Foiler-Vergleich: A-Cat oder Moth? Was ist die schnellste Einhand-Klasse der Welt?

Einhand-Flitzer

Katamarane sind schneller als Einrümpfer. Diese Weisheit galt lange als unumstößliches Gesetz. Aber wie ist das im Zeitalter des Foilens?

A-Cats waren immer die schnellste Einhand-Klasse der Welt. Kein Wunder bei einer Segelfläche von 13,94 Quadratmetern und 5,49 Meter Länge, zumal der Einsatz des Trapezes erlaubt ist.

Aber die Klasse hat den Superlativ-Status bezüglich der Geschwindigkeit verloren, seit die Moth mit Tragflächen versehen und permanent weiter entwickelt wurde. Längst zählt nicht mehr “Länge läuft”, denn die kleinen Flitzer sind nur 3,35 Meter kurz.

Mike Lennon

Rendering der neuen Moth von Europameister Mike Lennon. © Lennon

Es geht um Widerstand-Minimierung und Gewicht. Neuste Modelle wiegen segelfertig nur noch 25 Kilogramm, während A-Cats 75 Kilo wiegen müssen. Auch das kleinere 8 Quadratmeter-Segel ist vorteilhaft für eine hohe Endgeschwindigkeit, weil im High-Speed-Modus zu viel Tuch bremst.

Moth-Rekord: 36,6 Knoten

Aber die A-Cats haben aufgeholt und dürfen inzwischen auch Tragflächen einsetzen. Die Klassen-Regeln limitieren aber den Einsatz. Das Fühler-System der Moth ist nicht erlaubt. Und die Schwerter müssen von oben in den Kasten zu stecken sein.

Steve Brewin

Steve Brewin foilt mit seinem A-Cat am Wind bei der aktuellen Australischen Meisterschaft. © Harrison Reitmann

Dennoch schaffen es die besten A-Cat-Segler mit den modernsten Designs inzwischen auch, sich am Wind aus dem Wasser zu heben. Sie sind aber längst nicht so weit, wie die Moth-Piloten, die selbst durch die Wende foilen. Außerdem hilft die extreme Luvkrängung der Moth, beim Kreuzen Lift zu generieren, der sich sehr positiv auf die Höhe am Wind auswirkt. Auf diesem Kurs haben die Katamarane keine Chance.

Aber auch mit einem Schrick in den Schoten, wie im Video soll die Motte schneller sein. Der aktuelle Rekord liegt bei 36,6 Knoten. Der Katamaran ist gehandicapt, da er im Gegensatz zu dem Einrumpfer vier Flächen (zwei Schwerter – zwei Ruder) statt zwei durch das Wasser schleppen muss. America’s Cupper und GC32 ziehen deshalb jeweils das Luv-Schwert hoch und balancieren auf drei Profilen.

 

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Carsten Kemmling

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13 Kommentare zu „Foiler-Vergleich: A-Cat oder Moth? Was ist die schnellste Einhand-Klasse der Welt?“

  1. avatar looploop_andy sagt:

    Super Thema Karsten
    Aus den Erfahrungen mit den Kite Foil Boards kann ich aber nur zusammenfassen:
    Keine Chance für Segler aufgrund des mitgeschleppten Gewichts und Widerstands.
    Gilt auf allen Kursen Up and Downwind.
    Nur für Speedrekorde- optimierte Fahrzeuge nur auf einem Bug segelnd !!- ist ein Segelfoiler derzeit vorn.

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  2. avatar looploop_andy sagt:

    Sorry, fehlte noch der Bezug zu Motte und A- Cat

    Motte: leicht, wenig Widerstand and den leineren Foils, Luvkrängung= zusätzlicher Auftrieb
    A- Cat: Trapez = größere Segelfläche aber kompensiert nicht die Vorteile der leichteren Motte.

    Beides chancenlos gegenüber Kite Surfboards (noch) und Kite Foil Boards

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    • avatar WB sagt:

      Bei den Kitboards hast du Recht, das sind die mit Abstand leistungsfähigsten Segelfahrzeuge auf Foils. Dabei ist die Foilmechanik genial – es gibt nämlich keine. Um den Anstellwinkel des Foils den Gegebenheiten anzupassen, bedarf es nur einer Gewichtsverlagerung. Das ist simpel, zuverlässig und kostengünstig. Leider ist die Schattenseite, gerade bei Hochleistungsfoils, dass sie nur in einem so kleinen Winkelbereich funktionieren, dass minimale Belastungsfehler der Knock Out sind.

