Norweger segeln seit fünf Jahren mit ihrer Contessa “Bika”

Eigenheim-Alternative. Auf 26 Füßen um die Welt


Die Norweger Nina Kristin Nielsen (39) und Henrik Nor-Hansen (43) sind seit Mai 2005 mit ihrer Contessa 26 „Bika“ unterwegs auf dem Weg um den Globus. Sie ist Chemikerin und Umwelt-Ingenieur, er arbeitet als Buch- und Gedicht-Autor.

Die Contessa 26 "Bika" vor Anker in der Südsee. Der Langkieler ist spartanisch ausgerüstet aber erfüllt seinen Zweck. © H. Hansen

Er ist der Segler, und hat das Handwerk auf Jollen und bei längeren Törns ab Stavanger gelernt. Sie dachte niemals ans Segeln bevor sie ihn traf. Eigentlich wollten beide zusammen ein Haus kaufen, aber die Bank lehnte das ab. Die „Bika“ war die passende Eigenheim-Alternative.

Aber im nassen, kalten Norwegen ist das Leben auf einem Boot kein Spaß. Also begannen sie ihren Törn, der bis heute andauert. Sie haben keinen Karten Plotter an Bord oder ähnliche elektronischen Hilfen. „Wir wollen das Segeln einfach halten“, sagen sie auf ihrer Website.

Henriks Blog trägt philosophische Züge und fesselt mit ungewöhnlichen Fotos. „Wir schreiben nicht über Technisches oder das Segeln. Es geht darum, unsere Art des Fahrtensegelns, auf den Oceanen, die wir queren und in den Ländern, die wir besuchen zu verstehen. Wir versuchen das Cruising so einfach wie möglich zu halten“

Die ungewöhnliche Route der "Bika". In fünf Jahren von Stavanger nach San Francisco. Das letzte Stück über Land. © H. Hansen

Das Paar ist in San Francisco angekommen nach einer  außergewöhnlichen Route. In dem älteren Video wird der  Törn und das Leben auf 9 Quadratmetern porträtiert. Demnach haben die Norweger bei ihrem kleinen Langkieler die Einbau-Maschine zugunsten eines 4 PS Außenborders entfernt, um Gewicht zu sparen.

Beim Kochen unter Deck wird sie seekrank. Deshalb kocht Henrik. Besonders gut fand Nina die Atlantik Überquerung . „12 Tage sahen wir absolut nichts von der Zivilisation. Keine Flugzeuge, keine Boote. Das war toll.“

Die kleine "Bika" ist spartanisch ausgerüstet aber mit einem soliden Ankergeschirr versehen. © H. Hansen

Extrem war ein 43 Knoten Sturm. Im Bild ist auch eine Windhose zu sehen. Nina spricht über Zwischenmenschliches. „Ich wollte ihn zeitweise aus ihrem Leben streichen. Aber dann hat es doch immer wieder geklappt. Man muss seinen Partner eben sehr vorsichtig aussuchen. Wenn er nicht auf einer Contessa mitsegeln will, ist er vielleicht nicht der Richtige.“

Die Katze „Luna“ ist mitten auf dem Atlantik nachts über Bord gewaschen worden. Das Paar wurde davon sehr getroffen. Sie überlegten, den gesamten Törn zu beenden. „Wir wollten nicht, dass so etwas wieder passiert. Einer Katze oder uns.“

Aber schließlich schafften sie eine neue Bordkatze an und segeln immer noch. „Wir mögen das Reisen und es ist ein toller alternativer Lebensstil.“

Einige Bilder vom Schiff

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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