Rolex Farr 40 WM

Italiener mit "Nerone" fangen Australier auf der Zielgeraden ab

WM-Sieger "Nerone" an der Kreuz. © Rolex / Daniel Forster

Der Australier Tom Slingsby hatte das Zeug dazu, der neue Superstar im Segelsport zu werden. Nach WM-Silber im Laser 2007, segelte er in den nächsten beiden Jahren überlegen zum Titel. Die Olympische Goldmedaille in China lag zum Abholen bereit. Selten gab es einen größeren Favoriten. Aber Slingsby wurde 22 und zur tragischen Figur der Spiele. Er fiel in ein tiefes Loch und tauchte lange ab. Nun ist er wieder da. Wenngleich auch mit einer großen Enttäuschung.

Denn bei der Rolex Farr 40 Weltmeisterschaft vor der Casa de Campo in der Dominikanischen Republik verlor er als Taktiker der australischen „Transfusion“ erst im Schluss-Spurt den WM Titel. Bis zu den letzten beiden Rennen hatte sein Boot in Führung gelegen. Dann musste sich Slingsby dem erfahrenen Italienischen „Nerone“-Team von Massimo Mezzaroma geschlagen geben.

Spimanöver der Weltmeister im Gegenlicht. © Rolex / Daniel Forster

Taktiker Vasco Vascotto ist einer der sympathischsten Profisegler überhaupt. Der Skipper und das Gesicht der vergangenen America´s Cup Kampagne von Mascalzone Latino kommt offenbar bei den aktuellen drei italienischen America´s Cup Syndikaten nicht mehr zum Zug. Schon heißt es, er sei auf dem absteigenden Ast.

Umso bedeutungsvoller ist für ihn der zweite Farr 40 WM-Titel mit “Nerone”, auch wenn er nur im kleinen zehn Boote Feld zustande kam. Denn die Konkurrenz war stark wie gewohnt. “Das ist die Art und Weise, wie ich das Gewinnen mag”, sagte Vascotto. “Wir sind sehr glücklich, denn ich hatte schon vergessen, wie es ist zu gewinnen. Es ist schon so viele Jahre her.“ Bei der vergangenen Farr 40 WM verlor Vascotto den Titel im letzten Rennen.

Die deutsche Crew des Lüneburgers Dr. Wolfgang Schäfer landete mit der „Struntje light“ und Taktiker Jes Gram Hansen am Ende auf Platz neun. Zwei vierte Ränge in der Serie waren zu wenig für einen vorderen Platz.

Sieger Mezzaramo kommentierte: „Diese Weltmeisterschaft hat eine große Bedeutung für uns, da mein Miteigner und Steuermann Antonio Sodo im vergangenen Monat einen schweren Unfall hatte. Wir haben diesen Titel für ihn und für Simon, ein weiteres Crewmitglied, geholt. Beide liegen verletzt zu Hause und es ist sehr wichtig für uns, dieses Resultat eingefahren zu haben.“ Mezzaramo fügte an: „Im vergangenen Jahr bei der Weltmeisterschaft vor Sardinien waren wir sehr unglücklich, denn es ist hart, den Titel im letzten Rennen der Serie zu verlieren. Diesmal haben wir es geschafft. Manchmal passt eben alles zusammen, manchmal nicht.“

Das beste Zitat der Woche kommt allerdings von Klassen-Boss Geoff Stagg: “Die „Nerone“ hat in den vergangenen vier Tagen das wilde Pferd des Glückes sicherlich am geschicktesten geritten.”

Endstand der Rolex Farr 40-Weltmeisterschaft:

1. Nerone, Massimo Mezzarona/Alberto Signorini (Italien), 2-5-5-2-1-1-7-4-1-2, 30
2. Transfusion, Guido Belgiorno-Nettis (Australien), 1-1-3-3-2-6-5-3-5-3, 32
3. Barking Mad, Jim Richardson (USA), 4-3-1-10-3-3-3-8-2-3-1, 38
4. Estate Master, Lisa & Martin Hill (Australien), 7-2-10-8-4-9-1-5-2-7, 52.5
5. Fiamma, Alessandro Barnaba (Italien), 5-7-6-1-7-1-10-6-6-4-6, 58
6. Enfant Terrible, Alberto Rossi (Italien), 6-10-4-5-6-4-4-7-8-4, 58
7. Goombay Smash, Doug Douglass (USA), 8-8-2-7-10-2-2-10-9-5, 63
8. Plenty, Alex Roepers (USA), 3-9-7-6-9-5-3-9-6-8, 65
9. Struntje light, Wolfgang Schäfer (Lüneburg), 9-4-9-4-8-7-9-8-7-9, 74
10. Flash Gordon 6, Helmut & Evan Jahn (USA), 10-6-8-9-5-8-10-1-10-10, 77

Carsten Kemmling

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Andreas John

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