Gastbeitrag: STG-Chef Oliver Schwall zum 470er-Streit

"Das darf nie wieder passieren"

Oliver Schwall, Geschäftsführer des Sailing Team Germany. © STG

Es sind nur noch knapp 100 Tage bis zu den Olympischen Spielen und somit den wichtigsten Regatten für den deutschen Segelsport. Bis auf die Finn-Segler und die paralympischen Segler stehen die Nominierungen für die Teilnahme an den Olympischen Spielen für die deutsche Segelnationalmannschaft seit den Ausscheidungswettkämpfen im australischen Perth im Dezember fest.

Auch in der 470er-Klasse sind die Würfel für das Team Kathrin Kadelbach/Friederike Belcher (VSaW/NRV) gefallen. Doch vor dem Hamburger Landgericht trafen sich in der Sache „Tina Lutz und Susann Beucke gegen den Deutschen Segler-Verband (DSV)“ am vergangenen Mittwoch (18. April) das mit Kadelbach/Belcher konkurrierende Team im 470er und die Vertreter des DSV.

Verhandlungsgegenstand war die „Entscheidung zur Nominierung der Seglerinnen für die Olympischen Spiele“ durch den DSV bzw. DOSB. Lutz und Beucke fühlen sich ungerecht behandelt und wollen durch Juristen ihre Nominierung durchsetzen.

Ich persönlich möchte die Umstände, die zur Nominierung geführt haben, nicht kommentieren und schon gar nicht der Entscheidung durch das Gericht vorgreifen. Mein Anliegen gilt der Zukunft des Segelsports. Was lernen wir aus diesem Fall? Wir müssen uns gemeinsam mit dem DSV, dem Deutschen Olympischen SportBund und der ISAF (Weltseglerverband) darum bemühen, dass so etwas nie wieder passieren kann.

Die Aufgabe besteht darin, die bestehenden Regeln, Kriterien und Verfahren bei der Auswahl der Nationalmannschaften sowie den Ausscheidungs- und Nominierungsverfahren für die Olympischen Spielen so zu gestalten, dass Fairness, Transparenz und Teamgeist wieder in den Fokus unseres einzigartigen Sports rücken.

Das Sailing Team Germany mit der deutschen Segelnationalmannschaft wird sich aktiv in diesen Prozess einbringen. Unser Ziel ist es, den Hochleistungssegelsport attraktiv für die Sportler, aber auch für die Öffentlichkeit zu machen. Wir brauchen Einfachheit, klare Kompetenzen und stringente Entscheidungswege. Nur so kommen wir wieder zu internationalen Erfolgen.

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17 Kommentare zu „Gastbeitrag: STG-Chef Oliver Schwall zum 470er-Streit“

  1. avatar Willii Gohl sagt:

    Lieber Herr Schwall, wer will Ihnen da widersprechen? Dass die handelnden Personen und Vertreter des DSV jedes Mindestmaß an Professionalität in dieser Causa vermissen ließen, liegt auf der Hand. (Übrigens nicht nur die) Aber sind solche allgemeinen Äußerungen wie Sie sie hier geschrieben haben, wirklich zielführend? Das ließt sich so wie “…wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter, oder es bleibt so wie es ist.” Zumal STG sich in der Vergangenheit, was die Kommunikation anbelangt, auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat.
    Gleichwohl haben Sie nicht Unrecht, es muss sich etwas ändern, nicht nur beim verantwortlichen Personal des DSV – dort aber zuerst und auch STG hat ja die Chance sich zu verbessern.
    Grüße aus Palma,
    Willii Gohl
    Willii Gohl
    Willii Gohl

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    • avatar Willii Gohl sagt:

      Entschuldigung, dreimal mein Name ist wirklich zuviel, ich weiß nicht, wie das passiert ist: Also, einmal langt, deshalb lasse ich es hier weg

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  2. avatar Christian sagt:

    Guten Tag Herr Schwall, schön von Ihnen zu lesen. Aber geht es ein wenig genauer? Wie sollen denn z.B. die Nominierungsregeln konkret gestaltet werden? Für Fairness sind doch alle, es geht darum, sie so zu definieren, dass belastbare Regeln daraus werden.

