Video Fundstück: Patenthalse der J/109 vom Blur-Blogger

Cooler Abgang

Der Schwede Peter Gustafsson betreibt mit BLUR eine der erfolgreichsten Segelseiten Nordeuropas im Internet. Nebenbei skippert er auf skandinavischen Regatten erfolgreich die J/109 gleichen Namens, mit der er auch schon mal einen Jesper Bank hinter sich lässt.

Jetzt weist er noch einmal auf ein Missgeschick hin, das ihm in der vergangenen Saison beim Faerderseilasen Race in Norwegen passiert ist. Beim 83 Meilen Rennen von Oslo zum Færder Leuchtturm bei Horten läuft ihm das Schiff aus dem Ruder.

Die J 109 "Blur" mit North 3Di Segeln und Blogger Peter Gustafsson, wenn sie aufrecht segelt. © Blur

Die Crew sitzt auf dem Vorwindkurs mit Gennaker weit in Luv, um das Schiff zu krängen und ausgewogen auf dem Ruder liegen zu lassen. Der Taktiker gibt Gustavsson Anweisungen, und dabei mag der Skipper für eine Sekunde abgelenkt sein, so dass die “Blur” nach Luv abschmiert, der Großbaum herumschlägt und das Schiff auf die Seite wirft.

Die Crew reagiert lässig. Sie bleibt in Luv im Wasser hängen und wartet, bis der Pitmann die Fallklemme löst. Der Gennaker rauscht ins Wasser, der Druck ist weg, das Schiff richtet sich wieder auf.

Der Großbaum der "Blur" ist herumgeschleudert, die Crew hängt im Wasser.

Der Mastmann springt zum Fall und reißt das Segel wieder ins Topp. Gustafsson halst zurück und weiter gehts. Respekt! Das haben die Jungs nicht zum ersten Mal gemacht.

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
Spenden
http://blueocean.berlin/magicmarine-team-werden/

48 Kommentare zu „Video Fundstück: Patenthalse der J/109 vom Blur-Blogger“

  1. avatar Ketzer sagt:

    “schmiert nach luv ab”: Wirklich? habe ich irgendwas nicht mitbekommen? Find’s eher erstaunlich, dass die Kiste in Richtung Baum (=Lee?) abhaut. Reaktion der Besatzung ist aber echt cool.

    Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 4

    • avatar laserrecke sagt:

      Luv ist da wo der baum nicht ist, wenn also das schiff dahinkränkt kann man dazu sagen das es “nach luv abschmiert”. weiter so!

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 8 Daumen runter 0

      • avatar Ingo sagt:

        Vielleicht können wir uns ja auf “Chinese Gybe” einigen? 😉

        Natürlich schmiert das Boot erst nach Luv ab, da der Steuermann zu spät und nicht energisch genug anluvt. @Ketzer: Dass das Boot bei soviel Luv-Krängung stark leegierig wird, ist überhaupt nicht erstaunlich. Stell’ Dir nur mal vor, wie das Unterwasserschiff bei soviel Krängung aussieht; und dann noch der Segeldruckpunkt…

        Cool finde ich die Crew übrigens überhaupt nicht. Der Steuermann hat gepennt und die beiden Segeltrimmer schauen in der Gegend ‘rum. Moderne Kielboote verzeihen sowas nicht. Bei dem relativ breiten Heck wird das Ruderblatt schon bei ca. 30 Grad Krängung regelrecht aus dem Wasser gestemmt…

        …and then you go Chinese. Kommt bei der X-35 auch hin und wieder vor.
        😉

        Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 1

        • avatar Uwe sagt:

          Die segeln übergeigt, d.h. der Baum befindet sich auf der Luvseite und das Schiff krängt nach Lee (backbord) weg !

          Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 3 Daumen runter 7

          • avatar Alex sagt:

            @Uwe:
            Die segeln tatsächlich übergeigt, haben aber beide Segel auf der gleichen Seite geschotet. Einen Gennaker kann man nicht nach Luv schoten. Demnach sind beide Segel in Lee geschotet.
            Durch den tiefen Kurs sind die Segel weit geöffnet. Dabei wandert der Segeldruckpunkt weit nach außen von der Mitschiffslinie weg. Dies begünstig erheblich ein aus dem Ruder laufen.
            Durch die Luvkrängung versucht man den Segeldruckpunkt wieder weiter über die Mittschiffsline zu bringen, was das Boot stabilisiert. Das Problem für ungeübte auf einem solchen Ritt, der Windeinfallswinkel ändert sich nicht nur in einer Bö oder Flautenloch. Je leichter das Boot ist, umso sensibler reagiert die Bootsgeschwindigkeit auf die Position in der Welle. Beim Eintauchen in eine Welle wird man abrupt langsamer, der Fahrtwind reduziert sich und plötzlich kommt der Scheinbare achterlicher. Auf einem solchen Kurs ist eine ausgesprochen präzise Ansage notwendig, von dem was von achtern kommt.

