Finn Gold Cup: Kasüskes Wechselbad der Gefühle – Scott holt vierten Titel in Folge

Happy End

Für Phillip Kasüske wird der Finn Dinghy Gold Cup mit einem Happy End zu Ende gehen. Nach großer Enttäuschung half ihm eine erstaunliche Wendung des Schicksals.

“Ziemlich schwache Performance meinerseits heute. Drei schlechte Rennen in 25 Knoten Wind. Insgesamt auf Rang 11 zurückgefallen.” Phillip Kasüske Bilanz des fünften Tages Finn Dinghy Weltmeisterschaft im italienischen Gaeta klang enttäuscht. Als Führender war in den Renntag gegangen und schließlich schrammte er um einen Punkt auf Rang elf am Medalrace vorbei.

Max Kohlhoff

Max Kohlhoff knallt in eine Welle. © Robert Deaves

Dabei muss es dem 21-Jährigen klar gewesen sein, dass es bei dem plötzlich einsetzenden Wind zwischen 18 und 25 Knoten nicht mehr viel zu holen geben würde. Bei Starkwind sind im Finn-Dinghy die Karten gleich gemischt. Da gibt es keinen Spielraum für Überraschungen. Die Platzierungen orientieren sich deutlich am Kraft-Potenzial der Schwerathleten. Und das wächst nicht über Nacht.

Gegen den aufkommenden Wind konnte Kasüske nichts machen. Aber er ärgert sich, dass er in zwei von drei Rennen kentert. Viele Trainingsstunden bei Starkwind sind absolviert. Da muss er nicht mit dem Kahn umkippen. Dennoch Platz elf. Das hätte er sich vorher nicht erträumen lassen. So sagt er dann auch im trotz erster Enttäuschung über das verpasste Medalrace. “Bin insgesamt trotzdem zufrieden mit meiner Leistung hier.” Nie hätte er vor der WM erwarten können, an den Top Ten zu kratzen.

Erstaunliche Wendung

Aber dann nimmt das Schicksal noch eine erstaunliche Wendung. Der Kroate Milan Vujasinovic protestiert im letzten Rennen gegen seinen Team-Kollegen Ivan Kljakovic Gaspic, wohl um der internen Olympiaqualifikation zu punkten. Er wird  aber selber disqualifiziert. Dabei lag er als 20. genau einen Platz vor Kasüske. Der rutscht damit in diesem Rennen auf Rang 20 vor, muss einen Punkt weniger in der Gesamtwertung mitnehmen und überholt damit den Esten Deniss Karpak, vor dem er nun punktgleich ins Medalrace einzieht. So segelt der Berliner noch das Medalrace auf einem Kurs mit starken Winddrehern direkt vor Gaeta und könnte theoretisch noch auf Rang sechs vorrücken.

Unbeachtet von solchen Wechselbädern der Gefühle sichert sich der Brite Giles Scott den vierten WM-Titel in Folge schon vor dem Medalrace. Sein Vorsprung auf  Jonas Hogh-Christensen ist uneinholbar. Aber mit dem Ergebnis hat sich auch der dänische Olympia-Silbermedaillen-Gewinner von 2012, der durch das legendäre Olympia-Finale gegen Ainslie ins Rampenlicht trat (Replay-Video, /Analyse), nach dem Rücktritt vom Rücktritt und zweijähriger Pause rechtzeitig vor Rio wieder in Form gebracht.

Die weiteren deutschen Ergebnisse:
31. Eike Martens
35. Max Kohlhoff
38. Simon Gorgels
46. Jan Kurfeld
49. Ulli Kurfeld

Finn Gold Cup 2016 Ergebnisse

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Carsten Kemmling

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5 Kommentare zu „Finn Gold Cup: Kasüskes Wechselbad der Gefühle – Scott holt vierten Titel in Folge“

  1. avatar Lyr sagt:

    stark !!!

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  2. avatar Fakt sagt:

    Gerne hätte ich in dem Artikel auch etwas über die Auswirkungen des Top-Ten-Ergebnisses auf eine eventuelle DSV-Förderung gelesen. Wird Phillip jetzt in den A-Kader aufgenommen ?

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  3. avatar Fastnetwinner sagt:

    Sieht schon ziemlich nach Hengstpunkten aus. Respekt! Nach drei Minuten Tiererei dachte ich dann an die Mottensegler, die tiefenentspannt mit nem Coffee-to-go ohne zu Pumpen an den Finns vorbeifliegen, bei zeitgleich geringerem Budget….

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  4. avatar Fakt sagt:

    Um 14:00 gehts um die Medaillen und für Phillip um die Zugehörigkeit zum “TOP-Team” des STG, wenn er mindestens Platz 8 erreicht.

    “How to follow the Medal Race? The MR will start around 2pm in front of the medieval city. Live pit lane interviews from 1pm. Live start and mark roundings of the MR on this page followed by Live wet podium. Stay tuned!”

    http://2016.finngoldcup.org/

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