Jedermann-Foiler: Waszp-Welle schwappt langsam nach Europa – 55 Boote in Neuseeland

Siegeszug der Wespe

Der preisgekrönte Einheitsfoiler Waszp findet immer größeren Zuspruch. Bis Ende 2017 sollen mehr als 850 Boote in der ganzen Welt verkauft sein. Der Flitzer ist für 10.700 Euro (ohne MWS) zu haben.

Der australische Moth-Papst Andrew McDougall hat mit seinen Einhand-Foiler-Konstruktionen vom Typ Moth maßgeblich die radikale Veränderung des Segelsports eingeläutet. Das spektakuläre Tragflächen-Segeln ist längst zu einer festen Größe geworden.

Waszp

Action bei der ersten großen Waszp-Regatta. © John Adair

Der breiten Öffentlichkeit ist diese Entwicklung aber verschlossen geblieben. So wird zum Beispiel die Konstruktionsklasse Moth immer schneller, komplizierter und vor allem teurer. Längst sind die Preise für aktuelle Designs deutlich über 20.000 Euro gestiegen. Der Normalo Segler bleibt auf der Strecke.

200 Schiffe bei Moth WM

Die Moth-Klasse ist immer noch heiß. Und in diesem Sommer wird bei der WM am Gardasee die größte Flotte aller Zeiten mit über 200 Schiffen erwartet. Aber nur wenige Profis können mit der aktuellen Material-Entwicklung Schritt halten und kommen für vordere Plätze in Frage. Da ist die Idee für eine Einheitsklasse naheliegend. So ist 1962 schließlich auch die Europe aus der Moth entstanden.

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26 Boote bei den Nationals in Neuseeland. © John Adair

Fünf Jahre hat McDougall in die Entwicklung seiner Waszp gesteckt. Aber nun scheint ihm der Erfolg recht zu geben. Von Juli bis Dezember 2016 sind 250 Boote in 24 Länder ausgeliefert worden. Die meisten gingen in die USA, nach Neuseeland und Australien. Inzwischen sollen schon 55 Kiwis mit den Foilern bestückt sein. Und so ging ihre erste Meisterschaft gleich mit 26 Booten über die Bühne.

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Typische Foiler-Halse auf der Waszp im Kampf gegen die Fliehkraft. © John Adair

2017 sollen 600 Schiffe die Produktionshallen verlassen und am Ende des Jahres eine weltweite Flottengröße von mehr als 850 Booten etablieren. Bisher sind 33 Prozent der kleinen Wespen nach Europa ausgeliefert worden. Man kann sie unter anderem bei Stickl am Gardasee segeln.

Schneller als 20 Knoten

Die Waszp soll mit einem 85 Kilo Segler schon unter sieben Knoten Bootspeed abheben, was nahezu dem Wert der Mach2 Moth entpricht. Dann erreicht sie schnell 15 Knoten Speed am Wind und eine ähnliche Höhe wie das Vorbild.

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Die Waszp-Flotte am Wind. © John Adair

Vor dem Wind ist das Defizit größer, da die Mach2 tiefer segeln kann und einen 3 bis 4 Knoten höheren VMG-Wert erreicht. Aber absolut sind Vorwind-Geschwindigkeiten über 20 Knoten für die Wasp der Normalfall. Bei leichtem Wind im Low-Rider-Modus ist sie sogar schneller als die Moth unterwegs.

Die Daten wurden inzwischen von zahlreichen unabhängigen Testern bestätigt. Das Magazin Sailing World hat dem Schiffchen gerade den Boat of the Year Award für die beste One-Design-Entwicklung verliehen. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis die Waszp auch hierzulande zum permanenten Erscheinungsbild auf den Seen und Meeren gehört.

Waszp Website

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Carsten Kemmling

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2 Kommentare zu „Jedermann-Foiler: Waszp-Welle schwappt langsam nach Europa – 55 Boote in Neuseeland“

  1. avatar Manfred sagt:

    Zitat: “Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis die Waszp auch hierzulande zum permanenten Erscheinungsbild auf den Seen und Meeren gehört.” Zitatende.

    …und ich dachte, jetzt sind die in Frage kommenden Segler zumeist in den diversen Ligen beschäftigt. Da muss man sich nicht durch die Durststrecke quälen, bis man das Ding regattamäßig beherrscht, lässt den Neo dort wo er hin verbannt wurde und ein Kredit muss auch nicht abbezahlt werden.

    Ja, was denn nun? Jeden zweiten Tag was Neues?

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 7 Daumen runter 10

  2. avatar poseidon sagt:

    Wie wie wenig Spass am eigenen Leben kann man haben?

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 6 Daumen runter 5

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