Extreme Sailing Series: High Speed Sailing wieder in Hamburg – diesmal auf Tragflächen

Die Foiler kommen

2015 Extreme Sailing Series - Act 5 - Hamburg

Teure, aber auch spektakuläre Kulisse: Extreme Sailing Series Act 5 vor der Hamburger Elbphilharmonie © jesus renado
Credit Jesus Renado.

Die Extreme Sailing wird erneut im Hamburger Hafen Station machen. Diesmal wird mit GC32 Foilern gesegelt. Der Bootstyp, mit dem sich Franck Cammas fast einen Fuß absegelte.

Es ist noch nicht lange her, da hatten die Organisatoren der Extreme Sailing Series kategorisch die Möglichkeit ausgeschlossen, dass man das erfolgreiche Stadtkurs-Konzept mit den modernen Foilern realisieren könnte. Zu wenig Platz, zu gefährlich.

Alinghi hat die 2015 Bullitt GC32 Racing Tour auf der Kieler Innenförde gewonnen. © Sander van der Borch

Alinghi hat die 2015 Bullitt GC32 Racing Tour auf der Kieler Innenförde gewonnen. © Sander van der Borch

Aber in einer Zeit, da die Präsenz der Tragflächen-Boote besonders durch die Leitveranstaltung America’s Cup immer mehr in den Vordergrund rücken, war mit den alten 40 Fuß Katamaranen kein Staat mehr zu machen.

Die Spitzensegler müssen sich im Foiling üben. Das macht ihren Marktwert für potenzielle Cup-Engagements aus. Der Extreme Sailing Series Dauersieger Leigh McMillan hat so gerade noch den Absprung geschafft, und sich einen Platz im britischen America’s Cup Team von Ben Ainslie gesichert. Aber damit die Sailing Series weiterhin als Sprungbrett dienen kann, musste sie sich auf die Anforderungen des Cups zu bewegen.

Foiler vor Live Publikum

Der Schritt war logisch. Nun muss sich zeigen, ob das wirklich funktioniert. Ob diese Regatta mit den engen Kursen vor elektrisiertem Live-Publikum auch mit den vielfach schnelleren Foilern ohne schwere Zusammenstöße über die Bühne gehen kann.

Sie sollen nämlich erneut zum Beispiel nach Hamburg kommen. Das wurde bei der America’s Cup Presentation des Land Rover BAR Teams auf der boot in Düsseldorf bekannt, als Ben Ainslie ankündigte, ein britisches Jugendteam zur EXSS schicken zu wollen. Den Cup Teams selber ist die Teilnahme verboten.

GS32 ⚔ Marseille ✔Latitude & Longitude: 43º 13’ 84″ N ● 5º 20′ 08″ E | Channel: VHF 16

So sieht das aus: GC32 Foiler in Marseilles

Im vergangenen Juli kamen rund 45 000 Zuschauer, als die Extreme Sailing Series vor der Kulisse der Hamburger HafenCity Station machte. Diesmal soll es im Sommer wieder so weit sein.

Christian Uhrig, Leiter Marketing Kommunikation Jaguar Land Rover Deutschland sagte in Düsseldorf: “Wir freuen uns auf die Regatten der America’s Cup World Series und der Extreme Sailing Series – und nach dem Erfolg in Hamburg letztes Jahr hoffen wir natürlich, dass wir auch in diesem Jahr wieder viele Zuschauer für den Segelsport begeistern können.”

Schwerer Unfall von Cammas

Die offizielle Liste der Veranstaltungsstandorte und der teilnehmenden Teams ist noch nicht bekannt gegeben worden. Aber die erste Regatta startet vom 16. bis 19. März im Oman.

Zwischenzeitlich wird dem einen oder anderen Entscheider allerdings etwas mulmig zumute gewesen sein, als der Unfall des französischen Spitzenseglers Franck Cammas bekannt geworden ist. Er ist bei einem Training genau auf so einem GC32 von Bord gefallen, mit dem auch die Rennen in Hamburg gesegelt werden. Dabei wurde er vom T-Foil des Ruders erwischt und erlitt eine schwere Fußverletzung.

Die Veranstalter müssen sich nun Gedanken machen, wie die Risiken eines solchen Spektakels auf engen Stadtkursen minimiert werden können. Vielleicht hoffen sie auf so wenig Wind, wie er im vergangenen Jahr in Kiel herrschte. Dann treiben auch die Foiler flügellahm über den Parcours. Aber da will man ja eigentlich auch nicht.

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Carsten Kemmling

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4 Kommentare zu „Extreme Sailing Series: High Speed Sailing wieder in Hamburg – diesmal auf Tragflächen“

  1. avatar Super-Spät-Segler sagt:

    …fast den Fuß absegelte…?!

    Carsten, Du selbst schriebst damals:

    Erste Berichte über einen nahezu abgetrennten Fuß haben sich damit nicht bestätigt.
    Auch in Bezug auf die befürchteten Sehnen- und Nervenabrissen gab es Entwarnung.

    Warum kramst Du jetzt wieder die olle Räuberpistole hervor?

    PS: Nicht die Profilvorderkante ist scharf, sondern die Hinterkante

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  2. avatar dubblebubble sagt:

    Fuss absegeln? Wie öde. Wenn ich mit meinem Schnellboot unterwegs bin, segel ich mir jedesmal den Arsch ab.

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