Gorch-Fock-Unglück: ARD-Film im Rückblick – Wie Jenny Böken gestorben ist

Tod einer Kadettin

Maria Dragus spielt Jenny Böken im ARD Spielfilm. (Link zum Film durch Bild-Klick) © NDR

Jenny Böken vor der Gorch-Fock-Schiffsglocke. (Link zur Dokumentation durch Bild-Klick) © WDR

Am Mittwoch Abend hat die ARD per Spielfilm und Dokumentation den tragischen Tod von Jenny Böken auf der “Gorch Fock” von 2008 nachgezeichnet. Der Fall gibt immer noch Rätsel auf.

Das Unglück von Jenny Böken ist schon neun Jahre her und längst abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen 2009 eingestellt und geht von einem tragischen Unglück aus. Aber wie wenig diese Darstellung gesichert ist, zeigt der Film vom 5.4.2017, der jetzt auch in der Mediathek zu sehen ist und von einer Dokumentation ergänzt wird.

Die Eltern glauben nicht an einen Unfalltod ihrer Tochter. Sie möchten, dass der Fall neu aufgerollt wird, und haben deshalb auch die Dreharbeiten zum Film unterstützt. Mit dem Ergebnis sind sie zufrieden.

“Schlampige Ermittlungen”

Dem WDR sagten sie, dass das Schicksal von Jenny sehr realistisch beschrieben sei. Und sie erhoffen sich, dass sich endlich Zeugen melden, die bisher geschwiegen haben. Die bisherigen Ermittlungen empfinden sie als “schlampig geführt”. Sie werfen der Marine sogar aktive Vertuschung und mehreren Personen Falschaussagen vor.

Der Film beschäftigt sich mit drei Möglichkeiten, die zum Tod der Kadettin geführt haben könnten: Selbstmord, Unfall oder Mord. Besonders intensiv und beklemmend stellt er die Bedingungen für Jenny Böken dar, die mit ihrer Art nicht in die Gruppe passt und schnell als Besserwisserin und Außenseiterin gilt. Genau diese Umstände führen zu der Annahme, dass mehr als ein Unfall hinter dem Unglück stecken könnte.

Verfehlungen der Marine werden deutlich, da Bölken schon im Vorfeld nachweislich als nicht für den Dienst auf der “Gorch Fock” geeignet beurteilt wurde. Bei der Musterung wurde gar auf den Belastungstest verzichtet. Politisch war es wichtig, einen höheren Frauenanteil zur Marine zu bekommen.

Zweiter Todesfall

Ob sich das Klima und der Gruppenzwang in der Bundeswehr und auf der “Gorch Fock” inzwischen gebessert haben? Das ist schwer zu glauben. Denn nur drei Jahre nach dem Unglück ist mit der Offiziersanwärterin Sarah Lena Seele erneut eine Frau auf dem Schulschiff zu Tode gekommen.

Sie stürzte von einer Rahe. Aber auch das scheint kein einfacher Unfall gewesen zu sein. Die Mutter spricht von sexueller Belästigung, Bedrohung und enormem Druck, dem Seele ausgesetzt worden sei. 

“Es war fürchterlich”

In einem ausführlichen Interview mit SegelReporter beschrieb damals der Autor und Segler Jan von der Bank die Zustände an Bord. Er fuhr selber vier Monate auf der Bark zur See und schrieb zufällig gleichzeitig an dem Gorch-Fock-Roman “Hundewache”.

Er war nach dem Erlebnis auf dem Schulschiff desillusioniert. “Wenn ich später jemandem erzählt habe: ‘Ich war auf der Gorch Fock und bin über den Atlantik, durch den Panamakanal und bis Acapulco gesegelt’, dann haben die immer leuchtende Augen gekriegt und gesagt ‘Was für eine tolle Reise!’. Aber das war es nicht! Es war fürchterlich!

