Khamis Al Anbouri segelt in Kiel Extreme 40 für den Oman

Im Auftrag des Sultans: Segeln als Staatsaufgabe

Von Ralf Abratis

Khamis Al Anbour hat segeln gelernt im Auftrag des Oman und liegt in der Tour Wertung an der Spitze. © OC Events

Bis vor drei Jahren hatte Khamis Al Anbouri keine Ahnung vom Segeln, dann kam der Sultan, initiierte das Projekt Oman-Sail und stellte sieben Militär-Offiziere seines Landes zum Dienst an der Schot ab. Seitdem ist es die Aufgabe des 34-Jährigen, den Staat am südöstlichen Zipfel der arabischen Halbinsel über den Segelsport bekannt zu machen.

Al Anbouri wurde zum Extreme-40-Team beordert, andere aus der Siebener-Gruppe segeln beim Clipper-Race um die Welt, gehören zum Team der ehrgeizigen Rekordjäger auf dem 105-Fuß-Tri „Oman Air Majan“ oder wurden zum Segellehrer ausgebildet.

Und Al Anbouri hat es geschafft, sich innerhalb von drei Jahren aus der Landmannschaft bis zum festen Vorschiffsmann im Team von „The Wave Muscat“ vorzuarbeiten.  „Es war ein harter Weg, um in das professionelle Team zu kommen. In den vergangenen drei Jahren habe ich viel Zeit auf dem Wasser verbracht, bin in Dinghis und auch Offshore gesegelt.

Drei Monate war ich in einer britischen Segelakademie auf der Isle of Wight. Dort gab es nichts anderes als Segeln, Essen, Schlafen. Aber es hat sich gelohnt. Ich bin unglaublich glücklich, im Team zu sein. Im November vergangenen Jahres wurde ich als Crew-Mitglied für die Asien-Tour nominiert, dort habe ich mich dann für die Europa-Tour empfohlen“, berichtet der Nachwuchs-Segelprofi, der die Vision seines Staatsoberhauptes voll verinnerlicht hat.

„Es geht darum, Oman auf der Landkarte zu markieren, seine noch unbekannten Schönheiten über den Segelsport in der Welt bekannt zu machen. Die Extreme Sailing Series ist dafür eine ideale Plattform, denn die meisten Touristen in unserem Land kommen aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien“, sagt Al Anbouri.

Khamis Al Anbouri gehört zur Stammcrew von "Muscat" die von dem Briten Paul Campbell James gesteuert wird © OC Events

Mit der Segel-Initiative des Sultans hat das Land seine große maritime Vergangenheit, die zwischenzeitlich in Vergessenheit geraten war, wiederentdeckt. „Wir haben eine Küstenlänge von 3800 Kilometern und warmes, klares Wasser, das perfekt für Wassersport jeder Art ist.

Trotzdem haben sich die Menschen immer mehr dem Land zugewandt“, berichtet Al Anbouri und ist beeindruckt von Kiels „Liebe zum Segeln“:„Ich bin jetzt das dritte Mal hier, und es war jedesmal beeindruckend, wie sehr das Publikum hier mitgeht. Trotz des Dauerregens im vergangenen Jahr standen sie hier dicht an dicht – unglaublich.“

Aber auch in seinem Land entwickelt sich der Wind- und Wellensport. Im vergangenen Jahr seien eine Segel-Akademie eröffnet und 250 Kinder geschult worden, im nächsten Jahr soll die zweite Akademie dazu kommen, um in den kommenden fünf Jahren 30000 Omanis ans Segeln zu führen, beschreibt der omanische „Segel-Botschafter“ die ehrgeizigen Ideen. Seine eigenen Ziele sind etwas überschaubarer. In ein paar Jahren will er mit einem komplett aus Omanis bestehenden Team bei der Extreme-40-Series an den Start gehen.

Beim Tourstopp der asiatischen Extreme Sailing Serie im Frühjahr in Muscat im Norden Omans durfte  Al Anbouri seinen Sport bereits vor heimischem Publikum präsentieren, und mit den Asian Beach Games im Dezember steht in seiner Heimatstadt das nächste Strand- und Wassersport-Ereignis an, das Oman auf der Landkarte ein bisschen besser markiert.

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Carsten Kemmling

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