Extreme Sailing Series: Alinghi siegt in Sankt Petersburg – Segeln vor goldenen Dächern

Vor historischer Kulisse rasen

Alinghi hat Act 5 bei der Extreme Sailing Series in Sankt Petersburg gewonnen und schließt zu Oman Air auf. Kurz nach der Sailing Champions League fanden die Rennen mitten in der Stadt statt.

Erst im letzten, äußerst spannenden Rennen hat Alinghi am Sonntag im russischen Sankt Petersburg Act 5 der Extreme Sailing Series gewonnen. Für die Schweizer war es der zweite Sieg bei einem Act in diesem Jahr.

Extreme Sailing Series, St Petersburg

© Lloyd Images

Die Mannschaft hatte den letzten und entscheidenden Tag von Act 5, presented by SAP, in Führung liegend begonnen. Der Vorsprung vor dem Führenden der Saisonwertung Oman Air war aber zu diesem Zeitpunkt äußerst knapp. Bis zum Start der letzten Wettfahrt konnte Morgan Larsons Team nach Punkten sogar zu Alinghi aufschließen.

Wer Act 5 gewinnen würde, sollte also erst im abschließenden Rennen im direkten Duell der beiden Teams entschieden werden. Es wurde eines der bislang spannendsten Finale der diesjährigen Saison.

Extreme Sailing Series, St Petersburg

Alinghi hebt ab vor der goldenen Kuppel und siegt. © Lloyd Images

Alinghi mit dem 27 Jahre alten Schweizer Segelstar Arnaud Psarofaghis am Steuergewann den Start und führte das Feld bei der ersten Bahnmarke mit knappen Vorsprung an. Larsons unter der Flagge Omans segelndes Team versuchte, auf der anschließenden Vorm-Wind-Strecke aufzuschließen, hatte aber Mühe, sich den Weg durch das Feld zu bahnen. An der Spitze dagegen konnte Alinghi sich ganz auf das eigene Rennen konzentrieren und zog den Konkurrenten davon, gewann die Wettfahrt und damit auch Act 5.

Insgesamt 24 Rennen konnten während des viertägigen Acts auf der Newa, nur wenige Meter vor dem Flussufer, ausgetragen werden. SAP Sailing Analytics belegte, dass Alinghi der beste Starter war und die wenigsten Manöver segelte. 15 Podestplätze, darunter acht Siege, waren die Belohnung.

Extreme Sailing Series, St Petersburg

Der Regattakurs mitten in der Stadt. © Lloyd Images

„Ich freue mich für das Team und mich selbst – wir hatten einen großartigen Tag“, sagte Psarofaghis: „Es wurde uns alles abverlangt. Oman Air war vor dem letzten Rennen punktgleich, und dann schlief auch noch der Wind ein. Das hat uns ein bisschen nervös gemacht, denn wir hätten den Act nicht gewonnen, wenn das Rennen abgebrochen worden wäre. Glücklicherweise kam der Wind noch rechtzeitig zurück. In Hamburg, wo wir die letzte Wettfahrt gewannen und dennoch den Gesamtsieg verpassten, hatten wir Pech gehabt. Diesmal war das Glück auf unserer Seite. Wir hatten uns vorgenommen, um diesen Sieg zu kämpfen, und hatten dann auch gleich einen tollen Start. Wir haben die gesamte Wettfahrt hindurch geführt und konnten beobachten, wie Oman Air mit dem Rest des Feldes zu kämpfen hatte. wir sind jetzt sehr zuversichtlich. Wir haben gezeigt, dass wir Acts gewinnen und bei allen Bedingungen gut segeln können. Der Druck lastet jetzt auf Oman Air – wir haben nichts zu verlieren, die schon.“

Der geschlagene Oman Air Skipper Morgan Larson erkannte die Leistung seines stärksten Konkurrenten an, versprach aber, dass sein Team beim nächsten Act, der später diesen Monat auf Madeira stattfinden wird, mit alter Stärke zurückkommen werde. „Alinghi hat einen tollen Start hingelegt und hatte auch ein bisschen mehr Speed. Das Team ist konsequent sein eigenes Rennen gefahren, ohne nach hinten zu blicken. Da kann ich nur sagen: Hut ab!“, sagte Larson: „Arnaud ist ein kommender Star und hat viel Talent für diese Boote. Seine Mannschaft funktioniert sehr zuverlässig. Ich weiß, wie sie sich vorbereiten, und ich weiß auch, wie wir sie schlagen können. Wir hatten heute das Gefühl, wirklich gut zu segeln. Wenn wir so weitermachen, werden wir das nächste Mal wieder gewinnen.“

