Audi Medcup: Schümann zweimal letzter, “Container” vorletzter

Zäher Start

Kunstvolle unter-Wasser-Optik von der italienischen Audi-Azurra © Guido Trombetta_Studio Borlenghi/Audi MedCup

Super-GAU, der größte anzunehmende Unfall – anders kann die Tagesbilanz von Jochen Schümann am Donnerstag (25. August) nicht ausfallen. In beiden Segelwettfahrten der vierten Regattaserie des Audi MedCups in Cartagena/Spanien belegte der zweimalige America’s-Gewinner mit seinem Audi Sailing Team powered by All4One (Kiel) nur den letzten Platz.

In der Gesamtwertung übernahm das deutsch-französische Projekt die rote Laterne von der „Container“. Die TP 52 von Udo Schütz aus Selters zeigte sich nach verpatztem Auftakt verbessert, ist nach den Einzelrängen vier und drei jedoch vorerst sechs Punkte hinter der Spitze nur Vorletzte (6.).

Die „Bribón“ der Gastgeber glänzte mit einem hauchdünnen Tagessieg im dritten Rennen und übernahm die Gesamtführung einen Zähler vor der russischen „Synergy“.

Jochen Schümann an der Pinne. Bei wenig Wind lief es überhaupt nicht auf der "Audi All4One" © Guido Trombetta_Studio Borlenghi/Audi MedCup

Erneut musste das internationale Spitzenfeld drei Stunden warten, bis kurz vor 16 Uhr endlich genug Wind für den ersten Start wehte. Bei Stärke zwei bis drei waren wiederum die Leichtwindspezialisten gefragt – und eine Nase für den Wind, der wieder oft schwankte.

„Wir sind zweimal auf der benachteiligten Seite gestartet, dann war der Ofen schon aus“, fasste Schümann die empfindlichen Niederlagen kurz und bündig zusammen. Die Gratwanderung zwischen taktischem Missgeschick und schlicht Pech war augenscheinlich, doch eine echte Aufholjagd fand nicht statt.

Dazu reichte offenbar auch die Bootsgeschwindigkeit nicht. „In beiden Rennen war der später Vorletzte bei uns gestartet“, analysierte der Steuermann, „und der hat sich auch nicht mehr erholt.“

Positiver fiel die Zwischenbilanz der „Container“-Crew aus. „Wir haben zwar immer noch leichte Speedprobleme, aber es ging schon deutlich bergauf“, sagte der Berliner Frithjof Kleen. Der Starboot-Vorschoter von Robert Stanjek war von Skipper Markus Wieser als Coach geholt worden. „Zwei Super-Starts und keine große Fehler auf der Bahn haben uns zwei Mittelplätze eingebracht“, so der Starbootsegler weiter. „Damit müssen wir zufrieden sein.“

Der All4One-Block lief rund, aber bei der Leistung hakt es noch. © Guido Trombetta_Studio Borlenghi/Audi MedCup

Zwar hatte die US-amerikanische „Quantum Racing“, Gegner Nummer eins im Kampf um den Saisonsieg im Audi Med Cup Circuit 2011, zunächst das bessere Ende für sich und zog in Lee der Deutschen langsam vorbei. Doch im zweiten Tagesrennen gelang die Revanche, als Ed Baird das US-Boot nur auf den vorletzten Platz manövrierte.

„Es ist immer noch schwierig für uns, bei Leichtwind mit ‚Quantum‘, ‚Bribón‘ und ‚Synergy‘ mitzufahren, aber das ging deutlich besser als zum Auftakt“, meinte Taktiker Hamish Pepper (Neuseeland).

Der Hamburger Vorsegeltrimmer Matti Paschen ergänzte: „Wir haben das erste Rennen detailliert ausgewertet und nochmal einiges am Setup und Trimm geändert. Das ermöglicht automatisch eine freiere Wahl der Taktik. Ich bin davon überzeugt, dass wir den Hebel nun in die richtige Richtung umgelegt haben.“

Ein TP-52-Kiel bahnt sich seinen Weg durch das spanische Mittelmeer. © Guido Trombetta_Studio Borlenghi/Audi MedCup

Die schwierigen Windbedingungen spiegelten sich auch zum Auftakt der Soto 40-Regatta wider. Der Auftaktsieg ging an die einheimische „NH Hotels“, während die sonst haushoch überlegene „Iberdrola“ nur Vorletzte vor der „cruiser-racer.com“ (alle Spanien) wurde, die mit einem Leihboot neu am Circuit teilnimmt aber auch ein neues Schiff bestellt hat.

Die deutsche Taktikerin Sabine Schumann aus Barcelona, eine frühere Europe-Seglerin vom Württembergischen Yacht-Club, musste auch im zweiten Rennen der Erfahrung der Gegner auf diesen neuen Booten Tribut zollen und war mit ihrer Mannschaft abgeschlagen. Die Gesamtführung übernahm überraschend die britische „Ngoni“ mit einem Tagessieg nach Rang zwei zu Beginn.

Halb unter, halb über Wasser. Exzellenter Schuss von einer Soto 40, dessen Vorschiffsmann die Startlinie peilt. © Guido Trombetta_Studio Borlenghi/Audi MedCup

Die Region of Murcia Trophy im Audi MedCup wird am Freitag (26. August) mit zwei geplanten Wettfahrten und – wenn möglich – einem Nachholrennen der TP 52 fortgesetzt, das am Mittwoch mangels Wind ausgefallen war. Die letzten Rennen finden am Sonntag (28. Juli) statt.

Die Wettfahrten des Audi MedCups werden täglich per Video live im Internet auf der Eventwebsite  übertragen und sind zudem über Facebook zu verfolgen und zu kommentieren.

Ergebnisse

Eventseite

Audi MedCup Circuit 2011

Region of Murcia Trophy in Cartagena/Spanien (vierte von fünf Regattaserien)

TP 52-Serie

2. Wettfahrt:

1. Audi Azzurra Sailing Team (Italien), Guillermo Parada

2. Quantum Racing (USA), Ed Baird

3. Synergy Russian Sailing Team (Russland), Eugeniy Neigodnikov

4. Container (Selters), Skipper Markus Wieser

5. Bribón (Spanien), Gonzalo Araujo

6. Ràn (Schweden), Niklas Zennström

7. Audi Sailing Team Powered by All4One (Kiel), Jochen Schümann

 

3. Wettfahrt:

1. Bribón, 2. Ràn, 3. Container, 4. Audi Azzurra Sailing Team, 5. Synergy, 6. Quantum Racing, 7. Audi Sailing Team Powered by All4One

 

Gesamtstand (nach drei von neun Wettfahrten)

1. Bribón, Gonzalo Araujo (Spanien, 2/5/1) 8 Punkte

2. Synergy Russian Sailing Team, Eugeniy Neigodnikov (Russland, 1/3/5) 9

3. Audi Azzurra Sailing Team, Guillermo Parada (Italien, 5/1/4) 10

4. Quantum Racing, Ed Baird (USA, 3/2/6) 11

5. Ràn, Niklas Zennström (Schweden, 6/6/2) 15

6. Container, Udo Schütz (Selters), Skipper Markus Wieser (7/4/3) 14

7. Audi Sailing Team Powered by All4One, Jochen Schümann (Kiel, 4/7/7) 18

Spenden
https://northsails.com/sailing/de/

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