Louis Vuitton Trophy Vorschau

Die Rückkehr der Bleitransporter

Augen zu und durch. Die ACCs segeln mehr durch als über die Welle. © Gattini/LVS

Dass sie in Auckland auf den beiden alten Bleitransportern vom Team New Zealand segeln, dass nur acht Teams gekommen sind, dass BMW Oracle und Alinghi fehlen ist nicht so wichtig. Die Teams, die sich zeigen, schmieden an der Zukunft des

Cups. Wer für Auckland Geld ausgibt, hat auch ein ehrliches Interesse, später beim echten Cup mit modernen Yachten dabei zu sein.

Im Fokus steht dabei Mascalzone Latino, der neue Challenger of Record, der vom italienischen Reeder Vinzenzo Onorato fianziert wird. Im Gegensatz zu früheren Auftritten hat Onorato diesmal eine sehr internationale Truppe am Start.

Von den 17 Seglern kommen nur vier aus Italien. Ex Steuermann Flavio Favini ist auf die Großschot-Position gerückt. Seine Position hat der ex BMW Oracle Mann Gavin Brady (NZL) übernommen. Die anderen Schlüsselstellen besetzen Morgan Larson (Taktiker, USA), Cameron Dunn (Stratege, NZL), Mark Mendelblatt (Traveller, USA).

Karol Jablonski wieder im Einsatz. Er ist gut in Form. © Paul Todd / outsideimages.co.nz

Onoratos italienischen Ansatz hat das Azzurra Team mit Aufsteiger Francesco Bruni am Steuer übernommen. Der Stragege Tom Burnham (USA) ist der einzige nicht Italiener. Azzurra hat überraschend die letzte Louis Vuitton Veranstaltung gewonnen und gehört deshalb zu den Top Favoriten.

Der zweite Gewinner der letzten ACC-Regatta in Nizza war Karol Jablonski mit dem russischen Synergy Team. Er schaffte es überraschen bis ins Halbfinale und scheiterte nur knapp an den Neuseeländern. Der Deutsch-Pole, der nach 2007 schon als neuer deutscher Cup-Steuermann verpflichtet worden war baut ein überwiegend russisches Team zusammen vertraut aber auf den Neuseeländer Rod Dawson als Taktiker, den Schümann 2007 ebenfalls für das deutsche Team angeheuert hatte.

Schümann selber tritt wieder mit dem deutsch-französischen Joint Venture All4One an. Er hat die zurzeit besten deutschen Profis Matti Paschen und Michael Müller mit an Bord des Schiffes gebracht, das auch für den Kieler Yacht Club startet. Am Steuer steht der Franzose Sebastian Col, der zuletzt auf der Match Race Tour nicht mehr überzeugen konnte.

Team New Zealand Cupper. Zwei gleichschnelle Boote werden zwischen den Teams getauscht. © Paul Todd / outsideimages.co.nz

Interessant ist das zweite Franzosen-Team Aleph mit Altmeister Bertrand Pacé am Steuer. Er hatte sich für das rein französische Syndikat eigentlich mit Philippe Presti zusammengetan. Aber die Kooperation ist offenbar kurz vor der Regatta auseinander gebrochen. Jetzt vertraut Pacé auf den besten französischen Match Racer Mathieu Richard und sein Team, sowie Damien Iehl. Beim Omega Cup in der Vorwoche funktionierte das Team noch nicht.

Besonders spannend wird der Auftritt des schwedischen Artemis Teams von Öl-Händler Torbjorn Tornqvist sein. Nach einem geduldigen Aufbau in der TP 52 und der RC44 Klasse ist er offenbar jetzt bereit für den großen Sport. Mit Terry Hutchinson (USA) am Steuer und Paul Cayard als Skipper hat er zwei Superstars verpflichtet. Sie holten elf Neuseeländer an Bord und sollten in den nächsten Jahren zu den Schwergewichten der Szene werden.

Das sind zurzeit die Briten vom Team Origin mit den Olympiasiegern Ben Ainslie (Steuer) und Iain Percy (Taktik) in der Verantwortung. Sie werden ebenso an der Spitze der Louis Vuitton Trophy erwartet wie das Team New Zealand mit Dean Barker (Steuer) und Ray Davies (Taktik).

Event-Seite: http://www.louisvuittontrophy.com/home

Carsten Kemmling

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Carsten Kemmling

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