      Bei Surfboards funktionieren die Foilsysteme leider bisher nicht annähernd so gut und ich bin aus verschiedenen Gründen überzeugt das sie gegenüber Kiteboards niemals konkurenzfähig sein werden.

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  3. avatar Marc sagt:

    Die Moth ist in dem Video klar schneller. Sie ist im Windschatten und zieht dann mühelos in Luv am A-Cat vorbei. Vor allem das nach Luv kippen bringt durch die Foils einen Lift nach Luv.

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  4. avatar Käptn Brassmann sagt:

    Die A-cat Klassenregeln verbieten keine automatischen mechanischen Kontrollsysteme, es ist nur noch nicht praktiziert worden. Die Daggerboards können durch Spindel oder Taljen Parrallel oder einzeln im Angriffswinkel verstellt werden, die meisten Ruder Foils im Moment nur zwischen den Rennen, einige Versuche und funktionierende Systeme mit Pimmelausleger drehen und dadurch Foils verstellen gibt es schon seit der letzten WM von den Australiern.
    Die Foils kontrolieren sich vielmehr durch die Z form selber (ähnlich wie bei L-Foils).

    Klassenregeln besagen nur das alles was Schwert ist von oben in den Rumpf hinein gesteckt werden muss und in die Foils in der Mitte 0.75m Platz haben müssen zwischen den Tips, deswegen keine L-Foils.

    Durch Z-Foils bleibt allerdings die wenig Wind Performance erhalten und die Manöver gehen schneller da keine Schwerter hochgezogen werden müssen, auch wenn es dafür aus der C-class mitlerweile simple Systeme mittels des Gewichtes des Vorschoters gibt.
    (Siehe neue Phantoms, Nacra 17) die auch mit Z-foils fahren.

    Mischa kratzt an den 30knoten, die A-cats sind gerade dort wo die Motten gg 2005-2008 waren, wo Höchstgeschwindigkeiten von 26kts üblich waren, wartet mal 3 Jahre ab…

    Die jetzigen Foils sind noch nicht auf Upwind VMG Kurse optimiert, das wird wohl noch ein halbes Jahr-Jahr dauern.

    Viel Segelfläche bremst nicht bei viel Wind, wenn man genug aufrichtendes Moment produziert. Hier durch die Crew im Trapetz sind lange noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Es bleibt Spannend ob durch neue Segelschnitte und Riggs mit mehr Camber unten und evtl invertierten Profilen oben und slots ähnliche Effekte wie bei den Cuppern erzielbar sind die RM und Driveforce erhöhen und Induzierten Widerstand senken. So ein Cupper fällt ja auch nicht um bei 50 knoten Wind im Rigg bei ähnlich großen Segeln wie im A-cat.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 8 Daumen runter 5

    • avatar a-cat sagt:

      Noch als Ergänzung:
      Der A-Cat im Video repräsentiert bei weitem nicht den aktuellen Entwicklungsstand, vor allem das Segel ist schon ein paar Donnerstage älter.
      Ausserdem wird er nicht optimal gesegelt (wegsacken der Heckfoils, steigen des Bugs), was ordentlich bremst.
      Da wird das Setup der Foils nicht ganz stimmen.

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    • avatar dubblebubble sagt:

      Was wollte man mit den 75cm Abstand der Schwertspitzen eigentlich bezwecken? Das stammt ja wie Schwert von oben aus einer Zeit als Cat-Foiling noch Science Fiction war, oder?

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      • avatar a-cat sagt:

        Die berüchtigte Klassenregel 8.1, die die Gestaltung der Rumpfanhänge regelt ist kein foilverbot, auch wenn das oft so behauptet wird.
        Es geht vielmehr darum den Charakter und die positiven Eigenschaften, durch die sich ein A-Cat auszeichnet in der zukünftigen Entwicklung zu erhalten. Als Einhandboot ist es Sinn der Sache, dass das komplette bootshändling vom Segler selber ohne fremde Hilfe leistbar ist. Der A-cat lässt sich an jedem Strand und jeder Sliprampe vom segler selbständig zu Wasser lassen. Andersrum ist auch das Anlanden (selbst am seichten ufer) dank steckbarer Schwerter alleine kein Problem. Bei Konfigurationen a la flying Phantom (L-Foils) ist das Handling eine Katastrophe, das scheitert da schon an so banalen Dingen wie den foils die dem slipwagen im weg sind.
        Motten haben den Vorteil, dass sie klein und leicht genug sind um einfach ins Wasser getragen zu werden. Da beschränkt sich der Einsatzbereich dann aber wieder auf Gewässer mit sehr steilem ufer, da sonst schnell die foils abreißen. Gute spots für die Motte sind rar.

