Extreme Sailing Series Video: Demolition Derby in Qingdao. Gäbler war mittendrin

"Am Ende hat es sogar Spaß gemacht"

Vier Rennen. Vier Kenterungen. Schlimmer hätte es kaum kommen können. Der ablandige Wind vor Qingdao zeigte seine Zähne wie nie zu vor. Böen bis 35 Knoten führten zu wilden Kenterungen und Kollisionen. Außer Kontrolle flogen die Boote um uns nur so umher. Ein Anblick der nicht mehr schön war.

Khamis Al Anbouri sitzt genervt auf dem umgekippten "The Wave" Kat. © Lloyd Images/Extreme Sailing Series

So ein Extreme40 ist knapp über 12 Meter lang und wiegt 1.2 Tonnen und hat rund 180qm Segelfläche. Wenn man mit diesem Boot einen Stecker fährt und sich überschlägt, dann hört der Spass auf. Leider wurde ein Segler auch verletzt und liegt im Krankenhaus. Er ist OK und kommt in ein paar Tagen wieder auf die Beine. Zum Glück.

Vier Kenterungen an einem Tag hat es noch nie gegeben. Rund 40% des Feldes sind ausgefallen. Das komplette Team des Oman mit 2 Booten hat bei seinen Booten das Rigg verloren. Das Team ist im Schockzustand. Jetzt liegen die Boote kopfüber am Steg. Kein schöner Anblick.

Wir haben uns so über den Kurs gerettet und wollten die Rennen einfach nur heil überstehen. Am Anfang hatten wir noch so unsere Probleme, aber von Rennen zu Rennen kamen wir besser in Schwung. Wir mussten uns langsam an das Limit des Bootes heranmachen ohne dabei zu kentern. Am Ende hat es uns sogar Spass gemacht. Wir haben uns schnell an die Hammerböen gewöhnt und segelten immer sicherer und besser.

Nun hoffen wir, das sich der Wind bis morgen etwas beruhigt und wir uns noch verbessern können. Leider haben wir heute einen Platz verloren. Doch die Sicherheit des Teams war mir wichtiger.

Doch diesen Tag in Qingdao wird uns allen in Erinnerung bleiben. Das Olympia Finale mit den 49er und Tornados hatte ja schon mal gezeigt, was hier vor Qingdao abgehen kann. Dieses heute hat das noch mal alles getoppt. Morgen geht es weiter. Wir werden alles geben.

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12 Kommentare zu „Extreme Sailing Series Video: Demolition Derby in Qingdao. Gäbler war mittendrin“

  1. avatar bläck sagt:

    Der Preis der Geschwindigkeit. Mit einem Einrümpfer würde sowas nicht passieren….

    🙂

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 0

  2. avatar bläck sagt:

    So muss man sich das vorstellen wenn Khamis Al Anbouri mit seinem Walfisch gassi geht…

    🙂

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  3. avatar Frank sagt:

    Wenn ich dass richtig gesehen habe – die Segler fallen aus etwa 6 – 8 Meter Höhe (Zweiter Stock) aufs Wasser oder ins Rigg, unmittelbar danach knallt der schwere Rumpf drauf – wenn etwas schlimmeres passiert wäre (Schädeltrauma mit Dauerfolge oder änliches) – ich würde auf “grobe Fahrlässigkeit” plädieren und damit durchkommen.

    Aber wenn hier nur ein paar “untertakelte” Einrümpfer regattiert hätten, gäbe es keine Bilder, kein Interesse, keine Sponsoren, keine Teams und wahrscheinlich gar keine Regatta.

    “am Ende hat es sogar Spass gemacht…” – kommt mir vor wie der Gewinner eines Formel 1 Rennen, in dem es einen Konkurrenten halt in die Planken gekreiselt hat – kann ja mal passieren – und der Wahnsinn geht weiter und wir schauen zu.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 5 Daumen runter 9

  4. Habe wenig Kat-Erfahrung…. aber warum fiert man nicht sofort beide Schoten 100% weg? Es gibt doch den roten emergency Knopf auf den E40.

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  5. avatar Ketzer sagt:

    Aua, der Mast bricht, weil da einer der Besatzung drauf fällt. Das gibt wohl ‘nen dicken, blauen Fleck. Und danach die Plattform mit Kawums auf die Birne… Das hat vermutlich am Ende keinen Spaß mehr gemacht. Aber gut, sie machen’s ja freiwillig.

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  6. avatar jorgo sagt:

    Fehlkonstruktion!

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  7. avatar Christian sagt:

    Leute, die Kats sind nur deshalb spektakulär, weil sie bei 30 kn am Limit sind. Es gibt Einrumpfboote, die sind bei 20 kn am Limit. Und Trimarane, die es bei 12 sind….

    DieExtreme 40- Segler sind Profis, sie wissen, auf was sie sich einlassen. Klar, das Race Management setzt geradezu auf Stunts und Abflüge, das kann man durchaus kritisieren. Aber anschauen tue ich mir das allemal lieber als eine Drachen-Regatta 😉

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  8. avatar jorgo sagt:

    Purer Voyeurismus also.
    Die Segler sind Profis, klar. Aber bewusst lassen Sie sich nicht immer auf diese Gefahr ein … das ist dann wohl mehr ein (notwendiges?) Übel. Das Problem sind doch Veranstalter, die keine Ahnung haben weil sie noch nie auf so einer Kiste gesessen haben, sowie Sendezeiten. The show must go on! Soetwas kann auch ins Auge gehen. Im Gegensatz zu vielen anderen Sportarten sind wir Segler (bin selbst sehr aktiver Kat-Segler und weiß absolut wovon ich spreche) sehr ungeschützt im “Crash-Fall”. Das kann richtig heftig ausgehen.
    @ christian: Wenn die Kisten bis 30 Knoten Wind ausgelegt sind, dann gehören sie also folgerichtig bei 35 Knoten plus nicht auf See, oder?

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    • avatar Christian sagt:

      @jorgo: Ja, bei 35 kn hätte ich als Veranstalter ,wenn überhaupt, dann nur nur mit stark verkleinerter Segelfläche segeln lassen. Ist doch eigentlich kein Problem, einen Starkwindsegelsatz samt Gennaker zu schneidern, mit ca. halber Segelfläche. Außerdem Helmpflicht einführen usw. Dann ginge es auch bei 35 k.

      Klar ist es Voyeurismus. Aber keiner von der üblen Sorte. Formel 1 mit potentiell tödlichem Ausgang bei einem Unfall ist wesentlich problematischer. Oder “Wetten, dass…”

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  9. avatar Schlaufux sagt:

    Das ist aber auch im Ansatz verkackt.
    Profis hin oder her.
    Die Jib erzeugt so dicht nunmal keinen Auftrieb und dann kann man
    in der Vorstart Phase mit halbem Wind nicht so powern.
    Die Gennaker erzeugen auch Massiv AUftrieb, damit das nicht passiert,
    aber eben nicht das Amwindsegel.

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  10. avatar <°((( ~~< sagt:

    Au! Au! Auaaa! Haltet Euch doch fest! Auaaa!

    Das tut ja schon beim Zuschauen weh: Wenn da einer den Mast zerbricht indem er drauf fällt – hätte auch eine gebrochene Hüfte oder schlimmeres geben können. Puh!

    Eine Wiederholung weniger hätte vielleicht auch genügt – gibt es denn irgendwo eine Zusammenfassung vom restlichen Rennen?

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