Ich habe damals Tagebuch geführt über all die blöden Erlebnisse mit dem festen Vorsatz, später niemals auf diese romantische Verklärerei hereinzufallen und zu sagen: “Ach, im Nachhinein war’s doch ganz schön!” Die Leute sehen immer nur das tolle weiße Schiff und dieses sorgsam gepflegte Klischeebild vom “Botschafter in Weiß”… Aber das ist eine riesige Lüge… Ich habe das Schiff damals tatsächlich nur noch “die schwimmende Lüge” genannt.”

 

 

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Carsten Kemmling

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10 Kommentare zu „Gorch-Fock-Unglück: ARD-Film im Rückblick – Wie Jenny Böken gestorben ist“

  1. avatar Punkt sagt:

    In dem Fall ist nichts weiter aufzuklären, denn die Vermutung der Eltern, Jenny sei bereits an Deck verstorben, weil sich kein Wasser in ihrer Lunge befunden habe, ist falsch. Ertrunkene haben nämlich in der Regel kein Wasser in der Lunge. (Bitte googeln!)

    Darüberhginaus befand sie sich allein im Vordecksbereich auf Wache, so dass es keine Zeugen gibt. Es kommt also nur ein Unfall oder eine Selbsttötung in Betracht.

    Die Fehler liegen m.E. bei den Eltern und den Ärzten. Man schickt seine an Höhenangst leidende Tochter zur Ausbildung auf die Gorch Fock, wo sie die Masten aufentern muss und setzt sie auch keinen Belastungen aus, denen sie körperlich bzw. gesundheitlich nicht gewachsen ist

    Van der Banks Gorch Fock Erfahrungen werden keineswegs von allen Offiziersanwärtern geteilt. Einer meiner Freunde, die auf der Gorch Fock waren, hat es sogar bis zum Konteradmiral gebracht.

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  2. avatar Punkt sagt:

    Die Ausbildung an Bord der Gorch Fock ist sicher hart. Es gibt keinen Raum, um sich zurückziehen und ausruhen zu können. Man ist ständig von anderen Menschen umgeben und wird von diesen beobachtet.
    Damit kommen nur die besten und stabilsten Menschen zurecht. Die Gorch Fock erfüllt ihren Zwerck, die besten bzw. belastbarsten Offiziersanwärter herauszufiltern, aber ganz hervorragend.

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  3. avatar Backe sagt:

    Es gibt eine ganz einfache, einleuchtende Erklärung, warum die Marine kein Interesse an einer wirklichen Aufarbeitung dieses Falles, oder auch des Falles Sara Seele hat und hatte:

    Die Befehlsstruktur der Marine verläuft von oben nach unten. Das heißt im Umkehrschluss aber, dass die Verantwortlichkeitsstruktur von unten nach oben verläuft. Immer der höhere beteiligte Dienstgrad trägt die Verantwortung.
    Ein Freund von mir sagte mal, er dürfe als Oberleutnant sein Schiff auf Grund setzen und würde relativ milde davon kommen. Sein Kommandant hingegen würde dafür seinen Job verlieren.

    Hat ein Vorfall bei der Marine also erst mal eine gewisse Größenordnung erreicht und kann nicht mehr “intern” sanktioniert werden, wie bei einem Todesfall, müsste also immer der Kommandant des Schiffes die Verantwortung übernehmen … was natürlich dazu führt, dass bereits auf dieser Ebene heruntergespielt und vertuscht wird, was das Zeug hält. Was wiederum dazu führt, dass es auf der nächst höheren Ebene ebenso gehandhabt wird. Die von der Marine gerne angeführten internen Untersuchungen, auch “Havarie-Kommando” genannt, sind daher Makulatur. Extern (z.B. durch die BSU) darf aber nicht aufgeklärt werden. Das verletzt ja die Souveränität der Marine.

    Zum Fall Jenny Böken:
    Ich glaube nicht an ein Verbrechen. (Was u.A. der Grund ist, dass ich mich nicht als Berater für diesen Film engagiert habe, obwohl die UFA bei mir angefragt hat …) Ich glaube aber sehr wohl an eine unglaubliche Schlamperei bei der Marine, die den Unfall befördert hat.
    Manches davon ist ziemlich offensichtlich, wie zum Beispiel dass bei Seegang Nachts auf der Back keine Gurtpflicht bestand … Andere Sachen kamen erst peu a peu heraus, z.B. dass Jenny an einer Stoffwechselerkrkankung litt, die auch eine plötzliche Ohnmacht auslösen kann, und daher eigentlich von den Marine-Ärzten hätte Borduntauglich erklärt werden müssen.