            Like or Dislike: Daumen hoch 3 Daumen runter 0

  2. avatar T.K. sagt:

    Das kommt davon wenn der Steuermann zugelabert wird 😉

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 15 Daumen runter 0

  3. avatar matti sagt:

    Zum Glück – oder leider? – hören wir nicht die Stimmen der Crew – so hat unsere Phantasie freies Spiel 😉

    Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

  4. avatar ??? sagt:

    coole geräusche ….

    Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

  5. avatar ??? sagt:

    und schnell wieder oben…

    Like or Dislike: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

  6. avatar Christian sagt:

    sie haben aber auch ganz schön Glück gehabt:
    1) ist der Baum nicht gebrochen (oder gar der Mast am Lümmel)
    2) haben sie den Genni nicht überfahren

    Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 2

    • avatar Ketzer sagt:

      Man könnte sagen: Sehr souverän. 😉

      Und wohin der “abschmiert”, da kann man sich wohl streiten. Ich hätte eher gesagt “nach Lee”, zumal der Baum “nach Luv abschmiert” und die Crew “bleibt in Luv im Wasser”.

      Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 0

  7. avatar Alex sagt:

    Hat jemand eine Idee, weshalb die mit ihrem Gennaker eigentlich auf Spikurs fast platt vor dem Laken fahren?
    So viel Pressluft scheint es nicht gehabt zu haben ansonsten währe die Crew sich im Heckkorb gehängt.
    Oder hatten die keine VPP-Tabelle dabei?

    Like or Dislike: Daumen hoch 1 Daumen runter 2

    • avatar Ingo sagt:

      Hallo Alex,

      ich stimme Dir zu, so tief zu fahren, macht mit einem Gennacker keinen Sinn. Da die Kameraperspektive ja praktisch der Perspektive des Steuermanns entspricht, müsste man irgendwo im Cockpit ein VMG-Diagramm sehen. Auch Trimm-Marken oder Genuaabweiser an den vorderen Relingsstützen sind nicht zu sehen. Anscheinend ein Eigner und Steuermann, der das Schiff erst gekauft hat, sich von einem (Profi-?)Taktiker beraten lässt und nun muss aus den “Einzelspielern” erst einmal eine Mannschaft geformt werden.

      Ich wünsche dem Eigner auf jeden Fall, dass er mit seiner Crew die Anfangsschwierigkeiten überwindet und das Durchhaltevermögen hat, um irgendwann ganz nach vorne zu kommen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man ein solches Projekt nur langfristig angehen sollte…

      Gruss
      Ingo

      Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 3 Daumen runter 7

      • avatar Carsten Kemmling sagt:

        wow leute, ihr seid ja mutig mit euren urteilen zum vermeintlichen leistungsvermögen der gezeigten crew. es handelt sich um eine der besten skandinavischen bigboat crews: http://jboatnews.blogspot.com/2010/06/j109-blur-wins-big-boat-challenge.html
        deshalb macht abgucken hier mehr sinn als schlauschnacken.

        Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 22 Daumen runter 4

        • avatar Marc sagt:

          Nun weiß man auch warum wir nicht beim AC, VOR, GOR oder bei anderen großen Segelveranstaltungen vertreten sind. Die ganzen guten deutschen Navigatoren, Steuermänner und Trimmer sind alle hier auf Segelreporter 😉

          Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 11 Daumen runter 4

          • avatar Philipp sagt:

            Jaja… das sind Entzugserscheinungen. Zu viel Winter, zu wenig Boot unterm Hintern 😉

            Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 0

        • avatar Christian sagt:

          Carsten, das ist jetzt aber nicht unheikel, das Schlauschnacken zu dissen. Erstens ist die Bereitstellung einer Plattform dafür genau der Grund, warum SR recht erfolgreich ist. Schlauschnacken tut hier jeder, auch der Reporter 😉

          Zweitens mache auch die Besten mal Fehler, wie hier im Video zu sehen. Dürfen das die weniger Guten jetzt nicht mehr kommentieren? Auch wenn sie dabei hin und wieder mehr Quatsch verzapfen als z.B. der Reporter?