    Und warum setzt sich das STG erst für die “Zukunft” zugunsten solcher fairer Verfahren ein und hat sich nicht bereits in der Vergangenheit dafür eingesetzt, dass “so etwas” nicht passieren kann? Mit Verlaub, aber das obige Statement hat allenfalls Sonntagsreden-Qualität.

    Hat das STG die Qualifikationsregeln des DSV vor Perth eigentlich gut geheißen oder nicht? Es gibt dazu widersprüchliche Aussagen.

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    • avatar John sagt:

      Natürlich geht es nicht genauer. Hier handelt es sich nämlich nicht um einen “lockeren” Gastbeitrag, wo ein Insider seine Meinung teilt, sondern um den wortgleichen Abdruck einer “Stellungnahme”/Presseerklärung (siehe auch Yacht Online:
      http://www.yacht.de/sport/news/fairness-transparenz-und-teamgeist/a71341.html).

      Sprich: Hier handelt es sich um Eigenwerbung. Ein offenes Wort ist es nicht.

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      • avatar John sagt:

        Bitte mich nicht falsch verstehen: Ich finde es gut und richtig, dass diese Stellungnahme hier “abgedruckt” wird. Aber ich halte es für missverständlich, Herrn Schwall zum Segelreporter-Autor zu machen und dies als “Gastbeitrag” zu titulieren.

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  3. avatar Hans B. sagt:

    Auf diese Rede habe ich gewartet. Schuld sind natürlich die anderen und die ungenauen Qualifikationskriterien, die nun verbessert werden müssen. Ich persönlich fand sie sehr konkret und praktikabel. Meines Wissens hat auch STG im Vorfeld nicht dagegen interveniert.

    In der Aussage vermisse ich außerdem wenigstens den Ansatz einer selbstkritischen Betrachtungsweise.
    Wodurch sind denn diese Spannungen auch entstanden? Weil durch STG zwei Mannschaften, die nicht zum eigenen Rennstall gehören, permanent und damit unsportlich ausgeblendet wurden. Bei der Nennung der Nationalmannschaft wurden diese Mannschaften verschwiegen und bei Filmberichten wurde strengstens seitens STG darauf geachtet, dass die ja nicht im Bild erscheinen. Das war richtig auffällig. Dass daraus Spannungen erwachsen, die dann in Perth bei den 470er-Mädels eskaliert sind, ist nur zu gut nachvollziehbar. Bei der Kieler Woche ging es ja schon los.

    Was die Nationalmannschaft anbelangt, trifft allerdings auch den DSV eine gewisse Schuld. Bei der Vergabe der Vermarktungsrechte hat man versäumt, klare Regeln aufzustellen, wer denn dazu gehört.

    Zugute halten muss man STG inzwischen allerdings, dass beide Mannschaften – so wie ich erfahren habe – in die Olympiavorbereitung unter Federführung von STG voll integriert sind. Sicher auch ein Verdienst von Bernd Zirkelbach.

    Hoffen wir, dass alle aus den gemachten Fehlern gelernt haben und dennoch ein gutes Ergebnis bei den Olympischen Spielen herauskommt. Erste gute Ansätze hat man ja beim Sofia-Cup gesehen.

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  4. avatar Segelsportfan sagt:

    “Inhaltleeres Pressegeschwurbel” … und das nach Monaten der “Zurückhaltung”

    Mehr möchte ich dazu besser nicht sagen – man möchte ja den guten Ton wahren. Nur noch soviel:
    Dass das Wahlvolk/-vieh – je nach Sichtweise – so etwas nicht mehr goutiert, wird ja sogar in der politischen Landschaft langsam sichtbar. Mal sehen, wie lange das beim Sport noch dauert.

    VG

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  5. avatar matti sagt:

    Zitat: “… dass Fairness, Transparenz und Teamgeist wieder in den Fokus unseres einzigartigen Sports rücken.”
    Vielleicht hätte man diesen Satzteil Kadelbach/Belcher in Perth mal vor Augen halten müssen, oder?

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    • avatar John sagt:

      Oder vielleicht auch Dir? Zur Fairness gehört auch, nicht aus der zweiten Reihe über andere Leute zu urteilen.