    Ich habe nach 2011 eine Zeit lang Kontakt mit dem Vater gehabt. Die Eltern, die von den Marine-Verantwortlichen in ihrer unglaublichen Arroganz wie Luft behandelt und in ihrem Schmerz völlig allein gelassen wurden, haben sich schon früh in die Idee eines Verbrechens verrannt – sicher auch weil die Marine sie von allen Informationen ausgesperrt hat.
    Der Vater fragte mich damals gleich bei unserem ersten Telefonat nach den Abläufen an Bord der GF, mit dem offen ausgesprochenen Wunsch, darin Verdachtsmomente für eine Gewalttat zu finden.
    Der Grund hierfür ist sicher auch, dass Jenny Böken ihren Eltern von Bord aus telefonisch gesagt hatte, sie wollte sich nach der Seereise von einem Nicht-Marine-Arzt untersuchen lassen … Der Vater glaubte daher an eine Vergewaltigung, die durch ein “Verbrechen” hätte vertuscht werden sollen.

    Der Grund des Überbord-Gehens ist aus meiner Sicht am ehesten in Jennys Stoffwechselerkrankung zu sehen – und in der Schlamperei der Marine, junge unerfahrene Offiziersanwärter bei Dunkelheit und Seegang ungesichert auf die Back zu schicken. (Ähnlich übrigens wie Sara Seele, die ungesichert und übermüdet klettern musste …)

    Ich hoffe, dass die Eltern irgendwann ihren Frieden mit dem Verlust der Tochter machen können. Ob der jahrelange Gang durch die Gerichtsinstanzen und die Freigabe der Filmrechte dem zugute kommen, oder eher nicht, kann ich nicht entscheiden.

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    • avatar Punkt sagt:

      Noch eine kurze Bemerkung: Es ist unseriös, den Marineärzten die Schuld in die Schuhe schieben zu wollen, da Jenny – wenn man dem TV-Film glauben schenkt – den Ärzten ihren schlechten Gesundheitszustand verschwiegen hat. Sie hat es nicht nur an der erforderlichen Mitarbeit fehlen lassen sondern die untersuchenden Ärzte getäuscht, da sie unbedingt auf die Gorch Fock wollte.

      Im übrigen ist ja gar nicht klar ob es ein Unfall war, denn es kann sich leider auch um eine Kurzschlussreaktion gehandelt haben, als Jenny realisierte, dass sie den Anforderungen nicht gewachsen war, massive Probleme mit den Kameraden hatte und sie darüberhinaus erkennen musste, dass und sie ihr Ziel, Ärztin zu werden, nicht erreichen würde.

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  4. avatar Backe sagt:

    P.S.: Noch ein Wort zu dir, lieber Nicknamenutzer “Punkt”:

    Ich empfinde Deine Aussage, die Gorch Fock erfülle den Zweck, die “besten und belastbarsten” Offiziersanwärter herauszufiltern, in Angesicht der Todesfälle als unglaublich zynisch.
    Was passiert mit denen, die es nicht sind? Die fallen vom Schiff oder aus der Rah?

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    • avatar Punkt sagt:

      Das ist doch Quatsch, lieber Backe, Die Gorch Fock hat jahrzehntelang gute Dienste geleistet. Es kann dem Schulschiff nicht angelastet werden, wenn als Folge des Genderwahns jetzt auch zierliche Frauen in die Rahen geschickt werden, die den körperlichen Anforderungen nicht gewachsen sind.