          Lasst uns doch alle ein wenig locker machen: Die einen maßen sich nicht an, ultimative Beurteilungen abzugeben, die anderen machen nicht gleich jeden runter, der sich eine eigene Meinung erlaubt.

          Und ich bleibe dabei: Sie haben neben großem Können auch das notwendige Glück gehabt, unbeschadet aus der Nummer raus gekommen zu sein 😉

          Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 4 Daumen runter 4

  8. avatar Günther Ahlas sagt:

    Der Lenkradfesthalter sollte bei der Tiefe ,die er fährt besser den Gennaker nach Luv schoten ?!
    Quatsch beiseite, wie man sieht ist das Manöver perfekt einstudiert…Halse…Gennaker runter…Halse….Gennaker hoch…am Leefass kann man mit diesem Manöver wahrscheinlich perfekt eine Überlappung auflösen!

    Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 2

    • avatar Ingo sagt:

      Hallo Günther,

      ich nehme an, das mit dem “…Manöver perfekt einstudiert…” war auch nicht ernst gemeint?

      Allein die Tatsache, dass sich der Eigner beider Bootsgrösse North 3Di hat aufschwatzen lassen, spricht Bände…

      Gruss
      Ingo

      Like or Dislike: Daumen hoch 1 Daumen runter 1

  9. avatar Alex sagt:

    @Ingo, so war ich mal mit einer A35 als Gennakertrimmer unterwegs.
    Auf Druckansage von mir war überhaupt keine Reaktion. Ich hab nur in mein Vorliek geschaut und gefragt wo die hinfahren. Da hatte einer das Kommando, der das erste Mal mit Gennaker gesegelt ist. Mann hatten wir auf die Fresse bekommen.

    Ich glaube auch, die haben das Schiff neu und kommen vom Spisegeln.
    Würde mich auch interessieren was der Taktiker dem Steuermann erzählt als er auf die Kompassrose zeigt.
    Schaut er nach Thema fürs Festmacherbier aus.

    Sagen wir als beim Schaffen: Wir sind halt Profis! Nein, nicht weil wir besonders gut sind in dem was wir machen, sondern weil wir Geld nehmen für das was wir machen. 🙂

    Wir holen im März unser neues Boot. Die ORC-Regatten fahren wir aber diese Saison noch mit dem Alten.
    Weil wir wissen weshalb. 😉

    Like or Dislike: Daumen hoch 3 Daumen runter 3

    • avatar Ingo sagt:

      Hallo Alex,

      was für Schiffe und Events segelst Du denn so, wenn man mal fragen darf? Und ist das Vorsegel trimmen Dein “Hauptberuf”?

      Gruss
      Ingo

      Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

      • avatar Alex sagt:

        Hauptsächlich ORC-Regatten am Bodensee, aber ob das schon Events sind?

        Ich segle hauptsächlich ORC-Sportboot. Dann öfters A35 und Ventilo M2. Im März kommt die Farr400 ins Wasser. Da aber nur im Training und als Ersatzmann. Und als Eigner steige ich dieses Jahr auf ein Knierim/Nissen um.

        „Schaffen“ steht im Süddeutschen für arbeiten mit dreckig werden, schwitzen und stinken.
        In der Dorfliga segeln wir sicher nicht schlecht aber ich sehe die gemischten Felder am Bodensee eben nur als Dorfliga. Ein Segelmacher am See meint trotzdem einmal, wir könnten 100-150 EUR fürs Wochenende nehmen. Aber ich bin schon mit richtig guten Leuten gesegelt. Ich würde mich daher schämen, Geld für meinen Job zu nehmen. Meine Heuer ist ein Bier und ne Wurst. Also eher kein Beruf.

        Ich segle alle Positionen hab aber auf meinem Schiff die Pinne abgegeben weil wir einen bessern für´s Steuern haben und ich recht lange keine Winsch brauche.

        @Carsten, du hattest in der Einleitung schon geschrieben, dass die Jungs was drauf haben.
        Daher habe ich auch gefragt, weshalb fahren die mit dem Gennaker so tief. Hast Du eine Ahnung?

