Knarrblog, Class40 WM: Erst zweiter, dann Abbruch. Wendet sich das Glück?

Noch mal Gas geben

"Mare" gibt doch noch mal Gas. © Breschi

“Mare” gibt doch noch mal Gas. © Breschi

Geht doch. Ein haariger Steuerbord-Start mitten durch das Feld vorbei an zahlreichen Hecks und Bugspriets auf die rechte Seite, freies segeln in gutem Druck und zweiter an der Luvtonne.

Nur die Spanier sind mal wieder vorne. Gonzalo Botin, Class40 Weltmeister 2010, Bruder vom Botin Bootsdesigner, mit ihrer älterer modifizierter Akilaria2, neuer 3DL Inshore Garderobe und ausgezeichneter Crew  übernimmt mit seinem  Tagessieg sogar die Gesamtführung.

Wir halten ordentlich mit, geraten bei immer stärker abnehmendem Wind aber schwer unter Druck besonders durch Bruno Jourdren nagelneue Tyker Design von Verdier, dass bei allen Windbedingungen zu den Schnellsten gehört. Endlich bringen wir auf dem verkürzten Up and Down-Kurs mal einen vorderen Platz ins Ziel.

Das folgende Küstenrennen wird allerdings fies. Da wäre schon wieder alles zerronnen, was gewonnen war. Wir dümpeln etwa auf Platz 17. Die Instrumente zeigen nach der ersten Tonne über gute zwei Stunden jede Menge Nullen. Der Wind schläft völlig ein, nachdem er kurz vor der Tonne ausgesetzt hatte und brutal nach links gedreht war.

Auf der Startkreuz läuft es nach bescheidenem Start sehr ordentlich. Am Ende scheinen nur noch die Spanier vor uns passieren zu könne. Sie wenden fies in Luv drauf. Wir quetschen Höhe und haben bald wieder Luft. So viel dass wir uns plötzlich als Führender an der Tonne wähnen. Dann wechseln wir auf das Code Zero Rollvorsegel, das unter fünf Knoten schnell sein soll, bekommen es aber überhaupt nicht zum Laufen.

Der Spanier rauscht weg. Dann zieht auch noch brutal die linke Seite. Und wir treiben als Letzter herum und mit der Strömung auch noch fast gegen die Marke. Dann beginnen die Segel zu schlagen. Zwar keimt kurz die Hoffnung auf, als uns ein Privat-Hauch über das Feld schiebt.

Aber dann geht genau auf der anderen Seite die Post ab. Die rote Blase des Spaniers steigt gen Himmel. Kein gutes Zeichen, denn bei uns ist mangels Wind nicht an das große Tuch zu denken. Anna Maria Renken an Bord bei ihrem Freund Jean Christophe mit “Picoty” liegt schon meilenweit voraus auf Platz zwei als der erlösende Fundkspruch kommt: “Abbruch!”

Glück gehabt. Vielleicht geht ja doch noch was in der Serie. Vor den letzten beiden Rennen ist der Rückstand zu Platz eins plötzlich auf sechs Punkte geschrumpft. Mal sehen. Aber das mag so ähnlich sein wie beim HSV. Eben noch Fast-Absteiger nun schon fast wieder die Europaleague im Auge.

Ergebnisse

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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Ein Kommentar „Knarrblog, Class40 WM: Erst zweiter, dann Abbruch. Wendet sich das Glück?“

  1. avatar Uwe sagt:

    Tolle Fotos von Carstens Super-Leestart in der Bilderstory.
    Geniale Idee von Jörg Riechers, sich mit Carsten einen der besten Steuerleute in Personalunion mit dem wohl besten Segelreporter ins Boot zu holen. Es wundert mich daher nicht, dass MARE sich auf Rang 3 verbessern konnte.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 1 Daumen runter 11

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