“Foncia” versteckt sich nach verlorener Führung. Psychospielchen?

"Virbac" übernimmt Führung nach Rekord

Loick Peyron (r) und Jean Pierre Dick freuen sich über den 24 Stunden Rekord und die Führung im Barcelona World Race. © FNOB

Es ist frustrierend für Boris Herrmann. Seit Tagen sitzt er mit seinem Partner Ryan Breymaier in der Flaute fest und an der Spitze segeln die Teams absolute Speed-Rekorde heraus. Auch in der vergangenen Nacht änderte sich das Bild nicht. Jetzt lösen sich auch die direkten Gegner aus der Schwachwindzone, aber „Neutrogena“ segelt immer noch Stunden-Durchchnitte von unter fünf Knoten.

Situation am 24.1. "Foncia" versteckt sich, seitdem die Führung verloren ging. Das Mittelfeld hängt noch eng zusammen.

Beim 3:30 UTC Positionsreport saß Herrmann wieder auf dem langsamsten Schiff der Mittelgruppe mit einem Durchschnitt von nur 3,8 Knoten. Jetzt ist auch „Mirabaud“ wieder vorbei, die in den vergangenen Tagen immer weiter vom Dritten zurück gereicht worden war.

Vorne sind dagegen Dick und Peyron mit über 13 Knoten unterwegs und haben Michel Desjoyeaux im direkten Zweikampf vorerst überholt. Der betätigte nach der Passage der Insel  Gough Island erst einmal den Stealth-Modus.

Die Rennleitung observiert intensiv per Satellit die Position der Eis-Hindernisse. © FNOB

Dabei gibt es keine Möglichkeiten für eine extrem andere Kurswahl. Das erste Tor liegt direkt voraus. Deshalb rätselt die Konkurrenz, was es mit dem Verschwinden auf sich hat. Zuletzt hatte Co-Skipper Francois Gabart erklärt, dass sie große Probleme mit der richtigen Segelwahl gehabt hätten.

Schwer vorstellbar, dass sich das Favoritenteam eine solche Blöße geben könnte. Deshalb wird vermutet, dass sich der große Meister mit Psychospielchen beginnt. Denn zurzeit ist es ein einsames Match Race an der Spitze geworden. Nur „Virbac“ ist auf Augenhöhe. Und das Duo liegt deutlich mehr als 500 Meilen vor dem Feld.

Ein großer Eisberg liegt im Weg. Gefährlich sind die kleinen weißen Ableger, die von den Seglern kaum lokalisiert werden können. © FNOB

Wenn sie die beiden allerdings allzu sehr streiten, wäre „Mapfre“ der lachende Dritte. Die Spanier haben die West-Option zwar nicht exakt erwischt, waren aber zuletzt mit 13,6 Knoten Stunden-Druchschnitt das schnellste Boot im Feld.

Derweil machen sich aber die Skipper Gedanken über die Nachrichten aus dem Hauptquartier. Denn das erste Tor ist wegen der Eiswarnung zwar nach Norden verlagert worden. Aber auch dort kann es noch zu Eis-Kontakt kommen.

ONSAILCTM
Renn-Meteorologe Marcel van Triest hat Satellitenbilder analysiert und einen großen Eisberg entdeckt, der in tausende kleine zerbrochen ist, die den Yachten ernsthafte Schäden zufügen könnten. Die Segler sind gewarnt und werden vermehrt Ausguck halten.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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