        Im Übrigen gebe ich Dir recht, Das Manöver nach dem Sonnenschuss finde ich nicht schlecht.
        Da ist nicht nur gleich einer am Mast, da wird auch sofort das Schothorn geschnappt und nach Achtern gezogen.
        Kürzlich hattest Du ja von einem schönen Gegenbeispiel berichtet.

        Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 1

        • avatar Philipp sagt:

          Alles was hier zu sehen ist, ist doch ein Zwei-Minuten-Schnippseln wo eine Crew auf’s Maul bekommt und die Situation sehr professionell meistert. Mehr nicht. Ich verstehe nicht, warum hier so rumgeprollt und wild spekuliert wird… aber vielleicht bin ich ja hier auch der einzige, der die Crew nicht persoenlich kennt 🙁
          Soviel jedenfalls zum Thema “Segeln” und “Gentleman’s Sports”.

          Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 2

        • avatar Carsten Kemmling sagt:

          der optimale kurs ist ja bei jedem bootstyp anders. da diese jungs sehr erfolgreich mit der J/109 fahren, nehme ich ihnen ab, dass für sie der tiefe kurs bei diesen windbedingungen der schnellste ist. ein anspitzen macht meist nur dann sinn, wenn der wind so stark ist, dass das schiff ins gleiten kommt und man dann durch den höheren speed wieder mehr tiefe steuern kann.
          dieser gennaker ist im luvliek offenbar so rund geschnitten, dass er sich weit nach luv zieht, was durch die luvkrängung unterstützt wird.
          der skipper balanciert die J auf messers schneide, fast so wie einen Laser, Finn oder Opti mit luvkrängung vor dem wind. vielleicht ist der großbaum niederholer zu lose. das offene achterliek würde das abschmieren nach luv begünstigen. aber auch winddreher, böe oder steuerfehler könnten den abgang verursacht haben.

          Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 2

          • avatar Alex sagt:

            Um das Steuerverhalten zu beurteilen ist die Sequenz tatsächlich zu kurz. Dennoch habe ich den Eindruck, die Fahren stur Kurs.
            Wir fahren stur nach Speed. D.h. wir kennen unseren Sollspeed bei der vorherrschenden Windstärke und das Boot wird dann so gesteuert, dass wir eben diesen Speed auch fahren. Das Resultat ist dann die allseits bekannte Schlangenlinie nach Lee.

            Das mit dem Schnitt vom Gennaker könnte sein. Auf der A35 hatten wir dann auf Spinnaker umgestellt und die Kiste ist auf einmal abwärts gerannt wie hulle.
            Die J schätze ich eben an dieser Kante zwischen Gennaker und Spinnaker und würde fast meinen ein Spinnaker währe vorteilhafter. Aber als Fahrtenschiff mit kleiner Crew ist der Gennaker auf jeden Fall die bessere Wahl und so ist das Boot auch konzipiert. Da würde dann Wilfrieds Argument mit dem „Vermessen“ passen.

            Like or Dislike: Daumen hoch 1 Daumen runter 1

  10. avatar Wilfried sagt:

    Mensch, seid ihr alle schlau. Tatsache ist, wenn ich mit Gennaker vermessen bin fahre ich den auch und nicht den Spi. Wenn der Kurs tief ist und die Kiste im glatten Wasser nicht rutscht fahre ich keinen Umweg sondern maximale tiefe. Und das geht eben mit leichter Luvkrängung und nach Luv drehendem Gennaker. Wenn dann der Steuermann kurz pennt und/oder die Luvkrängung zu groß wird pendelt der Gennaker rumm und du machst die Grätsche. Aber wer nicht am Limit fährt ist eben auch nicht schnell. Wenn der Großbaum in den Himmel zeigt und dann in die Patenthalse kracht wars nach Luv und nicht nach Lee. Egal ob mit Spi oder Gennaker bei den Bedingungen versuchst du immer die maximale Tiefe zu segeln. Nebenbei die J 109 lässt sich hervorragend steuern und gehört nicht zu den Breitärschen die sofort das Ruder austauchen lassen, aber wenn der Gennaker pendelt hilft das auch nicht weiter.
    Klugschießmodus wieder aus

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 4 Daumen runter 7

    • avatar Alex sagt:

      Das mit dem Vermessen ist ein Argument.

