IMOCA 60: Fast alles neu – Transat, Schiffe, Teams und Skipper

Spannende Aussichten

IMOCA, Transatlantik

Immer spektakulär – IMOCA vor dem Start © OM

Mit dem „Ocean Masters New York to Barcelona-Race“ soll eine neue Ära für die Open 60 eingeläutet werden. Thomson segelt auf Ex-Virbac Paprec III, Banque Populaire und Safran bauen gemeinsam, Guillemot tutort den Nachwuchs.

Die IMOCA-Klasse hält ihre Versprechen und setzt auch in Zeiten „zwischen den Vendée Globes“ klare Akzente. Neben den etablierten Open-60-Klassikern „Route du Rhum“ (Transat einhand) im November und dem Barcelona World Race (zweihand, nonstop-Weltumseglung) zum Jahreswechsel will die Offshore-Boliden-Klasse nun auch im Juni ein neues Regatta-Highlight platzieren – das „Ocean Masters New York to Barcelona-Race“.

Hierfür zeichnet erstmals OSM verantwortlich, eine von Sir Keith Mills geführte Sport-Management-Agentur in Lausanne, die letztes Jahr die Rechte auf den gesamten IMOCA-Zirkus erworben hatte

Fünf Teams haben bereits gemeldet, die Organisatoren gehen aber noch von weiteren Meldungen aus:

• Hugo Boss: Alex Thomson (GBR) und Pepe Ribes (ESP)  • Neutrogena: Guillermo Altadill (ESP) und José Muñoz (CHI) • Safran: Marc Guillemot (FRA) und Morgan Lagravière (FRA) • GAES Centros Auditivos: Anna Corbella (ESP) und Gerard Marin (ESP) • Spirit of Hungary: Nandor Fa (HUN) und Marcell Goszleth (HUN)

IMOCA, Transatlantik

Neue IMOCA-Regatta von New York nach Barcelona – zweihand © OM

Thomson will es nochmals wissen – seglerisch!

Dass Alex Thomson neben seinen spektakulären PR-Aktionen (Mast– und Kiel-Spaziergänge) und seinem Scheitern beim vergangenen Barcelona World Race druchaus segeln kann, hat er als Dritter bei der Vendée Globe gezeigt. Zumal er auf einem relativ alten Schiff, einem Farr-Design von 2007 unterwegs war, das zuletzt zu den betagtesten der Flotte zählte.

Nun ist ja durchaus bekannt, dass Thomson mit seinem Sponsor Hugo Boss wahrlich gesegnet ist. Gerüchte nennen 10 Millionen Euro, die dem Segler bis zur nächsten Vendée Globe zur Verfügung gestellt werden. Also ist der Wechsel auf ein anderes, wenn nicht sogar neues Schiff durchaus zu bewerkstelligen.

"Hugo Boss" auf Tauchstation. So geht es um die Welt. © Launay

“Hugo Boss” auf Tauchstation. So geht es um die Welt. © Launay

Alex Thomson macht beides. Er kaufte oder chartert (eindeutige Aussagen hat es hierzu noch nicht gegeben) die Ex Virbac-Paprec III von Jean-Pierre Dick und wird mit ihr das New York-Barcelona-Race und das Barcelona World-Race segeln. Zudem wird bei VPLP Verdier Design eine neue IMOCA auf Kiel gelegt, mit der schließlich die nächste Vendée Globe 2016 in Angriff genommen werden soll. Kommt da Neid auf?

Zwei Konkurrenten – ein Rumpfdesign

Jörg Riechers, einziger deutscher Segler in der IMOCA-Flotte und erfolgreicher Skipper der „mare“ (die derzeit gerade für das Barcelona World umgebaut wird) winkt gelassen ab. Er sagt gegenüber SegelReporter: „Natürlich hat Alex Glück mit seinem Sponsor, aber alle hier in der Szene gönnen ihm das. Schließlich macht er ja auch coole Sachen für ihn!“ Und ob Thomson mit der Ex-Virbac-Paprec III auch tatsächlich schneller unterwegs sein wird als zuvor, bleibt abzuwarten.

Jörg Riechers, Deutschlands Offshore-Könner, will bei den IMOCA kräftig mitmischen © OM

Jörg Riechers, Deutschlands Offshore-Könner, will bei den IMOCA kräftig mitmischen © OM

Im Gespräch verweist Riechers auf einen weitere Neubau-Konstellation, die er persönlich als sehr interessant erachtet.

„Auch Banque Populaire und Safran haben ihre neuen IMOCA bei VPLP Verdier Design nach den neuen IMOCA-Regeln in Auftrag gegeben. Das dürfte spannend werden!“

Die Sponsoren von Armel Le Cleac’h (BP) und Marc Guillemot haben sich für den Neubau ihrer Schiffe „zusammen getan“, um die Kosten drastisch zu reduzieren. So sollen beide Schiffe die gleiche Rumpfform haben. Lediglich die Aufbauten und das Deckslayout werden nach dem unterschiedlichen Gusto der Skipper individuell gestaltet.

Marc Guillemots wilder Ritt auf dem "Safran"-Vorschiff. © FRANCOIS VAN MALLEGHEM / DPPI

Marc Guillemots wilder Ritt auf dem “Safran”-Vorschiff. © FRANCOIS VAN MALLEGHEM / DPPI

Bleiben wir noch ein wenig bei „Safran“. Dort spielt man eindeutig die Karte „junger Skipper“ aus. Schon jetzt ist klar, dass nicht Guillemot (54) die neue „Safran“ steuern wird, sondern Morgan Lagraviere (29), einer der besten Figaro-Segler der vergangenen Jahre. Er wird im Laufe der kommenden Saisons von „Alt“-Skip Guillemot in die Feinheiten des IMOCA_Segelns eingewiesen (wie etwa beim NY-Barcelona) – Ähnlichkeiten mit dem Lebenslauf des neuen IMOCA-Superstars Francois Gabart (sein Mentor: Desjoyeaux) sind offensichtlich.

 Gitana/Rotschild lässt ebenfalls bauen

Nicht zuletzt kann sich die IMOCA-Klasse auch über Neuzugänge freuen. Das Gitana-Team/Baron de Rothschild gab kürzlich bekannt, dass sie – besonders im Hinblick auf die Vendée Globe 2016 – neben ihrem MOD70-Trimaran (der bei der Route du Rhum starten wird) auch wieder in Einrumpfer „investieren“ wollen.

Aufgrund der neuen, kostensparenden IMOCA-Konstruktionsregeln – im Prinzip neuer One-Design-Mast und -Kiel auf allen neuen Schiffen – votierten Skipper Sebastien Josse und seine Geldgeber ebenfalls für einen Neubau, der 2015 segelfertig sein sollte.

Dass die IMOCA-Klasse auch in Zukunft leistungsspezifisch ziemlich homogen unterwegs sein wird, zeigt nicht zuletzt die Wahl des Design-Büros für die neue Gitana/Baron de Rothschild: VPLP Verdier Design…

Themen Tipp: SR Leser Lucas Wameling

 

Delphin begleitet Segelboot

Armel Le Cléac’h fotografiert seine Delphin Begleitung beim langen Kreuzkurs durch den Atlantik. © Le Cléac’h/Banque Populaire

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Michael Kunst

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