        Den A-cat unter den Bedingungen der Regel 8.1 zum fliegen zu bringen hat eine Weile gedauert, die ersten richtigen Flugboote gibt erst seit 2 Jahren. Die Entwicklung ist also noch ganz am Anfang. Um das Potenzial, dass die Klassenregeln bieten voll auszuschöpfen werden wir wohl noch ein paar Jahre warten müssen. Es wurden von brassmann schon ein paar interessante Details zur Leistungsverbesserung genannt, an denen auch schon gearbeitet wird. Alles in allem ist da noch sehr viel Performance herauszuholen, die Leistung der A-Katamarane wird sich daher in den nächsten Jahren noch mal erheblich steigern.
        Durch die Regeln wird dabei Effektiv sichergestellt, dass der A-Cat weiterhin ein echtes Einhandboot bleibt. Einhand in jeder Beziehung, nicht nur auf dem Wasser.

        Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 0

        • avatar dubblebubble sagt:

          Danke für deine Erklärung. Was ich meinte war, daß es, als diese Regelung entstand, ja gar keine Foils gab. Auch nicht als Idee, die man erst gar nicht realisiert sehen wollte?

          Aber schau mal hier dieser nicht regelkonforme Kat lässt sich doch wohl auf den Slipwagen heben. Die Schwerter müsste man wenn man es unbedingt allein machen möchte, halt einführen, wenn das Boot auf der Seite liegt.

          http://carbonix.com.au/product/paradox-a-class-catamaran/

          Nun ja, offensichtlich fliegt der A nun trotzdem stabil und soll, wie man liest, in der aktuellsten Generation als DNA F1 auch besser (einfacher) im Foilmodus zu kontrollieren sein.

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          • avatar a-cat sagt:

            Genau, die ersten L-Foils gabs beim AC 2013 also noch gar nicht so lange her. Davor gab es aber seit den 2000ern schon ein paar Boote die Luftsprünge machten (mit c-foils oder schräg gesteckten graden Schwertern). Sinn der Regeln ist die Sicherstellung der boxrules.
            Vor 2 oder 3 Jahren sah es so aus als ob die regeln den A-Cat so einschränken das er seine Rolle als entwicklungsträger verliert. Damals begann man auch wieder mit der Diskussion ob die Regel gestrichen werden sollte (der amerikanische verband setzte sie für ein Jahr zum test aus). Durch die letzten Entwicklungen fliegen moderne Boote aber jetzt so erfolgreich, dass eine Regeländerung nicht mehr nötig ist. Im nachhinein war die Beibehaltung der Regel eine gute Sache (meine Meinung), der neue nacra 17 bekommt zum Beispiele die gleichen foils.

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  5. avatar Peter sagt:

    Moin,
    also ich würd mich freuen, wenn der Herr “Käptn Brassmann” nen offiziellen Auftrag bekommt und sein Wissen samt ein paar Bildern mal richtig gut zu Papier bringt. Da ist doch 1000mal mehr Inhalt drin, als in dem Artikel.
    Wär schon klasse, wenn hier mal technisch nen bisschen ins Detail gegangen wird

    Ahoi

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 11 Daumen runter 4

    • avatar eku sagt:

      Ganz deiner Meinung!
      Muss nicht offiziell sein und soll auch nicht irgendeinen der Redakteure herab würdigen.
      Aber eine Plattform, auf der man wirklich fachkundig informiert wird bzw fachkundig ohne “ätsch” und “weiß ich abär besser” diskutieren kann, würde mich wirklich interessieren. Zum Thema Foilen würde ich auch meinen Mund halten, weil “keineAhnung”

      Grüße eku

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  6. avatar Christof sagt:

    Beim Cat wir viel zu viel Energie in Gischt verbraten. Das lässt sich wahrscheinlich beim aufrechten segeln nicht verhindern, solange der senkrechte Teil der Schwerter gegen die Abdrift wirkt.
    Die Moth kann durch ihre Schräglage viel sauberer durch das Wasser gleiten. Hier wirkt mehr das untere T-Stück gegen die Abdrift.
    Der einzige mir bekannte Cat mit ähnlichem Konzept ist der M20 Vampire.

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