      Bei einem Langkieler unter Spi ist das maximal tief sicher den schnellst Weg um nach Lee zu kommen. Aber kannst Du mir die Theorie von maximal tief anstelle maximal VMG mit einem Gennakerboot erklären?
      Ich kenne das am Limit Segeln beim Gennakerboot knapp unter dem Luvsonnenschuss und nicht knapp vor der Patenthalse.

      Ich schätze die waren auf ca. 165°-170° TWA mit BB-Wind. Sind dann diese 10°-15° nach Lee abgeschmiert, patentgehalst im Abschmieren und dann unkontrolliert nach Luv gedrückt worden.
      Bei einem Sonnenschuss nach Luv kenne ich kein Baumumschlagen.

      Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 2

      • avatar Wilfried sagt:

        es geht hier immer um die Frage, komme ich bei höherem Kurs ins surfen um den Umweg auszugleichen oder nicht, wenn ich mal Sachen wie Wassertiefe, gegnerische Boote und so vergesse. Kannst Du prima selbst bei Gleitjollen beobachten. Wenn ich nicht ins gleiten komme fahre ich auch mit dem Contender maximale Tiefe. Ins surfen kommen die in dem Video nicht sind aber dicht an Rumpfgeschwindigkeit. Das solches Tiefe fahren mit dem Spi besser geht ist auch klar. Aber j 109 ist nun mal ein Rüsselboot. Das Optimum sind zweifellos die Boote mit schwenkbarem Rüssel. Die können die Tiefe auch ohne den Balanceakt fahren. Nebenbei als die Gennaker aufkamenn sind auch auf der Ostsee viele wegen der Vermessungsvorteile damit gefahren.

        Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 3

        • avatar Alex sagt:

          Ok. dann schmeiße ich jetzt meine vom VPP erstellten Polardiagramme weg weil wegen einfach grotten falsch.
          Ne, jetzt aber mal im Ernst. Beim Verdränger reiße ich an, wenn ich auf Rumpfgeschwindigkeit bin maximale Tiefe weil schneller wie Rumpfgeschwindigkeit geht nicht. Wissen wir ja alle.
          Platt fahre ich ohne Umströmung. Mit dem Gennaker suche ich die Umströmung, platt ist dieses Segel maximal ineffizient. Mit dem Schwenkbaum kann ich da etwas kompensieren, es hat aber auch seine Grund weshalb sich der nicht durchgesetzt hat. Mit dem Gennaker bist Du unabhängig vom Angleiten im Abwärtskreuzen schneller. Du musst nur exakt den Winkel treffen (3° entspricht bei einer Strecke von 1 km einem + oder – von ca. 50m)
          Wir haben bei uns auf dem Boot verglichen: 2 kn TW Spi und Gennaker gleich groß, Gennaker 0,5 oz, Spi 0,2! Oz. Mit Gennaker abwärts kreuzen waren wir schneller in Lee als mit dem Neglige platt zu fahren.
          Und glaube mir, wir waren weit vom Angleiten entfernt.

          Carsten könnte da schon in die richtige Richtung gehen, Die haben da einen Code5 gesetzt.
          Wenn man den Taktiker anschaut, scheint es, er beobachtet ein Boot in Luv BB. Bei so einem dichten Feld könnte dann ein tiefer, gerader Spikurs tatsächlich besser sein als vor den anderen Spinnakerbooten ständig herum zu kreuzen. Wenn die dann das passende Segel haben wäre das für mich eine mögliche Erklärung.

          Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 1

  11. avatar RVK sagt:

    Vielleicht haben die ein oder anderen Herren sich auch mal überlegt, dass es an Wassertiefe mangeln könnte oder andere nautische Gegebenheiten einen bei einer Mittel- oder Langstrecke dazu nötigen, einen VPP-unoptimalen Kurs zu steuern? Vielleicht deutet der Taktiker auch gerade deswegen auf den Kompass um den Steuermann klar zu machen, dass er noch so und so viele Minuten mindestens Kurs X halten muss?

    Klar, dass das auf nem Gebirgsteich wie dem schwäbischen Meer nicht nötig ist.

    Ich habe höchsten Respekt vor der Leistung dieser Crew. Keine lange Diskussionen, schnell und souverän die Lage geklärt und noch nicht mal ne Minute verloren. Mit Verlaub, aber bei der Rund Um, Ost-West und den sonstigen Südseeeventes haben bestimmt 95% des Felder nicht diese Kompetenz und Klasse.

