machen“, sagte DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner (Hamburg), „sie sind eine D-/C-Kadermannschaft, haben gerade erst ihr Abitur gemacht und konzentrieren sich jetzt voll auf den Leistungssport. So weit vorne wie in Medemblik waren sie noch nie.“

Noch knapper segelte der Sonthofener Lasersegler Philipp Buhl als elfter an der Finalteilnahme vorbei. Im 49er zeigten die beiden Kieler Erik Heil und Thomas Ploessel mit zwei Tagessiegen, dass sie den führenden Mannschaften in dieser rasanten Olympiadisziplin immer dichter kommen.

Finn-Segler Jan Kurfeld, der sich bei der Europameisterschaft in Split eine Lebensmittelvergiftung zugezogen hatte und an den Folgen zum Auftakt der Delta Lloyd Regatta am Ijsselmeer immer noch litt, erkämpfte sich in Holland trotzdem Platz 13, beendete die Serie mit einem Tagessieg.

„Natürlich dürfen wir unter dem Strich nicht damit zufrieden sein, dass wir bei diesem Weltcup kein Medaillenrennen erreicht haben“, sagte Nadine Stegenwalner, „aber ich bin ganz sicher, dass die Bilanz schon beim nächsten Weltcup wieder ganz anders aussehen wird, denn der wird ein Heimspiel und das bedeutet einen zusätzlichen Motivationsschub für unsere Aktiven.“

Der sechste und vorletzte Weltcup der Saison findet im Juni im Rahmen der Kieler Woche statt. Das komplette DSV-Team wird ab 19. Juni antreten.

ERGEBNISSE

Delta Lloyd Regatta, Medemblik

470er Männer
1. Nic Asher/Elliot Willis (GBR), 66 Punkte
2. Mathew Belcher/Malcolm Page (AUS), 71 Punkte
3. Sime Fantela/Igor Marenic (CRO), 80 Punkte
12. Daniel Zepuntke/Dustin Baldewein (Berlin), 113 Punkte
25. Ferdinand Gerz/Tobias Bolduan (München), 165 Punkte
27. Jan-Jasper Wagner/Lennart Scheufler (Berlin), 173 Punkte
28. Lucas Zellmer/Heiko Seelig (Berlin), 178 Punkte

470er Frauen
1. Giulia Conti/Giovanna Micol (ITA), 58 Punkte
2. Lisa Westerhof/Lobke Berkhout (NED), 69 Punkte
3. Ingrid Petitjean/Nadege Douroux (FRA), 79 Punkte
16. Wibke Wriggers/Geske Genrich (Kiel), 103 Punkte
22. Tina Lutz/Susann Beucke (Holzhausen/Kiel), 212 Punkte
28. Annika Bochmann/Anika Lorenz (Berlin), 240 Punkte

49er
1. Nathan Outteridge/Iain Jensen (AUS), 79 Punkte
2. Peter Burling/Blair Tuke (NZL), 82 Punkte
3. Nico Delle Karth/Leopold Resch (AUT), 91 Punkte
14. Erik Heil/Thomas Ploessel (Berlin), 143 Punkte
15. Lennart Briesenick-Pudenz/Morten Massmann (Flensburg), 144 Punkte
17. Max Rieger/Moritz Rieger (Friedrichshafen), 150 Punkte
21. Leopold Fricke/Lorenz Huber (Rimsting), 175 Punkte

Finn
1. Ivan Gaspic (CRO), 26 Punkte
2. Rafael Trujillo (ESP), 33 Punkte
3. Marin Msura (CRO), 37 Punkte
13. Jan Kurfeld (Warnemünde), 90 Punkte

Laser
1. Tom Slingsby (AUS), 45 Punkte
2. Matias Del Solar (CHI), 70 Punkte
3. Javier Hernandez (ESP), 73 Punkte
11. Phillip Buhl (Immenstadt), 112 Punkte

Laser Radial
1. Marit Bouwmeester (NED), 28 Punkte
2. Evi van Acker (BEL), 43 Punkte
3. Veronika Fenclova (CZE), 47 Punkte
14. Lisa Fasselt (Kiel), 152 Punkte

RS:X Männer
1. Przemek Marczynski (POL), 15 Punkte
2. Nick Dempsey (GBR), 34 Punkte
3. Nimrod Mashiah (ISR), 35 Punkte
20. Toni Wilhelm (Lörrach), 124 Punkte

RS:X Frauen
1. Blanca Manchon (ESP), 42 Punkte
2. Zofia Klepacka (POL), 56 Punkte
3. Bryony Shaw (GBR), 59 Punkte
39. Amelie Lux (Kiel), 263 Punkte

Match Race Frauen
1. Anne-Claire Le Berre (FRA)
2. Lucy MacGregor (GBR)
3. Támara Echegoyen (ESP)
15. Silke Hahlbrock (Hamburg)

Carsten Kemmling

Spenden
http://blueocean.berlin/magicmarine-team-werden/

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