Hochsee-Foiler: 46 Fuß DNA F4 Karbon-Kat aus Holland – Evolution des Gunboat Projektes

Abgehobene Foilerei

 

DNA F4 Katamaran-Foiler

Der neue 46 Fuß lange DNA F4 Katamaran-Foiler. © DNA

Die holländische DNA-Werft hat aus dem gekenterten G4 Foiler-Cruiser einen 14 Meter langen reinrassigen Racer für den Offshore-Einsatz konstruiert. Er soll über 35 Knoten erreichen.

Der erste Cruiser-Katamaran auf Kufen Gunboat G4 schrieb eine großartige Geschichte. Diese abgehobene Foilerei vom America’s Cup in San Francisco schien unerwartet schnell auch bei den Fahrtenseglern anzukommen. Der Fahrtenkat sollte schnell und komfortabel mit rasantem Speed die Segelreviere der Welt erschließen.

Der Traum endete abrupt mit einer Kenterung (Video) und der folgenden Pleite von Gunboat. Die DNA Werft als Teil von Holland Composites war Mitentwickler des G4 und übernahm das Projekt mit dem Versprechen, es weiter zu betreiben.

Mischa Heemskerk A-Cat-Weltmeister und der Kopf hinter DNA stellte bei seiner Erklärung der Kenterung deutliche Verbesserungen am G4 in Aussicht und die Fertigstellung der Baunummer zwei schon für Ende 2015. Aber seitdem ist es sehr still um das innovative Konzept geworden.

Racer statt Cruiser

Der Grund ist nun ersichtlich. Die DNA-Macher, die kürzlich mit einem neuen A-Cat-Design für Aufsehen sorgten, haben das Projekt nun doch mehr in die Racer-Ecke gerückt. Sie stellen nun das Konzept für einen neuen 46 Fuß Einheitsklassen-Offshore-Foiler vor, der sich im holländischen Lelystad der Vollendung nähert. Schon im Sommer soll er in Newport/USA zu Wasser gelassen werden.

Der Zweirumpfer aus Vollkarbon wird die bisher bekannten Grenzen des One-Design Offshore Racings überschreiten, heißt es in einer Pressemitteilung. Was genau damit gemeint ist, wird nicht näher erläutert. Die Wintersaison in der Karibik soll zeigen, wozu der Foiler-Kat fähig ist.

Die Zielgruppe für den neuen Racer, in dem viel America’s Cup Technologie verbaut ist, definiert sich durch vermögende Eignern, die einen Faible für Geschwindigkeit haben. Dafür steht der Volvo-Ocean-Race-Zweite (Puma) und zweimalige America’s-Cup-Sieger (Oracle) Shannon Falcone als führender Ingenieur mit seinem Namen.

Er sagt: “Der DNA F4 richtet sich an Owner Driver, die hohe Leistungsfähigkeit, Effizienz und drastisch reduzierte Betriebskosten wünschen.” Dabei geht es wohl vor allem um darum, dass auf dem 46 Fußer mit 4 bis 6 Personen deutlich weniger Crew benötigt wird im Vergleich zu ähnlich schnellen Einrumpf-Racern.

Ob sich allerdings wirklich ein Markt für eine neue Einheitsklasse in diesem Segment scheint fraglich. In der Preisklasse, in der sich der F4 vermutlich bewegen wird – Zahlen werden nicht genannt – haben Eigner traditionell eher den Anspruch, etwas Einzigartiges für ihr Geld zu bekommen.

Technische Daten DNA F4 ONE-DESIGN

Typ : Offshore Foiling Catamaran
Desig : DNA
Länge : 14.15 Meter (46 feet)
Breite : 6.95 Meter (23 feet)
Höhe : 21.35 meter (70 feet) von der Wasserlinie
Top Speed : 35+ Knoten
Crew : 4-6
Segel: North Sails 3Di Endurance
Mast & Baum : Hall Spars and Rigging
Composite Rigging : Future Fibres ECsix
Rigging : Gorilla Rigging
Deck hardware & hydraulics : Harken
Motor (elektrisch) : Torqeedo

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Carsten Kemmling

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