      Die Marine schreibt:

      “Die Bedeutung der Seemannschaft als berufsspezifische Grundlage der Seefahrt kann nur auf einem von Wind und Wetter abhängigen Segler glaubhaft vermittelt werden. Außerdem erziehen die ungewohnte Enge und der Mangel an Komfort zur Kameradschaft, Rücksichtnahme und fördert den Teamgeist. Dies sind alles Eigenschaften, die für den Dienst an Bord auch der modernen Boote und Schiffe unerlässlich sind.”

      Im Verlaufe der Ausbildung erkennen die Vorgesetzten also schnell, wer für die Offizierslaufbahn geeignet ist.

      Ihrer Frage, “Was passiert mit denen, die es nicht sind? Die fallen vom Schiff oder aus der Rah?”, kann man leider nur entnehmen, dass sie ein ein persönliches Problem mit der Gorch Fock haben und wohl auch nicht für die Offizierslaufbahn geeignet waren,

      Ihre Aussagen stehen in einem krassen Gegensatz zu den auch im Internet verfügbaren, begeisterten Berichten über die Ausbildung 7 Reisen auf nzw. mit der Gorch-Fock.

      Beispiel:

      “Das beengte Leben an Bord und die Anforderungen waren sehr hart, aber ich möchte diese einmalige Erfahrung nicht missen !

      Die Gorch Fock muss weiter Segeln !”

      Source: http://www.reisendurcheuropa.de/mehr-gorch-fock-s116724.html

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      • avatar Punkt sagt:

        Meine Freunde, die an Bord der Gorch Fock waren, hatten übrigens das erforderliche Format und haben es in ihrer Marine-Laufbahn weit gebracht. Sie berichten begeistert von Ihrer Gorch-Fock-Zeit.
        Ein anderer Bekannter hat sich zur Erinnerung an die schöne Gorch-Fock-Zeit von einem Kunstmaler die Gorch Fock sogar als Ölgemälde malen lassen.

        Backe hatte dagegen offenbar ein Problem mit der Gorch Fock.

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      • avatar Punkt sagt:

        Hier ein weiteres positives Beispiel:

        “Ich habe ein buntes Leben geführt und abenteuerlich war es auch, aber die SCHÖNSTE ZEIT meines Lebens und meiner Marinekarriere waren die Jahre auf GORCH FOCK.

        https://books.google.de/books?id=NlH96Wj6JkMC&pg=PT81&lpg=PT81&dq=meine+gorch+fock+zeit&source=bl&ots=aSOmjaqE4v&sig=x06a2ag_vu7a-zVcjfxNv89ue6w&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwj7vLGe65LTAhWDthoKHU4nCxA4ChDoAQgqMAM#v=onepage&q=meine%20gorch%20fock%20zeit&f=false

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        • avatar eku sagt:

          Hey Punkt, komm mal runter!
          Ist ja schön, wenn du Leute kennst, die auf Traditon und Marine stehen – abär:
          Mein Vater war von 38-48 Soldat. durchgehend da im Osten. Wie man an den Jahreszahlen entnehmen kann zumindest 3 Jahre als Gefangener.
          An den Karten, die in die Heimat kamen, kann man erkennen, dass es durchaus abenteuerlich war – bis 42.

          Glaubst du dass ich als Kind auch nur eine Spielzeugpistole von meinem Vater bekam?
          Klar, ich weiß wie ich mit einem Rechenschieber ein Atilleriegeschütz steuern kann … habe aber keinen Bock darauf.

          Die Marine steht da leider in einer Tradition, die ich nur verachten kann. Und genau das bringst du leider (evtl ohne es zu merken) zum Ausdruck. “Den Anforderungen nicht gewachsen” mag stimmen, aber dann ist es die Pflicht eines jeden Skippers, dies zu erkennen und entsprechend zu handeln! Keinesfalls ist ein Skipper zur Schiffsführung geeignet, wenn er dies nicht erkennt und aus traditionellen Gründen (das Entwickeln einer überragenden Führungspersönlichkeit) auf die Ausführung überkommener Pflichten besteht unter gleichzeitiger Missachtung physischer Gegebenheiten und aktueller Sicherheitsvorschriften.
          Zum Thema aktuelle Sicherheitsvorschriften: ist es ok einen Jugendlichen ohne Lifebelt aufs Vorschiff einer Segelyacht bei 7bf in der Nordsee zu schicken? Wenn die Möglichkeit von Lifebelt in Kombi mit Vorschiff nicht gegeben ist wirst du selbst bei einer Skagen Rund nicht starten dürfen.
          Wenn du das als Skipper trotzdem zulässt und der/die Jugendliche über Bord geht, möchte ich nicht in der Haut des Skippers stecken und du vermutlich auch nicht.