    Wer es meint besser zu können, der darf gerne mal an den Ostsee kommen und seine Kompetenzen beweisen. Der Rest würde gut daran tun, weniger zu spekulieren!

    Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 3

    • avatar Alex sagt:

      Die Wassertiefe habe ich ausgeschlossen weil sich weit BB und SB Boote befinden.

      Die Ansage mit Kurs und Zeit schließe ich ebenfalls aus. Ich bezweifle das der Taktiker das aus dem Kopf macht und einen Kartenplotter sehe ich nicht.

      Wenn ich die restlichen 5% jemals am Bodensee finde, gebe ich Bescheid. Ich sagte ja, gemischte Felder und Dorfliga. Aber auch da wird hart gekämpft und schöner Segelsport betrieben.

      Mit der Rund Um hast Du die Regatta herausgegriffen, mit dem geringsten sportlichen aber höchsten Breitensportlichen Ansatz. Es sei denn, es hat mal konstant Wind, was fast nie vorkommt.

      An der Ostsee war ich letztes Jahr, Fyn Rundt, 18:00:48 Std. Das war schon eine andere Nummer als auf dem Schwabensee zu segeln.

      Like or Dislike: Daumen hoch 3 Daumen runter 0

      • avatar Daniel sagt:

        Wobei die Rund Um letztes Jahr auch gar nicht so anspruchslos zu segeln war. Vom Start weg war die richtige Taktik nötig, um ordentlich durch die Nacht zu kommen.
        Ansonsten: Ich bin nicht der einzige Bodensee-Segler, der auf der Ostsee im Oktober “Mammuts jagen” geht oder auch gern im Sportboot auf allen möglichen Revieren unterwegs ist. Davon haben wir mehr, als man denkt 🙂

        Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 1

  12. avatar Mathias sagt:

    Ich sag nur: Alter Schwede!!

    Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 1

  13. avatar Ingo sagt:

    Was ist besser als abgucken und schlauschnacken?

    Richtig: Mitdenken!

    @Carsten: Du behauptest, es handele sich um eine der besten BigBoat-Crews in Skandinavien und belegst dies mit einem Link auf eine Seite, auf der es ausschliesslich darum geht, Jboats schön zu reden (kein Wunder, es ist ja auch eine Seite von Jboats). Was aber haben sie wirklich geleistet? Sie haben beim BBC in Kerteminde 2010 die Kategorie IRC2 gewonnen – ein Event, der nur aus 3 Wettfahrten bestand und ein Feld, das nur aus 11 Booten bestand; und wenn man genau hinsieht, stellt man auch noch fest, dass die Mehrheit dieser 11 Boote nicht einmal alle 3 Wettfahrten mitgesegelt ist!

    Hier der Link zum Nachlesen:
    http://bigboat.dk.linux2.wannafindserver.dk/BBC-2010-result/BBC-2010-RT-IRC.htm

    Nur nebenbei: Mein Maintrimmer war zufälligerweise genau bei diesem Event dabei, um auf der Cookson 50 ein neues Gross anzupassen. Von seinen Erzählungen her kenne ich in etwa das Niveau dort.

    Ich kenne den Eigner der J109 und auch seine Crew nicht, aber ich bleibe dabei: Die Leute segeln auf besserem Clubrace-Niveau und gehören sicher nicht zu den besten BigBoat-Crews im Norden. Eher schon ein Morten Ulrikkeholm (DEN), der mit seiner “Oxygen” derzeit amtierender X-35 Weltmeister ist. Wir können hier natürlich eine neue Diskussion beginnen, ob in den (kleinen) Handicap-Feldern oder in (grösseren) OneDesign-Feldern die stärkere Konkurrenz segelt. Natürlich ist da Jeder etwas subjektiv,mich eingeschlossen, aber ich denke, es gibt doch schlagende Argumente für das OneDesign Segeln – jedenfalls, wenn man der Konkurrenz nicht aus dem Weg gehen will.

    Aber zurück zu den Fakten: Wenn die Blur-Crew zu den Besten gehört, sollte auf deren Webpage ja etwas einigermassen Gehaltvolles stehen…; natürlich habe ich mich inzwischen dort mal genauer umgesehen (man lernt ja nie aus), muss aber sagen, dass dies ziemlich enttäuschend war. Die Polars für die X-35 sind nicht zu gebrauchen, eines ist sogar auf den ersten Blick fehlerhaft. Selbst von der Werft bekommt man beim Kauf einer X-35 bereits ein Besseres; ich denke auch, dass ich das nach 5 Jahren X-35 Segeln (und ständigem Nachbessern der Polars) ganz gut beurteilen kann.

