ISAF Skandal: Israelische Weltmeister ausgeschlossen – Strafen werden diskutiert

Auf dem Rücken der Sportler

Die ISAF Youth Worlds in Malaysia sind beendet, aber auf politischer Bühne geht es immer noch hoch her seit den Israelischen Surfern die Einreise verweigert worden ist.

RSX Surfer Israel

Yoav Omer, prominentes Opfer der Politik. Der 2015 U-19 Weltmeister durfte nicht in Malaysia starten. © RSX class

Die Entscheidung fiel über Weihnachten. Ein Brief der Seglerverbandes von Malaysia an den Israelischen Verband stellte der Delegation sieben Bedingungen bei deren Erfüllung die Surfer ihre sehr realen Titelchancen wahren konnten.

So sollten sie unter anderem nicht ihre Nationalflagge im Segel führen dürfen und im Falle eines Sieges würde nicht die Nationalhymne gespielt. Zuvor waren schon wegen “Sicherheitsbedenken” keine Visa ausgestellt worden. Als der Fall vor das Kabinett kam, wurden schließlich die Auflagen formuliert.

Die politischen Differenzen zwischen dem muslimischen Land Malaysia und Israel, die keine diplomatischen Beziehungen unterhalten, wurden auf dem Rücken der jungen Sportler ausgetragen. Und das hat zu harscher Kritik vieler Verbände geführt, die sich insbesondere darüber wundern, dass die Regatta unter diesen Voraussetzungen überhaupt an Malaysia vergeben werden konnte.

Mögliche Strafmaßnahmen

Der internationale Segler Verband World Sailing hat sich bisher eher zurückhaltend zu den Vorfällen geäußert und verweist auf eine außerordentliche Sitzung am 7./8. Januar, auf der auch über mögliche Strafmaßnahmen gesprochen werden soll.

Inzwischen ist aber World Sailing selber schwer unter Druck geraten. So gibt es deutliche Hinweise dafür, dass schon bei der Vergabe der wichtigsten Jugend-Segelregatta der Welt 2011 klar gewesen sein muss, dass es Probleme beim Start der Israelis in Malaysia geben kann.

In seinem letzten Statement zu dem Vorfall zeigte sich die Verband-Vertreter dagegen eher überrascht, dass es so weit kommen konnte. Dabei erhielten schon bei der WM im Oman 2015 drei israelische Surfer keine Visa. Nur die zweifache WM Bronze Gewinnerin Davidovich startete, weil sie einen österreichischen Pass hat. Sie durfte allerdings nicht unter der israelischen Flagge starten.

Weitere Probleme sind vorprogrammiert

Auch von Dubai sind bei den World Cup Finals 2014 und 15 die Israelis nicht mit Visa ausgestattet worden. Und die nächsten Youth Worlds finden 2016 im Oman statt, 2017 dann in Israel. Da sind weitere Probleme sind vorprogrammiert.

Deshalb ist der Internationale Verband in diesen Zeiten besonders gefordert, um sicher zu stellen, dass Politik und Ausgrenzung im Segelsport keine Chance hat. Schon einmal ist je eine Generation von Sportlern um ihre Olympischen Spiele betrogen worden als 1980 erst der Westen und dann der Osten seinen Boykott durchzog. So weit darf es nicht mehr kommen. Mit Spannung kann der Ausgang der World Sailing Tagung am Ende der Woche erwartet werden.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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Ein Kommentar „ISAF Skandal: Israelische Weltmeister ausgeschlossen – Strafen werden diskutiert“

  1. avatar Marina sagt:

    Ich finde solche Maßnahmen wir einen BOYKOTT oder ähnliches durchaus denkbar. Im Sinne des sportlichen Gedankens und der Fairness könnten andere Länder ihre Teilnahme zurückziehen, wenn die Israelis nicht diegleichen Bedingungen erhalten wir alle anderen auch! Nur so wachen die Entscheider vielleicht mal auf…
    Ich bin fassungslos!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 30 Daumen runter 0

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