          Bei 7bf auf der Nordsee schätze ich mal, dass auch die Back der GF so schnell mal 6-8 m Vertikalbewegung machen kann – da bist du schwerelos!

          Zur weiteren Tradition der Marine: Ziel in WK 1+2 war es möglichst viel Tonnage zu versenken. Nicht der “ehrenwerte” Kampf Schlachtschiff gegen Schlachtschiff – nein: Tonnage wh Frachter/ Nachschub und Seeleute. Das ist nichts ehrenwertes. Je hilfloser das Opfer um so besser war es – weil erfolgreicher.

          Ich würde mir wünschen, dass unsere (ja auch meine) Marine dieses Thema intensiver betrachten würde und endlich die Konsequenzen daraus ziehen würde.

          Auch dass die Traditionalisten endlich aufhören diese Zeit zu verklären – es war einfach grausam. Auch in der “Handelsmarine”. Wir sollten froh sein, dass heute einiges anders läuft.

          Dank iÜ an BAcke für den ausgesprochen informativen Kommentar!

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  5. avatar Punkt sagt:

    Warum brauchen wir die Gorch Fock ?

    An Bord von Kriegsschiffen (u. bsw. auch Flugzeugen) sollten die Führungspositionen von besonders zuverlässigen, belastbaren und charakterlich gefestigten Personen besetzt werden.
    Selbstmörder, wie unlängst im Cockpit einer Verkehrsmaschine, Leute die unter Belastung durchdrehen (wie im Film „Das Boot“) oder die falschen Knöpfe drücken, d.h. zu Fehlern neigen, sind ungeeignet.

    „Im Einsatz auf See müssen Offiziere als militärische Vorgesetzte unter außergewöhnlichen Belastungen verantwortungsvoll handeln und schnell Entscheidungen treffen können. Dies alles erfordert nicht nur fachliches Können und hohe körperliche Leistungsfähigkeit, sondern auch Teamfähigkeit und Menschenkenntnis“, sagt die Marine

    Die Kadettenausbildung an Bord der Gorch Fock ist in diesem Zusammenhang nicht nur als Ausbildungszeit sondern besonders auch als LANGZEIT-EIGNUNGSTEST bzw. Belastungstest anzusehen.
    Der 4-stündige Wachwechsel, die engen räumlichen Verhältnisse, die fehlende Privatspäre, die körperlichen und mentalen Belastungen bei der Arbeit in 40 m Höhe, die Schiffsbewegungen, Seekrankheit, gruppendynamische Prozesse etc. bringen die Kadetten an ihre Belastungsgrenze.

    Es zeigt sich dabei sehr schnell,

    – wer diesen Belastungen gewachsen ist und noch Reserven hat. oder wessen Limit bereits erreicht oder überschritten ist..

    – wer trotz hoher Belastung schnelle und richtige Entscheidungen treffen kann.

    – wer trotz hoher Belastung fehlerfrei bleibt oder wer zu Fehlern neigt

    – wer gut mit den Kameraden zurechtkommt, d.h. teamfähig ist und über soziale Kompetenz verfügt.

    – wer während der Freizeit eine Führungsrolle einnimmt oder wer ein Mitläufer ist

    – wer über die Fähigkeit verfügt, sich in den Schlafpausen schnell zu regenerieren oder wer infolge infolge mentaler Probleme zusammenbricht.

    – usw.

    Fazit:

    Wenn wir die besten Offiziersanwärter an Bord unserer Schiffe haben wollen, können wir auf die Gorch Fock nicht verzichten

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