160 F18 Kats bei WM in Frankreich

Wild-Cat-Pilot Gosche: "Bei den F18 geht´s ab"

Gosche/Pegel mit ihrem Hobie Wild Cat im Full Speed Modus

Mit 160 Booten bei der Weltmeisterschaft ist die Formel 18 Klasse definitiv auf dem Vormarsch. Seit dem Olympia-Aus für den Tornado hat die Qualität an der Spitze dramatisch zugenommen. Aber die zuströmenden Profis haben die Klasse offenbar auch für das Fußvolk nicht unattraktiver gemacht.

Auch die Markenvielfalt an der Spitze ist ausgeglichen. Der Wild Cat von Hobie siegte vor dem von Bundock gesegelten und promoteten C2 und dem Nacra Infusion.

Bei der WM startete auch America´s Cup Sieger James Spithill an der Vorschot des mehrfachen A-Cat-Weltmeisters Glen Ashby. Das Promi Duo landete nach einem guten Auftakt auf einem enttäuschenden 18. Platz einen Rang hinter den besten Deutschen Helge und Christian Sach.

In diesen Regionen hielt sich auch Weltumsegler Boris Herrmann auf. An der Vorschot des Franzosen Jean Christoph Mourniac sammelte er Zweirumpf-Erfahrung und landete auf einem guten 21. Platz noch vor dem deutschen Hobie-Cat-Werksfahrer Jörg Gosche auf Platz 28.

Das Video zeigt die Faszination der WM Wettfahrten in Frankreich:

Jörg Gosche berichtet, wie die F 18 Weltmeisterschaft in Frankreich für ihn abgelaufen ist:

“Die WM Erquy offenbarte eine Dynamik auf mehreren Ebenen:

–          Leistungsdichte 1: Seit dem „Olympia Aus“ der Zweirümpfer geht´s in der F 18 noch mehr ab. Die CRACKS  aus Tornado, A-Cat, Hobie 16 etc. sind immer zahlreicher dabei.

–          Leistungsdichte 2: Noch nie waren so viele Hersteller mit weltmeisterverdächtigen Designs und Teams am Start. Der Capricorn Nachfolger C2 von AHPC, WILDCAT von HOBIE, INFUSION von NACRA sowie das Loday-Design SHOCKWAVE von WHITE-FORMULA sind ein- oder mehrfach unter den Gesamt TopTen vertreten. Bis zum letzten Zieldurchgang war nicht klar, ob Backes/Jarlegan (FRA HOBIE WILDCAT) – Styles/Van West (GBR NACRA Infusion) – oder Bundock/Howden (AUS AHPC C2) Weltmeister werden. Und die Gesamt-Siebten Wilson/Lynch (GBR SHOCKWAVE) hatten die meisten Tagessiege auf dem Konto.

–          Dynamik: Die Boote sind insgesamt schneller geworden. Das offenbart z.B. das Abschneiden des einen von zwei gutgesegelten HOBIE TIGER Oldies in der Goldfleet. Das Team Loos/Ruitenberg (NED) hat durchaus sauber gesegelt und musste sich mit Rang 38 zufrieden geben. Cracks wie der gerade wieder frisch gekürte A-Cat Weltmeister Glenn Ashby mit AC Sieger James Spithill an Bord mussten sich trotz einiger Highlights auf 18 einreihen, knapp hinter den Weltmeistern von 2006 Helge und Christian Sach (GER) auf Platz 17. Der zweimalige Weltmeister Coen de Koning kam diesmal über Platz 12 nicht hinaus.

–          Chaos: Die Wettfahrtleitung hatte anfangs große Probleme eine sachgerechte Startlinie zu legen, obwohl der thermische See-Wind recht konstant war – im Grunde Ideal-Bedingungen gegeben waren. Die in den Qualifikations-Läufen oftmals rechts am Schiff stark bevorteilte  Linie führte zu vielen Frühstarts, Kollisionen und Blackflag-DSQ. Wer gut raus kam brauchte auch Glück!

Später wurde es dann etwas besser. Die Linie war auf ganzer Länge nutzbar. Bei mir persönlich führte das anfängliche Chaos zu Assoziationen mit dem bei meiner letzten WM Teilnahme 2006 erlittenem tragischen Segelunfall. Ich bin zunächst sehr widerwillig und halbherzig gestartet – Angst vor Konkurrenten mit mangelnder Bootsbeherrschung! Zum Glück konnte ich dieses Trauma in den acht Final-Läufen ablegen- die 81 Spots in der Goldfleet waren naturgemäß ganz professionell besetzt – die Wettfahrtleitung hatte dazu gelernt.

–          Fazit: Großartiger Segelsport, spannend bis zum Schluß. Olivier Backes/Arnauld Jaregan vom Sail-Innovation Team haben mit Ihrem Wildcat am konstantsten gesegelt. Hugh Styles/Ferdinand van West (Nacra Infusion), die bis vor dem letzten Lauf vorne lagen, wurden noch in letzter Minute taktisch von Routinier Darren Bundock/Will Howden (C2) ausgekontert.

Mischa Heemskerk/Bastiaan Tentji (Wildcat) auf Platz 4 agierten dieses Jahr am Ende deutlich vorsichtiger – sie hatten sich im 2. Finalrennen bereits ihren OCS Streicher eingefangen.

Uns hatte es bereits im ersten Finalrennen erwischt: der schöne 6. fiel einem BFD zum Opfer. Wenigstens konnten wir in dem Rennen unser Geschwindigkeits-Potenzial in der Spitze testen und bestätigen. TopTwenty, unser Ziel, war wohl in der kurzen Vorbereitung (wir haben unseren neuen WC erst seit 10 Wochen) nicht drin.

Dazu fehlte in diesem Feld noch die Routine. Wir haben aber wieder viel gelernt und sind mit 27.am Ende zufrieden. Nach am Ende konstanter Serie sind wir dorthin von zwischenzeitlich 52 aufgestiegen. Ich fahre also doch noch weiter und wieder gerne zu Weltmeisterschaften – nächstes Jahr auf den Balaton nach Ungarn!”

WM-Foto-Galerie

Ergebnisse

Event-Seite

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SR zum Thema:

Hobie startet Offensive mit neuem Wild Cat und Spithill im Pro Team

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Carsten Kemmling

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2 Kommentare zu „160 F18 Kats bei WM in Frankreich“

  1. avatar Rolf D. Gosche sagt:

    Hi Jörg,

    herzlichen Glückwunsch zu eurem dennoch tollem Erfolg!
    Nächstes Jahr wird es bestimmt noch besser werden…
    Was bedeutet BFD?

    Liebe Grüße

    Rolf D.

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    • avatar Carsten sagt:

      BFD heißt Black Flag Disqualification. Also Frühstart bei einer Startverschärfung. Wenn die fiese schwarze Flagge gehisst wird kann man auch bei einem allgemeinen Rückruf rausfliegen. Dann werden die Nummern der Frühstarter am Startschiff ausgehängt.

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