Extreme Sailing Series, St Petersburg

SAP im Zweikampf mit den Russen. © Lloyd Images

Auch weiter hinten im Feld wurde mit harten Bandagen gekämpft. Vor allem das österreichische Red Bull Sailing Team und das dänische SAP Extreme Sailing Team rangen intensiv um den dritten Podestplatz bei diesem Act. Die Österreicher behielten in diesem Duell schließlich die Nase vorn und verwiesen die Dänen auf Rang vier.

„Wir sind eines von nur zwei Teams, die bei allen Acts auf dem Treppchen standen. Das ist eine tolle Leistung, wir müssen aber über die vier Tage noch konstanter werden“, sagte Red Bull Sailing Teams Skipper Roman Hagara: „Wenn wir das schaffen, haben wir das Potenzial, Oman Air und Alinghi zu besiegen, und genau das ist unser Ziel für den nächsten Act.“

Extreme Sailing Series, St Petersburg

Das Land Rover Team beim Foiling an historischer Stätte. © Lloyd Images

Vor den letzten drei Acts liegt Oman Air in der Saisonwertung nun fünf Punkte vor Alinghi. Mit einem weiteren Punkt weniger folgt Red Bull Sailing Team auf Rang drei.

Dank eines Podestplatzes in der letzten Wettfahrt konnte sich Land Rover BAR Academy in Sankt Petersburg noch auf Rang fünf verbessern. Die Heimmannschaft Gazprom Team Russia begeisterte die Zuschauer mit Platz zwei in diesem Rennen. Das Team Sail Portugal – Visit Madeira wurde hingegen Letzter und rutschte damit auch in der Gesamtwertung von Act 5 auf Platz sieben ab.

Die nächste Station der Extreme Sailing Series ist vom 22. bis 25. September die portugiesische Insel Madeira.

Extreme Sailing Series™ Act 5, Sankt Petersburg , Gesamtwertung

Rang / Team / Punkte
1. Alinghi (SUI) Arnaud Psarofaghis, Nicolas Charbonnier, Timothé Lapauw, Nils Frei, Yves Detrey 255 Punkte.
2. Oman Air (OMA) Morgan Larson, Pete Greenhalgh, James Wierzbowski, Ed Smyth, Nasser Al Mashari 249 Punkte.
3. Red Bull Sailing Team (AUT) Roman Hagara, Hans Peter Steinacher, Stewart Dodson, Adam Piggott, Jérémy Bachelin 226 Punkte.
4. SAP Extreme Sailing Team (DEN) Jes Gram-Hansen, Rasmus Køstner, Mads Emil Stephensen, Pierluigi De Felice, Renato Conde 223 Punkte.
5. Land Rover BAR Academy (GBR) Neil Hunter, Chris Taylor, Will Alloway, Sam Batten, Adam Kay 209 Punkte.
6. Gazprom Team Russia (RUS) Phil Robertson, Will Tiller, Shane Diviney, Alexsey Kulakov, Victor Serezhkin 207 Punkte.
7. Sail Portugal – Visit Madeira (POR) Diogo Cayolla, Frederico Melo, Nuno Barreto, Antonio Fontes, João Matos Rosa 206 Punkte.

Ergebnisse im Überblick

Extreme Sailing Series™ 2016 Saisonwertung
Rang / Team / Punkte
1. Oman Air (OMA) 58 Punkte.
2. Alinghi (SUI) 53 Punkte.
3. Red Bull Sailing Team (AUT) 52 Punkte.
4. SAP Extreme Sailing Team (DEN) 43 Punkte.
5. Land Rover BAR Academy (GBR) 39 Punkte.
6. Sail Portugal – Visit Madeira (POR) 33 Punkte.
7. CHINA One (CHN) 29 Punkte.
8. Team Turx (TUR) 11 Punkte.
9. Gazprom Team Russia (RUS) 7 Punkte.

Übertragung vom letzten Tag:

Quelle: Extreme Sailing Series

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