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      • avatar matti sagt:

        Soviel spontane Ablehnung zeigt mir, dass momentan “Fairness, Transparenz und Teamgeist” offenbar NICHT im “Fokus unseres einzigartigen Sports” zu finden sind. Schade eigentlich.

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        • avatar Marc sagt:

          Die Ablehnung kommt eher daher das du Teamgeist und Fairness forderst, aber gleichzeitig ein Team welches sich auch nur an die ihm bekannten/genannten Regeln gehalten hat, angreifst.

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          • avatar matti sagt:

            Da haben wir offenbar völlig gegensätzliche Auffassungen von Teamgeist. Wenn innerhalb eines Nationenteams ein Team ein anders nach hinten segelt, um sich einen Vorteil zu verschaffen – egal ob mit oder gegen die Regeln -, ist das für mich das Gegenteil von Teamgeist: Das ist für mich purer Egoismus, und so sollte man das auch benennen. In diesem Zusammenhang von Teamgeist zu reden, ist pervers und sarkastisch.

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  6. avatar Marc sagt:

    Hmm viele Worte aber nur Schwall äh Schall und Rauch

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    • avatar Uwe (Finn) sagt:

      Die Ankündigung, dass man gemeinsam bessere Regeln erarbeiten will, ist doch O.K.

      Was erwartet ihr bloss von Schwall ?

      Dass er im Alleingang Verbesserungsvorschläge macht, wäre sicher nicht im Sinne der Beteiligten.

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  7. avatar Carsten sagt:

    halt ein echter Schwall…. von Worten!

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  8. avatar Schlaufux sagt:

    Oliver Schwall ist gar nicht in der Lage, für mehr Fairness und klarere Regeln zu sorgen.
    Allein der DSV und der DOSB können dies tun.
    Die STG ist eine GmbH zur Vermarktung des Olympia Teams.
    Keine rechtliche Instanz innerhalb des DSV.
    Es wäre im Vorfelde von Perth genug Zeit gewesen, geänderte ISAF Statuten in
    klare Regeln umzusetzen.
    Jetzt darüber zu schwadronieren ist opportunistisch.

    Das Handeln der DSV Verantwortlichen in Perth war amateurhaft.
    Alle Verantwortlichen waren vor Ort !
    Sie waren in der Pflicht, klare nachvollziehbare Entscheidungen zu kommunizieren.
    Ist aber nicht geschehen.
    Was Herr Schwall bzw die STG in den nächsten Jahren daran ändern will ist mir nicht klar.
    Will er den gewählten DSV Vorstand abschaffen ?!
    Sicher hätten bessere Strukturen und andere Personen dafür gesorgt, dass ein transparenter,
    verständlicher Quali-Modus auch KOMMUNIZIERT wird. Aber so ist der DSV nunmal.
    Erstmal nach Perth fliegen und dabei sein. Erinnere mich nur an die Funktionärstickets auf
    der “Segelinsel” in Atlanta.
    Da mussten Trainer an Land bleiben, weil die Funktionäre die limitierten Slots in Anspruch
    genommen haben.
    Es ist kaum davon auszugehen dass die Landesverbände die Verantwortlichkeiten derart verlagern
    dass eine STG bzw Herr Schwall etwas daran ändern können.
    Also, weiter mit Hurra ins Chaos !

    P.S.
    Ich persönlich halte die Arbeit des STG für die Kandidaten, den Verband und die deutsche Wirtschaft für sehr wertvoll und erfolgreich. Weiter so !

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  9. avatar Segler 36 sagt:

    Herr Schwall und das STG sollte nicht nur dafür sorgen, dass so etwas nicht wieder passiert. Sie hätte auch dafür sorgen können, das es bei den 470er Mädels nicht so eskaliert.
    Aber eine Niederlage zu verkraften und dann aufzugeben scheint nicht nur für die Mädels schwierig, sondern auch für das STG selbst. Ich hätte gedacht, dass das STG da den Mädels besser beratend zur Seite gestanden hätte, und ihnen von einem Gang vor das Gericht abgeraten hätten.
    Jetzt im nachhinein zu sagen, dass ist ein Schaden für den ganzen Segelsport und sich in Unschuld zu waschen ist doch recht merkwürdig.

    Sebastian M.

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