    @Alex: Auf der Blur-Webpage habe ich auch die (wahrscheinliche) Erklärung dafür gefunden, weshalb er in dem Video so tief segelt. Sein J109-Polar gibt ihm tatsächlich für 16 – 20 kn TWS einen Downwind TWA von 175 – 176 Grad vor! Very strange!!! Vielleicht hat er diese Werte ja imKopf, auch wenn er im Cockpit keinerlei Tableau hat.

    Hier wieder zum Nachlesen der Link:
    http://www.blur.se/polar/J109_od_vpp.pdf
    (Es ist das relativ kompakte Tableau auf der letzten Seite)

    Bei so seltsamen Werten sollte man natürlich mal hinterfragen, ob das stimmen kann (insbesondere für ein Gennaker-Boot). Vielleicht ein “Garbage in – Garbage out” Problem? Oder ein Bug in der noch sehr neuen, nicht ganz ausgereiften Software? “Stand: 19. December 2003” steht auf dem Dokument rechts unten!?! Aaaaaaah ja, doch sooo aktuell… 😉 Wie gesagt, Clubrace-Niveau (was ja per se nichts Schlechtes ist, Jeder nach seinem Gusto).

    Grüsse aus der Schweiz
    Ingo Dietrich

    P.S.: @Alex: Ich glaube, dass Du ziemlich viel Ahnung hast von dem was Du machst. Hast Du Interesse, in eine X-35 einzusteigen? Ich könnte evtl. noch einen Vorsegeltrimmer für die Copa del Rey und die WM gebrauchen…; Interesse?

    Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 1

    • Lot’s of speculation 🙂

      We might just be club racers, but X-35 isn’t really “grand prix” either.

      I would say that our crew work is as good as the best one design crews in Scandinavia; we regulary beat Salona 37 Feelgood (European Champion ORCi), IMX-40 Gertrud (#1 Kieler Woche, #2 European ORCi, #2 Maior Cup) and many of the best boats in Sweden, Norway and Denmark.

      As reference, my mast man also crews on Sweden’s best X-35 and on the current Farr 30 European Champion. And we train and race more than both of them. So we have some pretty good benchmarks.

      In january I was in Holland racing J/111. As helmsman we had a former X-35 world champion and spent some time discussing the level of the class. Not as high as it use to be. Oh, and we comfortably beat the best Dutch X-35’s (Johan Offermans) both on water and on handicap.

      Regarding polars, we’re naturally not using an old one. We did 3-4 different VPP simulations in 2011, both with ORC and North Sails. This in combination with 5 years of extensive use of Expedition software for logging and data analysis. So I know my TWAs downwind.

      If you have better X-35 polars that you want to share with the world – send them to peter@blur.se.

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 10 Daumen runter 1

      • avatar Ingo sagt:

        Hi Peter,

        great that you join this little discussion.

        Of course, I do not want to share my polars – for obvious reasons. But the polars from X-Yachts you can find here:

        http://www.x-35.com/seeems/46497.asp

        I recommend you replace the one which is named “polar1” on your webpage with this “official” one and delete the one which is named “polar2” since the first column of that file is complete nonsense.

        Regarding your own polars: Where on board do you have them? Obviously not in the cockpit…? I guess that your boat was quite new when the video was made, since everything looks very standard…

        When it comes to OneDesign (especially X-35) vs. Handicap (especially J109) -racing we obviously have completely different opinions – but this is fine for me. 🙂

        Some background information on the X-35 class:
        All the first-class Dutch X-35 have been sold in the last 2 years, but it is great to see that a second generation is coming up. And the level of competition is definitely higher than in the last few years – not lower. Why? Because all the first-class boats meanwhile have 2 professionals on board – this was not yet the case i.e. during the WC 2008 where we saw a record fleet of 54 boats. I guess your X-35 experienced crew member comes either from “Firefly” or “Matrisen”?
        A similar opinion comes from Branco Brcin who is (as far as I have been told) a former Melges24 WorldChampion and for a number of years tactician on board of Italian X-35 “Lelagain” (1st WC 2009, 1st WC 2010, 2nd WC in Aarhus last year, winner Copa del Rey 2010 etc.). I had a long discussion with him last autumn in Palma and he also states that 1st the level still goes up year by year and 2nd the level in the Med is higher than in the Baltic.

