Foiler Hype: Gleichauf mit Formula 18 Kats – Diskussion um Tragflächen

Low Rider schlagen zurück

Franck Cammas puscht den Flying Phantom:

Mit dem America’s Cup in San Francisco hat das Segeln auf Tragflächen einen Durchbruch erlebt. Designs für Jedermann strömen auf den Markt. Aber ist das wirklich die Zukunft?

Der Hellecat Autumn Cup auf der Nordsee bei Amsterdam hat gezeigt, dass die neuen Foiler Katamarane noch längst nicht das Non plus Ultra sind. Xander Pols war mit seinem Nacra 20 Carbon FCS trotz seiner Tragflächen auf dem Kurs weniger schnell als von vielen erwartet.

Franck Cammas, Flying Phantom

Franck Cammas foilt mit dem Flying Phantom. © Phantom

Damit könnte sich bestätigen, was auch schon der Flying Phantom andeutet. Auf einem klassischen Up and down Kurs sind die Flügel-Segler aber vielleicht doch noch nicht so überlegen, wie es bisher den Anschein hatte. Der Phantom hat zwar auf der Langstrecke unter Gennaker schon deutliche Siege gefeiert. Aber auf auf einem Kurs inklusive Kreuz blieb er den Beweis noch schuldig.

Niederlagen für Foiler

So ist in der Katamaran-Szene längst die Diskussion entfacht, ob die Foiler tatsächlich die Zukunft sind. Denn sie haben zuletzt schon andere schmerzliche Niederlagen erlitten. Bei der A-Cat IDM 2014 in Berlin hat Thilo Keller mit einem traditionellen Design den Weltmeister Mischa Heemskerk auf Foils geschlagen. Und zum Beispiel der M2-Kat von Rolf Hufnagl lag bei der Langstrecke auf dem Balaton vor den GC32.

Nacra 20, Foiler

Nacra 20 auf Foils. Niederlage gegen F18 Kats. © Danny Broersen

Aber diese Niederlagen auch bei den großen Rund Um Regatten haben sehr mit den Bedingungen zu tun. Sobald der Wind fehlt, um die Foiler aus dem Wasser zu heben, schleppen sie ihre Profile durch das Wasser und weisen einen größeren Widerstand auf.

Im Gegensatz zu den America’s Cup Kats fehlen die Allround-Fähigkeiten. Die Cupper konnten sich auch auf dem Kreuzkurs aus dem Wasser heben und wurden beim extrem schnellen Wenden von den anstellbaren Foils unterstützt. Davon sind die Foiler Kats noch weit entfernt. Der GC32 foilt einzelne Halsen durch, die Zweimann-Foiler Kats klatschen bei dem Manöver noch ins Wasser und bremsen stark.

Aber geht es darum? Das Video von Franck Cammas oben zeigt erneut die spektakuläre neue Dimension des Flug-Segelns. Das neue Segelgefühl ist überragend. Es bleibt spannend, wie weit diese Entwicklung im Segelsport auf die Spitze getrieben werden kann.

Der nächste America’s Cup wird einen weiteren Schub bringen. Denn die neuen AC62 Kats werden weniger durch die Regeln beschränkt sein und noch effektiveres Tragflächensegeln zeigen. Denn das müssen sie auch. In San Diego oder Bermuda wird deutlich weniger Wind als in San Francisco herrschen.

Die Moth Segler immerhin haben diese Phase des Zweifelns längst hinter sich. Sie sind klar die schnellsten Boote ihrer Art auf dem Kurs. Im wahrsten Sinne von oben herab sehen sie sich die Low-Rider Kollegen an. Die gehören längst zum alten Eisen.

Ergebnisse Hellecat Autumn Cup

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Carsten Kemmling

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6 Kommentare zu „Foiler Hype: Gleichauf mit Formula 18 Kats – Diskussion um Tragflächen“

  1. avatar Super-Spät-Segler sagt:

    Unter dem (übrigens nach Texel-Rating korrigierten) Gesamtergebnis gibt es auch Tabellen mit den die echten Zeiten.

    Dort liegen die foilenden Kats überwiegend deutlich vor den F18.

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    • avatar jorgo sagt:

      Wäre wohl auch zu traurig wenn ein 20 Füsser aus Carbon in jeder Wettfahrt hinter dem “Low-Tech GFK/Alu Formula 18” im Ziel wäre. Immerhin waren die F 18 in einigen Wettfahrten auch gesegelt vorn.

      Für die funktionierende Formula 18 spricht übrigens auch, dass das (wie gesagt LowTech) Gerät auch gegenüber dem kaum kürzerem, jedoch viel leichteren und empfindlicheren olympischen Halbflieger N 17 mindestens gleichwertig segelt.

      Brandneue F 18 der letzten Generation gibt es schon für unter € 20.000,- , absolut konkurrenzfähige Gebrauchtboote schon ab € 10.000,-. Jetzt einsteigen und eine WM 2015 vor Kiel mit 160 – 180 Konkurrenten segeln!

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 6 Daumen runter 2

      • avatar Super-Spät-Segler sagt:

        Mich brauchst Du von F18 nicht zu überzeugen, segel selber einen 😉

        Aber wenn Du auf die Tabellen mit den Zeiten schaust, dann siehst Du, daß nur in Wettfahrt 11 ein F18er schneller gesegelt ist als ein FCS.

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  2. avatar dubblebubble sagt:

    Warum wird immer diese Seifenkiste Moth genannt? Häßlich wie die Nacht dunkel und ein absolutes Spezialgerät.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 6 Daumen runter 20

    • avatar Kluchschieter sagt:

      Stimmt, hässlich sind die Motten, aber es war nun mal die erste wirklich grosse Klasse bei der sich die Foils durchgesetzt haben….

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 9 Daumen runter 4

      • avatar Manfred sagt:

        Schönheit liegt immer im Auge des Betrachters!

        Gilt übrigens auch im Umkehrschluß.

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