Düstere Gedanken auf “Neutrogena”, Flotte segelt im Entenmarsch

"Überall Plastik im Wasser..."

"Neutrogena" gibt Gas. Breymaier ist erschreckt über den vielen Müll im Wasser. © FNOB

Das Passieren der knapp hintereinander liegenden Eistore lässt nach wie vor kaum einen Spielraum für taktische Meisterstücke. Das Feld segelt wie auf einer Perlenschnur aufgereiht hintereinander her. „Virbac“ ist an der Spitze zwar nach wie vor das schnellste Schiff im Feld, die Franzosen ersegeln sich allerdings schlechte VMG Werte, weil sie vom geraden Weg abkommen.

Boris und Ryan scheinen immer noch ihren Spaß zu haben. © FNOB

VMG heißt Velocity Made Good und gibt den Speed an, denn die Yacht in Bezug auf den Zielpunkt schafft. Wer zur Luvtonne kreuzt, kann langsam hoch knüppeln oder schnell und tief segeln. Der beste VMG Wert wird ein Mittelkurs sein. “Virbac” segelt mit Speed vom Tor weg, um besser auf eine erwartete Rechtsdrehung reagieren zu können.

Peyron und Dick hatten einmal 740 Meilen Vorsprung, nun sind es noch 580 auf „Mapfre“. Die spanischen Olympiasieger konnten ihrerseits wieder 100 Meilen zwischen sich und die Verfolger legen.

Karte am 31.1. "Virbac" vorne ist schnell unterwegs, segelt aber einen Umweg zum nächsten Tor.

„Neutrogena“ mit Boris Hermann befindet sich wie schon seit Tagen im beinharten Zweikampf mit der sechstplazierten „Mirabaud“. „Wir haben in den vergangenen Tagen viel aufgeholt und machen hoffentlich nichts Blödes, um wieder zurückzufallen“, sagt Ryan Breymaier.

Er macht sich aber auch globalere Gedanken. Es sei nicht gut, dass das Eis nun bis zum 44. Breitengrad nach Norden treibe. „So hoch war es noch nie bei einer Regatta um die Welt. Das ist anders als sonst. Ist es der Klimawandel? Ich bin nicht sicher.“

Loick Peyron fotografiert aus dem Mast sich und den Kollegen Dick am Grinder. Ihre Führung ist komfortabel. © FNOB

Viel mehr ärgert sich der Amerikaner über die Verschmutzung der Meere. „Hier schwimmt überall Plastik im Wasser. Flaschen, Behälter, Dosen, Kannen, Fischernetze, es ist schrecklich, widerlich. Ich bin schon fünfmal über den Atlantik gesegelt. Und schon beim letzen Törn von Costa Rica aus war es schlimm. Aber nun ist es nach dem Passieren des Äquators am Rande des Südatlantischen Hochs noch fieser.“

Dennoch scheint das Duo immer noch Spaß an Bord zu haben. Ryan nimmt uns im Video mit auf den Mast:


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Carsten Kemmling

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Ein Kommentar „Düstere Gedanken auf “Neutrogena”, Flotte segelt im Entenmarsch“

  1. avatar Ole H. sagt:

    Zum Plastikmüll: Ryan ist empört über das, was er SIEHT – aber viel schlimmer sind die mikrofeinen Plastikteilchen, eine Art Plastik-Plankton, der nach einiger Zeit entsteht. Das Zeug ist dann nicht mehr sichtbar, aber kaum weniger gefährlich, da es in die Nahrungskette gelangt.

    Hierüber gab es gerade in den letzten Tagen einige Medienberichte.

    Links?
    http://www.faz.net/s/Rub80665A3C1FA14FB9967DBF46652868E9/Doc~E7BA7B61A51E54B158EBC69C7373EFCBA~ATpl~Ecommon~Scontent.html
    http://www.mare.de/index.php?article_id=830

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