        Anyway, we should find out:
        How about you coming to Copa del Rey or the Worlds in Barcelona in summer; renting a second hand X-35 is not a problem and then we will see. Just ask the guys from “Matrisen” (whom we easily beat in 2010) about racing in Palma…
        And seriously: I am happy to help with logistics etc. (anything but my polars 😉 )

        Best regards
        Ingo

        P.S.: BTW: VSPARS is not that new – TP52 “Quantum Racing” used it during the whole season last year.

        Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 3

    • avatar Alex sagt:

      @Ingo, das nenne ich mal recherchiert.

      Mit 2003 wäre ich tatsächlich vorsichtig. Das VPP wird ja jedes Jahr verbessert.

      Das erklärt mir dann auch weshalb der Pit so lange gebraucht hat um das Ding abzuwerfen und der Rest der Crew doch etwas steif erscheint. Aber für das Niveau wie es sich jetzt darstellt war es trotzdem eine gute Aktion.

      Danke für dein Angebot. Ich habe mich dieses Jahr schon für die Farr400 und Farr 11s auf die Ersatzbank setzen lassen und glaube mir, das tut echt weh. Vorerst werde ich dieses Jahr auch nur die 5 Regatten vom Sportboot-Bodensee-Pokal segeln. Wir haben vor 3 Monaten Nachwuchs bekommen, da werden die Prioritäten dann doch leicht verschoben.

      Bis wir letztes Frühjahr unser Boot zerrissen hatten, war auch der Meinung ich hätte Ahnung.
      Dann bin ich mit den Jungs von Sonnenkönig und Victor Inox auf M2 gesegelt. Jetzt weiß ich, so viel Ahnung hab ich dann doch nicht.

      Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 0

      • avatar Ingo sagt:

        @Alex:

        Danke für die Blumen- ich informiere mich eigentlich immer so gründlich wie möglich. Das war auch bei dem “Kadelbach-Klan” so, aber ich möchte mit einer bestimmten Information dem “Staranwalt” nicht die Pointe vermasseln…

        In Sachen Farr400: Die Entscheidung verstehe ich nicht. Weshalb nicht eine Soto40 im Mittelmeer? Mehr Konkurrenz, mehr Sonne, bessere Events…

        Gruss
        Ingo

        Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 4

        • avatar Alex sagt:

          @Ingo:

          Weshalb die Wahl auf die F400 und nicht auf die S40 gefallen ist, kann ich nur vermuten, was ich hier nicht mache.
          Tatsächlich sind bis jetzt die meisten F400 nach Übersee gegangen. Aber ich denke, Europa wird da nachziehen.

          Die F400 Sonnenkönig ist eigentlich auch nicht für Regatten am Bodensee bestimmt. Man wird sie aber sicher auf einigen wirklich großen Events sehen, möglicherweise auch im Salzwasser. Der Transport ist ja easy mit PKW-Anhänger ohne Sondergenemigung.

          Like or Dislike: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

  14. Just to give you some inside on the sequence on the video.

    The Færder Race starts inside of Oslo city, so the winds are quite shifty. Especially this year when it was blowing 16-22 knots on a downwind start. Our class, Racing R36, had 50 pretty good boats, so a tight start.

    http://www.sandaker.no/resultatliste.asp?klasse=1936&Submit1=OK&seilasid=209&notop=1

    To keep our lane and not get in to trouble with other boats we sailed lower than we usually do. TWA 170-175 is ok, but not our best VMG, but we use it as a tactical option.

    Normally we hike the boat hard to windward to get maximum rotation of the spinnaker. This time we also used our biggest A2 “whomper” which is almost 150 m2. So everything was going fine until the wind shifted 10 degrees. Normally the spinnaker collapses, but not this time 🙂

    There’s still experienced sailors who say that it’s impossible to do a “chinese gybe” with a sprit boat, but the video should be proof enough. And we’re a lot more careful now.

    Recovery went well, considered that we didn’t expect this at all. And there was no shouting or chaos, just getting on with business. Credits to my crew.

    The worst thing was getting wet just 10 minutes into a 80′ cold race.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 10 Daumen runter 1

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *